• Kam, wie es kommen musste

    26 februari, Nya Zeeland ⋅ 🌧 16 °C

    Es regnete die ganze Nacht durch. Das Wasser kam von unten ins Zelt. Die Zeltplane hielt noch einigermaßen, es prasselte laut.
    Was hieß das für mich???
    So lange habe ich auf diesen Moment gewartet, hier diese Strecke zwischen Tasmanischer See und Mt. Cook und Fox Glacier zu radeln!
    Jetzt würde ich genau diese Strecke ganz sicher nicht bei strömendem Regen und Nebel fahren!
    Egal, wie viel Zeit mir noch bleibt: das geht nur bei Sonnenschein und guter Sicht.
    Ja, das hieß in der Früh:
    " Liebe Madeleine, hast Du eventuell noch einen Raum für mich frei...?"
    Natürlich, ich bin ja die einzige hier... Der Gast von gestern Abend war längst abgefahren.
    Was sollte ich nun hier den ganzen lieben langen Tag tun?
    Ganz vorsichtig fragte ich Madeleine, ob ich ein wenig die Küche richten dürfe. Für die vielen weiteren Gäste!
    Denn heute beginnt ja die offizielle Tour Aotearoa Challenge am Cape Reinga!

    So begann ich nach dem Frühstück zu räumen, putzen und umsortieren. Der Boden wurde geschrubbt, die Wände gewaschen. Die Mausefamilie ließ sich von mir nicht wirklich stören und tanzte weiter regelrecht auf den Tischen!
    Madeleine fuhr nach Hause und ich war ganz alleine in dem s.g. Hotel: cooool!
    Und die gute Madeleine ward den ganzen Tag nicht mehr gesehen! Auch kein Gast kam zur Abwechslung.
    Es regnete in Strömen, der Kochtopf in der Küche sammelt geduldig jeden Tropfen vom Dach: tropf, tropf, tropf, ...
    Nachdem die Fenster von innen geputzt waren, hörte ich nicht nur den Regen, ich sah die Bäche vom Dach hinunter strömen.

    Ich begann, aus dem s.g. living room die Mikrowellen und den Kühlschrank in die nun freiere Küche zu stellen und den nächsten Raum auf- und auszuräumen.
    Etwas Mut erforderte die ganze Aktion ja schon: könnte es auch sein, dass all die uralten, dreckigen Dinge für die gute Frau wichtig sind ich womöglich alles wieder rückgängig machen muss???
    Ich bin gespannt!
    Aber ich riskierte es und brachte alle aussortierten Sachen raus in den Schuppen, wo sich bereits sooooo viel Müll befand.
    Ich zumindest bin stolz auf meinen produktiven Regentag- die Küche kann man jetzt gut betreten!
    Ob ich Madeleine morgen noch sehen werde, weiß ich nicht. Die Sonne soll laut Wetterbericht scheinen und ich nehme mir vor, ganz früh los zu radeln!
    Wenn ich ganz ehrlich bin... Ein wenig gruselig ist es doch, hier zu schlafen...
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