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  • Day167

    Edmonton

    February 25, 2019 in Canada ⋅ 🌙 -20 °C

    Ankuft in der Hauptstadt von Alberta; Erstmal in die größte Mall Nordamerikas gehen und mal schaun "wos die su hom". Dann läuft man rein, alles menschenleer, nur einzelne Personen in den Gängen. Warum? Weil das Ding verdammt nochmal RIESIG ist. Vom Water- und Freizeitpark über Minigolfplatz bis hin zum Piratenschiff findet man alles dort. Es gibt sogar ein Hotel in der Mall ... Urlaub machen im Einkaufszentrum!
    Nach 2 Stunden haben wir uns dann auch satt gesehen und festgestellt: "Hier machen wir keinen Urlaub!"
    Nach diesem "Ausflug" machten wir uns auf den Weg in unsere Unterkunft. Eine kleine Doppelhaushälfte, einstöckig und mitten im Wohnviertel. Die Tür geht auf, ein kleiner Junge steht vor uns, hinter ihm seine Oma und beide begrüßen uns. Leo, so hieß der Kleine, war ganz aufgeregt und hätte uns wahrscheinlich gern alles gefragt was so in seinem Kopf rumging. Doch wir gingen erstmal mit Scheuklappen richtung Zimmer, Tür zu und ab ins Bett.
    Am nächsten Tag schauten wir aus dem Fenster, weil wir nachts dort eine Flamme wie ein olympisches Feuer brennen sahen, und stellten fest: "Nix olympisches Feuer ... Ölrafinerie so weit das Auge reicht!" Jetzt machte es auch Sinn, wieso das Icehockey-Team Edmonton Oilers heißt.
    Nach der Zurechtfindungsphase in unserer neuen Umgebung haben wir den örtlichen Farmers Market aufgesucht, um ein bisschen frisches Gemüse einzukaufen. Diese Art einzukaufen wünschen wir uns auch für zu Hause ... lokal, handgemacht und nicht so in Massen wie in den Superstores und wie sie alle heißen. Zum Mittagessen gab's dann noch ne ordentliche Portion Poutine, so wie sich das in Kanada gehört. Abends wurden wir dann wieder von einem aufgeweckten kleinen Jungen aufgefordert, mit ihm zu spielen. "Play me, play me!!" hat er gerufen, weil er mit 2 Jahren noch nicht viel von Grammatik und Satzbau und dem ganzen Zeug gehört hat. Es war mal lustig nicht immer nur zu kochen, mit Essen ins Bett zu legen und unsere Serie weiterzuschauen, sondern mit dem kleinen Bälle, Autos und was er sonst noch so hatte durch die Gegend zu schießen und zu fahren (ohne was kaputt zu machen natürlich). Seine mum hat zwischen dem ganzen gejodel dann noch versucht uns Tipps für unsere Unternehmungen zu geben, die von Leo dann meist mit einem energischen "I wanna talk" unterbrochen worden sind.
    Nächster Tag, nächstes Abenteuer. Nach viel planen, grübeln und nachdenken haben wir uns dann für den Abend Karten für die "Ice Castles" geholt. Eine kleine Welt aus Eis wo man rutschen, in Höhlen krabbeln und durch Eistunnels laufen konnte. Sehr interessant, wie das so möglich ist mit Wasser so eine Burg zu formen. Bei -23°C war aber dann noch das Fotografieren eher eine Qual als eine Freude und als die Sonne weg war haben wir uns dann auch auf den Heimweg gemacht. Schnell noch mitten auf dem Highway anhalten um eine Foto von der nächtlichen Skyline zu machen und dann in warme Bett und die erfrorenen Gliedmaßen auftauen.
    Auch dieser Aufenthalt musste ein Ende finden und so war unsere letzte Aktivität in den Elk-Island Nationalpark zu fahren und mal das Wildlife hier zu begutachten. Ingo fragt auf der Fahrt immer: "Wann sehn wir denn endlich mal ein MOOSE (Elch)?!" und Lisa sagt dann meistens: "Die schlafen bestimmt.". Und damit hatte sie wohl auch recht ... denn auch im Park war keins, dass sich zeigen wollte. Nur Schnee und Bäume, ab und zu mal ein gaskranker Kanadier der mit seinem Truck mit gefühlten 150 km/h durch den Park fetzt. Kein Wunder, dass die Tiere sich da verkrümeln. Aber plötzlich. Ein brauner Fleck im Weiß. Ein Bison! Und daneben noch eins und zwischen den Bäumen hat sich noch so ein Kneul versteckt. Schell fotografieren und wieder weiter, weil man selbst möchte ja auch nicht bei einem Nickerchen in der Sonne gestört werden. Insgesamt 10 Bisons haben wir gesichtet. Auch spazieren warn wir dort in dem Park, um die Landschaft mal ohne Blechkleid um uns herum zu begutachten. Ein kleines Eichhörnchen ist uns dabei über den Weg gehüpft. Es ist schön mal aus der Stadt rauszukommen und die Natur zu genießen und manchmal sieht es hier so aus als würd man auf den verschneiten "Maawiesn" stehen.
    Fazit Edmonton: etwas dreckige aber trotzdem irgendwie schöne Stadt. Viel zu entdecken und zu sehen. Definitiv einen zweiten Besuch wert, aber dann doch eher im Sommer!!!
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