Tag 10 - Anreise Death Valley
October 10 in the United States
🌬 26 °C
Nach einer wirklich erholsamen Nacht - ich habe echt richtig richtig gut geschlafen, machte ich mich kurz nach 6 bereits fertig, packte meine Sachen zusammen und um 6:45 Uhr saß ich bereits im Auto Richtung Death Valley. Insgesamt waren das 250 km und ca. 2:45 Std Fahrt. Da es morgen regnen soll, wollte ich nach einem Zwischenstop unbedingt noch ins Death Valley fahren, auch wenn ich hier in der Nähe zwei Übernachtungen eingeplant habe.
Um halb 9 war ich an meinem ersten Stop, den Alabama Hills. Die Alabama Hills sind eine faszinierende Felsenlandschaft aus runden, goldfarbenen Granitformationen vor der Kulisse des schneebedeckten Mount Whitney und ist weltberühmt als Kulisse für Hunderte von Hollywood-Filmen von klassischen Western bis hin zu modernen Blockbustern.
Bereits die ersten Kilometer durch den Park haben mich total fasziniert. Die Felsformationen waren wirklich wunderschön. Unweit weg vom Eingang fuhr ich an einem bemalten Felsen vorbei (Nightmare Rock), auch Brenda genannt. Cool! Ein beliebter Fotospot. Mein erster Halt sollte allerdings der Mobius Arch sein, ein natürlicher Steinbogen und sicherlich einer der bekanntesten Fotospots in diesem Park.
Vom Parkplatz sind es ca. 10 Minuten bis dort hin. Dort standen bereits einige Autos, weit und bereit war allerdings keine Menschenseele zu sehen. Ich schnappte mir eine kleine Flasche Wasser und ging diesen wunderschönen kleinen Trail entlang und genoss die Ruhe in der Morgensonne die wunderschönstes Licht zauberte. Was für ein toller Ort!! 😍 Kaum am Steinbogen angekommen, sah ich schon eine Menschentraube...🙄 Wo kamen die denn auf ein Mal alle her?! Alle standen vor oder auf dem Steinbogen. Es waren auch mehrere Filmkameras aufgebaut. Ich schaute nach, ob ich vielleicht jemand Bekanntes erkenne 😆 aber dadurch, dass ich keine Filme schaue, war die Chance gleich null... Ein bisschen ärgerlich, denn die ganzen Menschen ließen sich am Ende unmöglich aus dem Bild retuschieren. Auf ein Mal sprach mich ein älterer Herr an. Mat - Matthias, ein Deutscher, der schon viel zu lange in den USA lebt und daher kaum noch Deutsch spricht. Er fragte, ob ich ein Foto machen möchte. Ja - offensichtlich. Deshalb war ich dort! Nein.... Er fragte mich, ob ich ein Foto mit der IMAX Kamera machen möchte. Ich sagte nur "why not". So ganz habe ich nicht verstanden, was er von mir wollte. Er fragte mich nach meinem Namen. Ich sagte "Sally", weil der Name Silke im Ausland zu schwierig ist. Er rief allen Menschen zu. "Das ist Sally - Sally wird gleich ein Foto von uns machen"..und wie in einem Chor kam zurück, hello Sally, thank you!
Keine 2 Minuten später stand ich auch schon hinter einer riesigen Kamera und bediente mehrfach den Record Knopf und machte Aufnahmen von diesen Menschen.
Danach wurde ich gefragt, ob ich ein Foto mit der IMAX Camera haben möchte. Ich dachte erst, er meinte, er wolle mich damit fotografieren... Nein, ich solle mich neben die IMAX Kamera stellen und der ältere Herr würde dann ein Foto machen. Ist eine IMAX was Besonderes?! Ich hatte keine Ahnung 🤣 Stellte mich also ohne große Nachfragen neben die Kamera und er fotografierte mich mit meinem Handy. Irgendwie überforderte mich die ganze Situation 😆
Damit dann fertig, bat er mich noch darum, mit verschiedenen Spiegelreflexkameras sowie diversen Handys Bilder zu machen. Es ging immer nur um diese Gruppe vor dem Steinbogen. Ich gab natürlich mein Bestes 😁 Irgendwann fertig, löste sich die Menschentraube irgendwann auf und das Filmequipment wurde nach und nach zusammengepackt. Nachdem das Motiv nun frei war, fragte ich, ob ich nun ein Foto mit dem Steinbogen haben könnte. Hab ich als Dank auch bekommen. Was für eine verrückte Situation 😂 Ich ging zum Auto und schaute nach, ob es noch einen schönen Trail gibt, den man laufen könne. Ich wollte nämlich noch nicht weiter, weil dieser Ort so magisch war. Ich suchte mir einen Trail raus, fand den allerdings irgendwie nicht.. Fuhr ein paar Schleifen, konnte aber den Startpunkt nicht finden. Das ist ein Nachteil, wenn man in den Parks kein Internet/GPS hat... Ich fuhr zurück zum Parkplatz, wo ich bereits vorher stand und bin von dort aus noch mal los und bin einfach ein paar Wege entlang gelaufen ohne einen richtigen Plan zu haben.
Dieser Ort war einfach magisch! Diese sandigen Straßen, wunderschöne Felstransformafionem, im Hintergrund den schneebedeckten Berg Mt. Whitney und ich kleine Menschenseele einfach mitten drin. Alleine... Kein Mensch weit und bereit. In der Ferne zog eine große Pferdeherde durch den Park. Eine absolute Filmkulisse. Ich kletterte hoch auf einen Felsen und saß einfach dort und schaute in die Ferne. Irre... In diesem Moment zog mein Leben an mir vorbei.. Früher hätte ich es mir nie erträumen können, solche wunderschönen Orte zu entdecken. Jetzt sitz ich hier in den USA, in einem wunder wunderschönen Park und bin einfach nur dankbar. Dankbar.. Ja irgendwie schon, auch wenn ich jeden Tag hart dafür arbeite und reisen im Alltag auch ein riesiger Verzicht bedeutet. Meist arbeite ich 7 Tage die Woche, und leiste mir selten irgendwelche Dinge. Reisen rettet meine kleine Seele immer wieder und rettet mich aus meinem Alltag. Das ist der Preis, den ich dafür zahle. Es war ein echt sehr emotionaler Moment für mich 🥺
Irgendwann stand ich auf und spazierte wieder in Richtung Auto. Ich saugte jeden Moment so intensiv auf. Für mich ein absolut magischer Ort, den man nicht auf Bildern festhalten kann..
Bevor es dann weiter zum Death Valley ging, fuhr ich noch eine kleine Straße entlang. Die Straßen waren teilwveise extrem sandig und tief. So sandig, dass das Auto paar mal ausgebrochen ist. 7 Meilen bin ich diesen Weg gefahren, am Ende dann doch mit ein paar Schweißperlen auf der Stirn, weil ich dachte, dass ich mich festfahre und während der gesamten Strecke kam mir kein einziges Auto entgegen und Handyempfang ist nicht.. Hat sich sowas von gelohnt! Eins weiß ich - ich komme wieder!!
Schon wieder bin ich an einem Ort versackt, dem ich zu Beginn gar nicht so viel Bedeutung schenkte und dieser nur als netter Zwischenstop gedacht war. Gegen 11:30 Uhr ging es dann weiter zum Death Valley. 2 Stunden Fahrt waren es noch bis dort hin.
Zwischenzeitlich zog es sich leider immer mehr zu. Mein erster Stop dort waren die Mesquite Sanddünen, die teilweise 35 Meter hoch sind. Leider schluckten die Wolken so ziemlich das Licht. Es waren kaum schöne Aufnahmen möglich. Der Sand war weich wie Puderzucker!
Ich war erstaunt, wie unfassbar warm es in diesem Park auf ein Mal war. Die Temperaturen klettern von 18-36 Grad hoch. Überall stehen Warnschilder, dass man sich draußen nicht länger als 10 min. aufhalten soll. Das ist schon sehr respekteinflößend..
Der nächste Stop war dann der Zabriskie Point. Über Jahrmillionen hinweg schwemmten Flisse Schlamm, Sand und Ton in den Furnace Greek Lake. Gleichzeitig gab es in der Region heftige Vulkanausbrüche. Die vulkanische Asche fiel in den See und vermischtesich mitden Schlammschichten. Aus dieser weichen schichten aus Ton und Asche entstanden im Laufe der Zeit die gelb-braunen und grinlichen Gesteinsschichten, die man heute sieht.
Super interessant, wie solche Transformationen entstehen. Der Spot war sehr beeindruckend.
Zum Schluss fuhr noch noch zum Dante's View. Aufgrund des Wetters war die Aussicht nicht so lohnenswert. Die Windgeschwindigkeit von mehr als 70 km/h lud auch nicht unbedingt zum Verweilen ein.
Da ich bereits den gesamten Tag im Auto saß und im Death Valley nicht wirklich irgendwelche Trails gegangen bin, entschied ich mich gegen 15:30 Uhr in die Unterkunft zu fahren. Immerhin waren es noch über 100 km und 1 1/2 Std Fahrt. War auch echt durch...
Hier im Ort Beatty angekommen, die Ernüchterung. Hier gibt es nichts.... Gar nichts... Eine Tankstelle, viele Restaurants, die zwischenzeitlich geschlossen waren und ich hatte einen solchen Hunger 😵💫
Der nächste große Supermarkt war mehr als eine Autostunde entfernt... Verdammt! Wie konnte mir das nur in meiner Planung untergegangen sein?! 😳 Ich freute mich also über meine 2 übrig gebliebenen Crossaints und meine Tüte Chips. Zu allem Übel soll es morgen den ganzen Tag regnen und ich sitz hier auf dem Trockenen.. Egal! Für heute Abend hat es erst mal gereicht.
Für den morgigen Regentag stell ich mich mal auf Netflix und chill ein... Ein bisschen Entspannung sollte im Urlaub immerhin auch nicht zu kurz kommen 🤭Read more





































