• Longyearbyen

    September 1 in Svalbard and Jan Mayen ⋅ 🌫 8 °C

    Gestern um 22:13 Uhr fiel die Entscheidung, wir fliegen.
    Also heute alles auf Anfang: gleiche Maschine, gleicher Sitz, gleiche Zeit. Da der Wetterforecast unverändert ist, bleibt der Grund für die gestrige Verzögerung für uns völlig unklar.
    Doch dann, nach 31/2 Stunden Flugzeit, liegt Spitzbergen plötzlich unter uns. In Wolken verhüllt, grau, regnerisch und irgendwie unwirklich landen wir auf dem 78. Breitengrad.
    Wir sind angekommen in Longyearbyen, dem Tor zu einer Welt, das wir bisher vor allem aus Dokumentationen und Büchern kennen.
    Wir sehen steile, karge Berge, und eine Landschaft, die komplett in Watte gehüllt ist. Selbst die bunten Häuser setzen bei dem Wetter keine Farbtupfer. Überall erinnern alte Förderanlagen und Seilbahnmasten an die Zeit des Kohlebergbaus.
    Natürlich fahren wir auch am Global Seed Vault vorbei. Tief im Berg lagern Samen aus aller Welt – eine Art Sicherheitskopie für die Zukunft.
    Doch außerhalb von Longyearbyen gelten andere Regeln. Hier sind wir Gäste in einer Welt, in der der Eisbär ganz oben in der Nahrungskette steht. Warnschilder erinnern uns daran: Ohne bewaffneten Guide geht hier draußen niemand spazieren.
    Longyearbyen ist für uns nur der Anfang. Von hier aus wird uns die HANSEATIC hinaus in die Weite der Arktis bringen – immer weiter nach Norden.
    Noch wissen wir nicht, was uns erwartet.
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