Weiter Richtung Norden 🧭🛣️
19.–20. feb., Sverige ⋅ ☁️ -19 °C
Die Hoffnung nach einer entspannten Nacht, blieb leider auf der Strecke. 🤨 Gegen 1:30 Uhr merke ich, wie die Kälte unter die Bettdecke kroch. 🥶 Im Halbschlaf und mit der Kopflampe 🔦 bewaffnet, ging ich auf Spurensuche. 🕵️
Der Übeltäter war schnell gefunden. 💪Die Aufbaubatterie (dient u.a. zur Versorgung des Wohnraumes) zeigt 0️⃣ % an. Dadurch läuft der Ventilator der Heizung nicht an und bringt somit auch keine Wärme ins Fahrzeug. 🙄 Währenddessen sinkt die Temperatur minütlich. Wir sind quasi dabei Tiefkühlware zu werden. 🥶
Ich versuche Lena zu wecken, die aber lieber meint sich wieder umzudrehen. 😴 Deckenentzug und ein paar Schüttler später, erbarmt sie sich doch aufzustehen. Da unser Stellplatz keine Lademöglichkeit 🔋 bietet und wir nicht mehr sonderlich viel Sprit im Tank haben, gibt es nur eine Option -> Wir müssen umziehen und zwar sofort! ⏳🚨
Die Handschläge sitzen, jeder hat seine Aufgabe. 💪 Nach dem die letzten herumfliegenden Gegenstände 🍾🍶🎲sicher verstaut wurden, sind wir abfahrtbereit für die nächtliche Irrfahrt. 🌃
Zum Glück dauert die Expedition „Finde den Strom“ nur knapp 1️⃣5️⃣ Minuten. Lena ist wieder voll bei mir und navigiert uns über ihr Handy 📲 zum nächsten Stellplatz. 🔝
Nachdem wir am Stecker 🔌 hängen, wird das Nötigste wieder ausgeräumt, die Heizung 🌡️ auf Funktion überprüft und wieder ins Bett geschlüpft. 🥱
Am nächsten Morgen ☀️ fühlen wir uns trotzdem, als hätten wir die Nacht durchgefeiert. 🥳 Eine spontane Umzugsaktion 📦 🚐 halb zwei morgens, gehört definitiv nicht zu unseren Lieblings - Freizeitaktivitäten. 😵💫
Nach einem ausgedehnten Frühstück 🍳 und einer extra großen Portion Kaffee ☕️ machen wir uns wieder auf den Weg Richtung Norden.
🧭 Zuvor soll allerdings noch der Grauwassertank geleert werden. 🧽🍴
Wir fahren über die Entleerstation, Schieber auf und leer laufen lassen. 💦 So zumindest die Theorie. 💡 Die Praxis funktionierte nur bis zur Positionierung. Trotz Beheizung, ist der Schieber eingefroren und lässt sich nicht öffnen. Meine Laune sinkt ähnlich den Temperaturen, in den minus Bereich. 😡 ➖
Für lange Überlegungen haben wir keine Zeit, es ist bereits Mittag. 🕛 Wir bewegen Nilson also erstmal auf die Straße. 🛣️ Es geht entlang des wunderschönen Vättern, der ruhig neben uns liegt, während wir innerlich noch versuchen, in diesem Tag 📅 anzukommen. 😤
Lena befragt das Internet 🛜 nach sinnvollen Informationen zu eingefroren Tanks. Die Antworten besagen ganz klar - fahren fahren fahren. Die Abwärme des Motors regelt das Problem. 🤨🤔
Gut also, das wir für die nächsten Tage sowieso „Fahrtage“ eingeplant haben. Das bedeutet, dass wir Strecke machen wollen. Es gibt nur die Richtung Norden 🧭, aber vorerst kein besonderes Ziel - einfach Kilometer sammeln. 1️⃣ 2️⃣ 3️⃣
Ein paar Stunden später, meldet sich unser knurrender Magen. 🤤 Wir nutzen die Chance, um einen weiteren Punkt auf unserer Liste 📋abzuhaken. Ein Besuch unseren schwedischen Lieblingsladen IKEA steht an. 🤩🤩
Diesen Laden zu betreten, ohne etwas zu kaufen ist theoretisch möglich, praktisch aber reine Fantasie. Irgendetwas landet doch immer im Wagen. 🛒 🫣 Bevor also eine Blumenvase 🏺 oder Kerzen 🕯️im Beutel laden, nutzen wir jede mögliche Abkürzung der bekannten Wegführung 🪧 und landen schneller als geplant am eigentlichen Ziel 🏁 - dem IKEA Restaurant.
Wir gönnen uns selbstverständlich Köttbullar mit Kartoffelbrei und Mischgemüse. 🤤🤤 Die jeweils 1️⃣2️⃣ runden Bällchen mit Beilage kosten 8€ und lassen uns direkt ins Fresskoma verfallen. 🫃
Anschließend geht es wieder auf den Highway E4. Insgesamt spulen wir an diesem Tag 6️⃣0️⃣0️⃣ Kilometer ab. Nach 7️⃣ Stunden im Auto 🚐 beschließen wir, dass unser Durchhaltevermögen für heute ausreichend unter Beweis gestellt wurde. Der Tank konnte zwischendurch auch geleert werden, danke Internet. 🛜 🙏🏽 🤭
Wir suchen uns einen Schlafplatz in einem niedlichen verschneiten Dorf, etwas abseits des Trubels. ☺️ Nach 2️⃣0️⃣ Minuten Waldweg fahren, stellen wir fest, dass es wohl etwas zu abgelegen ist - der Stellplatz ist nämlich nicht geräumt. ❄️ 😬 Und so landen wir etwas später spontan auf einem Rastplatz am „Ångersjöns See“ in „Enånger“.
Zwischen einigen LKWs finden wir eine kleine Lücke für uns und unseren Gefährten. 🚐
Es schneit ununterbrochen und das Thermometer 🌡️ zeigt mittlerweile -17 Grad an. 🥶 Der Abend verläuft angenehm ruhig, die Nacht eher weniger. Wiederholt werde ich nachts wach und muss gegen 2:30 Uhr nach draußen. Die Batterie 🔋hat noch Saft, aber das Gas ist leer. Andere Ursache, gleiches Problem - wir haben keine Heizung. 😵💫😬
Die Flasche war zwar schnell gewechselt, aber die Finger ✋ kaum noch zu spüren. Heizung auf Volllast und für ein paar Stunden wieder ins Bett kuscheln. 🤗
Am Morgen darauf starten wir bei -19 Grad in den Tag. ⛄️ Frühstücken, abwaschen, fertig machen und zusammen räumen. Der tägliche Ablauf wird Tag für Tag besser. 💪 Gegen 09:00 Uhr sind wir bereits wieder auf der Bahn. 🏠
Auch heute haben wir kein festes Ziel. 🏁 Wir fahren und fahren und fahren…. Überqueren währenddessen eine der längsten Hängebrücken 🌉 der Welt (Höga Kustenbron / 1.867m) und sind begeistert von dem eingefrorenen „Dockstafjärden“. Angehalten wird nur zum tanken ⛽️, Toilettengang 🚻 und Kaffee-/ Essenspause. 🥘 Dieses Konzept funktioniert erstaunlich gut. 🔝
Besonders die Stops an Tankstellen, sind für mich beneidenswert. 😕😖 Hier kommen die Leute nicht mit Autos, Fahrrädern oder zu Fuß vorbei, sondern nahezu alle mit einem Schneemobil. 🤩🤩 Verschiedene Farben, lauter Auspuff 💥, mit oder ohne Kinderschlitten dran… Die Dinger sind der absolute Wahnsinn. 😍 Straßen werden übrigens auch nicht benötigt, man fährt einfach querfeldein. 🤷🏼♂️
Nach einbrechender Dunkelheit, weiteren 7️⃣ Stunden und nochmals rund 600 Kilometern, erreichen wir den Ort „Byske“. Der (noch) ruhige kostenlose Stellplatz 🅿️ befindet sich direkt an der „Byske Church“. ⛪️ Neben einen weiteren Camper reihen wir uns ein und machen alles für die Nacht fertig. ✔️ Die Batterie hat ausreichend Strom, das Gas ist voll, nichts steht einer entspannten Nacht im Weg. 🌙
Doch gegen 22:00 Uhr verwandelt sich der Rundkurs um die Kirche zu einer Art inoffizielles Dorf-Drift-Festival. 🚗 💨 Die Jungs haben anscheinend zu oft Fast and the Furios geschaut 📺 und testen jetzt ihre heckangetrieben Fahrzeuge auf Herz und Nieren. Filmtitel: „Welches Auto rutscht besser an parkenden Fahrzeugen vorbei, ohne sie zu berühren“. 🙄🫨
Unserem Stellplatznachbar Sven versucht mit den 12-jährigen zu sprechen, allerdings mit mäßigen Erfolg. Die sehen es eher als Provokation 🤬 und verkürzen den Abstand zwischen Ihren und unseren Fahrzeugen. Da wir vernünftig (und klar in der Unterzahl 😅) sind, streichen wir die Segel und weichen erneut auf einen nahegelegen Rastplatz 🅿️ aus.
Dort treffen wir überraschend auch auf unsere ehemaligen Stellplatz-Nachbarn. 😇 Auch sie hatten spontan das Bedürfnis, nach mehr Ruhe. Wir kommen ins Gespräch 🗣️ und werden kurzerhand in ihren Camper 🚐 eingeladen. Die beiden (Tanja und Sven) sind für drei Wochen unterwegs und haben ebenfalls Norwegen 🇳🇴 als Ziel.
Wir verbringen noch einige sehr unterhaltsame Stunden zusammen. 🤣😂 Gesprächsthemen gibt es genügend und Sven hat auch ausreichend Getränke an Board. 🍻 Gegen 01:00 Uhr verabschieden wir uns schließlich und wechseln zurück in unser Wohnmobil. 🔁🚐
Wir kuscheln uns ins Bett 🛌 und hoffen, dass diese Nacht ohne weitere Vorkommnisse verläuft. 😴🌓Læs mere























