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  • Day12

    Surfgestalten

    April 28, 2019 in France ⋅ ⛅ 15 °C

    Surfer sind ein lustiges und oft seltsames heterogenes Volk. Diese Woche waren hier im Hostel zu Beginn ganz kurz Julian, ein Franzose, der kaum Englisch spricht, Claudia, 36, aus Canada, die ich sehr unsympathisch finde und die ständig nur irgendwelche langen und langweiligen Surfstories erzählt und Techniktalk ewig in die Länge ziehen kann, dass alle nur noch nicken oder gar nichts mehr sagen und hoffen, es geht vorbei. Bei mir ist sie eher einsilbig, bis sie dann irgendeine Surfstory erzählt und sich geil vorkommt. Gestern, als sie meinte "Will we get barreled tomorrow?" haben die Deutschen nur noch losgeprustet. Dann hat sie überlegt, welches ihrer 3 Boards sie mitnimmt und hat laut gedacht, auf welchen sie besser turns fahren kann auf back- und frontside. Dieser Surftalk ist echt schlimm und peinlich und sie merkt es nicht einmal. Sie will immer angeben, wie geil sie surfen kann, und all ihr Wissen raushauen. Dabei hat sie bisher auch noch nicht so hart abgeliefert, dass man denken würde, sie wäre ein Pro.
    Dann war Alejandro da, einer aus Nicaragua, der seit Jahren in Lyon lebt und Spanisch, Französisch und Englisch fließend spricht. Sehr sympathisch und großzügig, und er surft auf meinem Level, also konnten wir uns gut zusammenschließen. Auch seine Indie-Playlist und die Klassiker-Playlist sind echt gut. Er ist aber leider Freitag gefahren.
    Die deutsche Gruppe bestehend aus Phillip, 24, der im Hostel bis Juni arbeitet, sein kleiner Bruder Valentin, 18, Marius, 24, und sehr guter Surfer und der stille Jonas, 23, waren anfangs, fand ich, eher die jungen coolen Jungs, die immer krasse Bedingungen surfen wollen. Letzten Endes fand ich doch alle sehr nett und zugänglich und Phillip sehr hilfsbereit. Für paar Tage ist seine "Freundin" Chlie, die er vor ein paar Wochen im Snowboardurlaub kennengerlernt hat, aus London eingeflogen. Die ist sehr extrovertiert und lustig, redet sehr viel, aber sympathisch.
    Dann sind noch Laurence und Tom, 16, angekommen, Mutter und Sohn, mit denen wir gestern nach Hendaye gefahren sind. Heute habe ich Tom mit nach Hossegor, La Sud, mitgenommen zusammen mit Claudia. Tom und ich sind hilflos bei krasser Strömung nach Süden getrieben worden, teilweise kamen riesige Brecher ein und wir konnten nicht mehr zurück und sind über den Leuchtturm hinaus getrieben und mussten in die Bucht von Capbreton reinpaddeln. Teilweise war es etwas scary, aber danach mussten wir dann durch den ganzen Hafen von Capbreton zurück, zu Fuß wären es 2km gewesen, aber wir sind durch das Hafenbecken gepaddelt, das ging dann. Über die Brücke und zurück zum Hossegor Strand gelaufen. Zwischenzeitlich hatten wir Sorge, dass Claudia die Coastguards oder so ruft. Und wir haben auch gesagt, dass wir Toms Mutter das auf keinen Fall erzählen dürfen!!! Ein kleines Abenteuer und auf jeden Fall habe ich gelernt, wie stark die Strömung hier sein kann von Nord nach Süd. Dagegen Anpaddeln ging gar nicht. Am Strand haben wir dann einen toten kleinen Delphin gefunden, das war auch traurig.
    Heute sind dann noch 4 Schweizer angekommen, Hipster. Glücklicherweise haben die bessere Bedingungen , denn diese Woche war leider richtig schlecht, viel zu windig und zu groß!
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