• Mit dem Zug zum Prambanan Tempel

    July 17 in Indonesia ⋅ ☀️ 31 °C

    Wir sind schon lange nicht mehr Zug gefahren. Warum also nicht das gut ausgebaute Schienennetz der Insel nutzen? Tatsächlich ist Zug fahren in Indonesien sehr günstig und man kommt mancherorts schneller voran als auf den verstopften Straßen Javas. Gesagt - getan. Ungefähr eine halbe Stunde fahren wir raus zu einem der größten hinduistischen Tempelanlagen außerhalb Indiens. Die Tempelanlage ist riesig - auch der Eintritt. Wir zahlen stolze 50 Euro und bekommen noch 3 kleine Wasserfläschchen für den Weg.

    Beeindruckende Architektur und extrem steile Treppen erwarten uns. Da wir erst zur Mittagszeit angekommen sind ist die Hitze fast unerträglich. Dennoch versprüht der ab 850 n.Chr. erbaute Tempel eine gewisse Magie. Tini ist sehr angetan.

    Die Anlage diente als hinduistische Antwort auf den nahegelegenen, buddhistischen Borobudur-Tempel und markierte die Rückkehr der hinduistischen Herrschermacht auf Zentraljava.

    Tatsächlich kommen auch Balinesen herüber und übergeben dort ihre Opfergaben während sie beten. So etwas sieht man tatsächlich nur noch selten, da der Tempel nur noch eine Art Museum ist.

    Wir schlendern anschließend durch die Anlage und finden unsere Mittagspause in einem Restaurant. Wir laufen weiter die riesige Anlage ab und besichtigen noch den buddhistischen Tempel Sewu. Dieser ist tatsächlich 70 Jahre älter. Leider ist hier der Bauzustand des Tempels katastrophal. Gründe sind hierfür teilweise Naturkatastrophen (Vulkanausbrüche des Merapis) oder jahrhundertelange Vernachlässigung.

    Dass der buddhistische Candi Sewu nur etwa 800 Meter nördlich des hinduistischen Prambanan liegt, ist ein bedeutendes Symbol historischer religiöser Harmonie im alten Mataram-Königreich. Die hinduistischen und buddhistischen Dynastien herrschten damals nicht nur nebeneinander, sondern gingen auch politische Ehen ein (wie der hinduistische Prinz Rakai Pikatan und die buddhistische Prinzessin Pramodhawardhani), was zu dieser einzigartigen architektonischen Mischung im Park führte.

    Nach dem wir gefühlte 100 km gelaufen sind, fahren wir wieder mit dem Zug zurück in die Stadt. Dort angekommen ging es direkt in eine Eisdiele. Das haben wir uns heute verdient!
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