Dem Wind entgegen
20 Februari, New Zealand ⋅ 🌬 19 °C
Die heutige Tour hatte landschaftlich ein ordentliches Kontrastprogramm zu bieten. Auf aalglatten, perfekten Radwegen ging es raus aus den Badeorten Nelson und Richmond. Die ganze Bucht war wasserlos: Ebbe. Noch waren unendlich viele E-Bike-Rentner unterwegs, die ohne zu grüßen eilig ihr Ziel zu erreichen suchten. Die Landschaft erinnerte mich an das norddeutsche Marschland. Hölzerne Stege führten den Weg über den nassen Untergrund. Dann kam ich ans Meer. Durch Kiefernwald führte ein schmaler Pfad teils durch riefen Sand direkt am Meer entlang. Das Gefühl von Ostseeküste! Ich hatte eine Challenge mit einem E-Bike-Rentner, die er an der Mapua-Ferry-Landing knapp gewann, da ich Sorge um mein Rad auf dem Untergrund hatte.
Die Fähre brachte uns über den Fluss in den Ferienort Mapua, den ich durch Fish and Chips, Souvenir-Shops rasch verließ. Es waren nur noch wenig Radler unterwegs. Es wurde einsamer. Als ich einen Zubringer u.ter dem Highway nahm, ordentlich auf meiner linken Seite um die Kurve fuhr, kam von oben um die Ecke mal wieder ein E-Bike-Rentner. Er war wohl ebenso überrascht wie ich, aber er war viel schneller, bremste... und fiel vor mir in drei Etappen wie in Zeitlupe um. Sein Fahrrad war zu schwer und er kippte ganz langsam zur Seite ins Gebüsch! Jetzt, wo nichts passiert ist, war es total lustig! Er war einfach vor Überraschung, dass ich kam, umgefallen! Ich half ihm hoch, sprühte seinen Kratzer am Bein mit Desinfektion ein und er versicherte, dass alles okay sei und wir fuhren weiter.
Ich kam durch liebliches, weiches Hügelland. Plantagen von Olivenbäumen und Weinanbau, Pferdehaltung auf großen Ranchen. Gefühlt brachte jeder Berg eine andere Landschaft.
Es änderte sich dann in freie Weidelandschaft, dahinter die hohen Berge. Kühe, Schafe und kein Ende!
Der Wind wurde immer heftiger. Bergab war ich gefühlt genauso langsam wie bergauf! Wenn die Böen von seitlich kamen, war es so schwer, das Rad in der Spur zu halten. Die Landschaft wurde immer einsamer. Nur Wald und in der Ferne die Berge! Irgendwann, an einer Kreuzung, stand plötzlich ein altes Schulhaus. Hier kamen damals alle Kinder der umliegend verteilten Höfe zusammen.
Durch Hopfen- und Apfelplantagen ging es die letzten 10 km entgegen dem Wind bis nach Tapawera auf einen sehr unkonventionellen Campingplatz. Hier dürfen Hühner, Schafe herumspazieren und in jedes Zelt einmal Hallo sagen! Der Abend ist international lustig und informativ in der geselligen Wohnküche!Baca lagi

















