Hola Bolivia, hola Wechselstuben! 🇧🇴
Dec 21–23, 2025 in Bolivia ⋅ ☁️ 13 °C
Unser erster Stopp in Bolivien ist die Isla del Sol am Titicaca See. Der Titicaca See liegt auf rund 3.800m Höhe und gilt als der höchstgelegene schiffbare See der Welt. Er erstreckt sich über Bolivien und Peru und ist nicht nur landschaftlich beeindruckend, sondern auch kulturell von enormer Bedeutung. Für die indigenen Aymara und Quechua ist der See heilig. Laut Inka-Mythologie stiegen hier die ersten Inka, Manco Cápac und Mama Ocllo, aus dem Wasser empor – der Ursprung des Inkareichs. ✝️
Die Isla del Sol (Sonneninsel) liegt im bolivianischen Teil des Titicaca Sees. Autos gibt es hier nicht – stattdessen viele Terrassenfelder, Eselpfade (und dementsprechend auch viele Esel), Alpakas, Schweine sowie spektakuläre Ausblicke. 📸
Wir haben uns hier für 2 Nächte eine kleine und einfache Hütte gemietet und entspannen nach den Strapazen der Anreise: Essen, Lesen, Telefonieren und den Ausblick genießen. 😴
Außerdem informieren wir uns ein bisschen über unser neues Reiseland:
Bolivien ist ein plurinationaler Staat in Südamerika mit etwa 12 Millionen Einwohnern. Die Plurinationalität gibt es weltweit sonst nur in Ecuador und bedeutet, dass in der Konstitution offiziell indigene Bevölkerungsgruppen, deren Sprachen und Gesetze anerkannt werden. Das finden wir extrem cool.
Bolivien erkennt neben Spanisch 36 indigene Sprachen als offizielle Landessprachen an. So geht Diversität 🏳️🌈
Bolivien ist eine Präsidialdemokratie, Präsident und Vizepräsident werden alle fünf Jahre direkt gewählt. Erst im November 2025 wurde der zentralistische Kandidat Rodrigo Paz als Präsident vereidigt, und beendet damit die zwei Jahrzehnte lange Herrschaft der links-sozialistischen MAS-Partei. Der von ihm angekündigte Subventionsabbau führt zu sozialen Spannungen und Protesten (eine Straßenblockade wird auch unsere Weiterreise nach La Paz verzögern, wir stranden deshalb für ein paar Stunden in Copacabana).
💵 Armut: Bolivien gehört zu den ärmsten Ländern Südamerikas; ein signifikanter Teil der Bevölkerung lebt unterhalb der Armutsgrenze.
🔋 Lithium als Potenzial: Boliviens enorme Lithiumreserven gelten als Zukunftschance, insbesondere für die globale Energiewende. Der Ausbau ist aber technisch kompliziert und bisher weit hinter den Erwartungen zurückgeblieben.
〽️ Tiefe Rezession: Bolivien befindet sich seit mehreren Jahren in einer ernsten wirtschaftlichen Krise mit schwachem Wachstum, hoher Inflation, Devisenknappheit und leerer Staatskasse.
Wie wir in Peru erfahren, hat diese Devisenknappheit auch einen Einfluss auf unsere Reise. Denn der Schwarzmarkt-Wechselkurs für US-Dollar ist ca. 50% höher als der staatlich fixierte, offizielle Wechselkurs (der für Banken und Kreditkarten gilt). Das bedeutet spontan eins: Wir brauchen US-Dollar in bar, um diese in Wechselstuben in Bolivianos zu tauschen anstatt, wie sonst üblich, Bargeld am Automaten abzuheben. 💱
Weil das Abhebelimit in Peru 100€ beträgt (Abhebungen aber kostenlos sind - juhu) und man auch nur einmal am Tag abheben kann, verbringen wir mehrere Tage damit, mit sämtlichen Kreditkarten den Höchstbetrag peruanischer Sol abzuheben und in der nächsten Wechselstube in US-Dollar umzutauschen. Wir kommen uns vor wie zwielichtige Geldwäscher - rein in die Wechselstube, Soles auf den Tisch, Wechselkurs analog auf dem Taschenrechner besprechen, US Dollar raus, rein in den Bauchbeutel (ganz ohne Ausweis oder sonst etwas).
Wir fühlen uns etwas unwohl so viel Bargeld mitzuschleppen. Finanziell lohnt sich das für uns aber dermaßen, dass wir das Risiko gerne eingehen. Durch dieses Wechselspiel werden wir mindestens 30% weniger Ausgaben haben. 💰Read more

















TravelerKlingt wild mit dem Geld wechseln 💰😂
TravelerJa, ist es. Vorallem noch immer den Kurs überall nachfragen und hoffen, dass man nicht gelinkt wird 😃
Traveler
❤️