Görch in Chile

Joined October 2017Living in: Rietberg, Deutschland
  • Day32

    Der Abspann

    March 21 in Chile

    Eigentlich bin ich mit der Reise am Ende. Die ungewollte Verkürzung im Cajón sollte mich nun zum vielempfohlenen Stadtspaziergang durch Santiago führen.
    Die Hauptstadt war bisher für mich nur Versorgungsstation und notwendiges Übel. Ich fahre ja auch nicht nach Berlin wegen der Luft. Nähere Recherchen ergaben durchaus zwei ansatzweise reizvolle Ziele: Den Cerro St. Lucia und den Cerro San Cristóbal. Den ersten Hügel umrahmt eine Parkanlage, die für ein gastronomisches Event geschlossen ist. Kenne ich schon. Kann ich mit umgehen. Dafür habe ich dann den Cerro San Cristóbal nicht auf der Normalroute sondern weglos und allein erklommen. Diesmal waren Erfahrung und Fingerfertigkeit gefragt. Der Ausblick auf die Stadt erscheint dem Kenner einzigartig und eröffnet neue Perspektiven, dem Wanderer als Moloch, der in klarem Kontrast zu der östlich aufragenden Bergkette steht. Ich erinnere mich gern an das Wochenende auf dem Cerro de la Cruz. Unten bereiten die Gastronomen im Barrio Bellavista das kommende Nightlife vor. Das Leben auf den Märkten mag ich. Gern genieße ich die Gerüche an den Fischständen. Die Gemüsehändler haben ihre Waren sorgfältig gestapelt. Ich möchte am liebsten darin schwimmen.
    Am Schluss noch das Museo precolumbino mit sehenswerten Artefakten des Kontinents aus der Zeit vor der europäischen Entdeckung.
    Nicht zu übersehen für einen Tagestouristen sind die Dinge, die hier nur schwierig funktionieren oder nicht. Ich fühle mich immer wieder herausgefordert, um Prozesse zu verbessern, weil das so einfach wäre. Aber das will hier keiner wissen. Und ich bleibe sprachlos. Vielleicht muss ich auch einfach mal wieder weiter.

    Und was wird dein nächster Weg sein?
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  • Day6

    Cajón del Maipo

    March 19 in Chile

    Bevor ich gleich weiter gehen muss, berichte ich noch schnell von gestern:
    Am Sonntag ziehen die Hauptstädter raus aufs Land. Somit befand ich mich mit ihnen auf dem Weg in den Cajón del Maipo südöstlich von Santiago. Während der Dunst am Morgen die Sicht verwehrte, klarte es bei Ankunft im Gebirge auf. Was ich zu sehen bekam war schon fast kitschig-schön. Auf dem Rio Maipo kann man raften, in den Bergen wandern und klettern und die Radfahrer treffen sich hier auch. Am Eingang zum Park El Morado hinterließ ich meinen Rucksack nicht, womit klar war, dass ich heute wohl nicht zurückzukehren beabsichtigte. Exakt. Ich hatte Verpflegung für drei Tage dabei. Der Aufstieg zur Lagune war einfach. Mit meinem Gepäck erhielt ich alle Aufmerksamkeit der Sonntagswanderer. So kamen wir auch schnell ins Gespräch. Der Ranger verstand keinen Spaß und trieb alle Wanderer am Abend talwärts. Da war nichts mit Verstecken. Also nahmen mich die vier in ihrem Wagen mit und luden mich in San José ab, wo ich inzwischen eine Herberge gebucht hatte. San José ist sehr touristisch. Am Abend saß ich auf der Plaza und genoss die beste Cazuela der vergangenen Wochen. Das Beste daraus gemacht.Read more

  • Day1

    Vulkanisation

    March 14 in Chile

    Die vergangenen vier Tage verbrachte ich mit der Begehung des Vulkans Descabezado grande im Naturreservat Altos de Lircay. Mir fehlte ein echtes Bergerlebnis bei der Ankunft in Talca. So war ich froh, dass mir im Hostel binnen kürzester Zeit ein Arriero vermittelt wurde, in dessen Begleitung das Unternehmen gelingen sollte. (Das muss aber unter uns bleiben.) Fazit: Es war alles dabei was man sonst nur auf Servus TV zu sehen bekommt - außer Verletzungen. Und auch wenn der dritte Tag 12 Stunden Gehen bereitete, so war die wesentliche Herausforderung eher die Überwindung mentaler Barrieren. Der Boden am Vulkan ist mit Kies aus weißem Bimsstein bedeckt. Schön anzuschauen im Mondlicht, aber ab 40 Grad Steigung allenfalls zum Herunterrutschen geeignet. Das Gefühl von Erleichterung am Ziel war unbeschreiblich. Alle Last des Aufstiegs war innerhalb von wenigen Minuten vergessen und mit dem Frühstück kehrte auch die Kraft zurück. "Jetzt was Warmes." dachte ich bei mir, aber so ein Vulkan kann eben nur An oder Aus. Ich wurde mit einem herrlichen Ausblick auf hundert Gipfel und Sicht in einen Krater mit 1,5 km Durchmesser belohnt.
    Die nächste Vulkanisation ist auch fällig - an meinen Schuhsohlen.
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  • Day1

    Osorno mio

    March 6 in Chile

    Nein, so ganz mein kannst du nicht sein, Osorno, du Schönster aller Kegel des Landes. Das hat die Regierung passend zu meiner Ankunft verhindert zum Schutz der Gletscher (oder auch zu meinem). Dafür habe ich drei schöne Tage inmitten der Seenregion verbracht. Vom Ausgangspunkt Puerto Varas (deutsch geprägt seit dem 19. Jhdt) nach Osten am Lago Llanquihue campen, 10m bis zum Wasser mit Vulkanblick. Für das Erreichen der Nationalparks in der Umgebung reicht das öffentliche Verkehrsnetz nicht. Also wieder Trampen für einen Tagesausflug zu den Saltados de Petrohué bzw. auf die Nordseite des Vulkans für einen Tagestrek über den Paso Desolación mit Blick auf den Lago Todos los Santos. So habe ich aus dem Osorno-Erlebnis eine runde Sache gemacht.Read more

  • Day1

    Santiago otra vez

    February 18 in Chile

    Zwischendurch muss ich mich von der langen Busfahrt erholen. Das geht bestens mit Bewegung. So machte ich dank Gabis guter Ideen eine 2-Tages-Tour von Peñalolen durch die Quebrada de Macul zum Cerro de la Cruz. Dazu stieg ich auf 2550m hoch. Es war sommerlich heiß, aber spätestens zum Sonnenuntergang wollte ich dort sein. In den Wassern der Schlucht vergnügten sich einige Familien mit ihren Kindern bis es durch Wald und vorbei an Hochland-Kletter-Kühen ins Gebirge ging. Ab dann traf ich nur noch vereinzelt jemand, der wie ich dort die Nacht verbringen wollte. Um 20:30 Uhr erreichte ich den Gipfel und genoss die Aussicht. Alle Anstrengungen hatten sich gelohnt. Das Zelt konnte ich mit Schnüren sichern, die ich um die bereitliegenden Steine wickelte, weil man hier keine Heringe in den Boden schlagen kann. Die Nacht war warm und ruhig, der Morgen schon ab 8:00 Uhr wieder voller Sonne. Also Abstieg zum Ausgangspunkt. Schönes Wochenende.Read more

  • Day1

    Arica

    February 14 in Chile

    Mein Bericht aus Arica ist schnell erzählt: Eigentlich wollte ich nur hindurchreisen. Die logistischen Bedingungen erforderten nun die unvermeidlichen Begegnungen mit zahlreichen, gutgelaunten Reisenden aus Frankreich, der Schweiz, Wales, Deutschland und Chile hier im Hostal Sunny Days.
    Den gestrigen Tag verbrachte ich mit Jürgen aus Bad Tölz in der 167000 Einwohner zählenden Stadt. Jürgen hat viele Berge in den Anden bestiegen und konnte mir gute Tipps geben. Gemeinsam besichtigten wir die von Gustave Eiffel entworfene Kathedrale (Stahl-Holz-Konstruktion, ungewöhnlich) erklimmten wir den El Morro - den Hausberg von Arica und verbrachten viel Zeit am Strand, um mit aufkommender Brandung die hereinströmenden Tiere zu beobachten. Die Stadt ist quirlig und in der Fußgängerzone teilweise karnevalistisch geprägt. Der große Umzug war schon Ende Januar. Da die Meeresfrüchte hier besonders frisch sind, habe ich die erste Flunder meines Lebens gegessen kombiniert mit einer Soße aus Mariscos. Genug Eiweiß für eine Woche Trekking. Heute fährt's weiter.Read more

  • Day1

    Putre

    February 11 in Chile

    Seit sechs Tagen bin ich in dem Dorf Putre am Rand des Lauca Nationalparks. Hier wohnen 1500 Menschen. Es ist für die Bewohner der umliegenden Dörfer die wichtigste Versorgungsstation. Eine Tankstelle gibt es hier nicht. Dazu muss man nach Arica fahren, was drei Stunden Fahrzeit bedeutet. Es gibt aber eine Schule, in der die Kinder nach Bedarf auch in der Sprache Aymara unterrichtet werden. Die Lehrerin kommt dann extra aus Arica. Der gleichnamige Stamm der Indianer ist in vielen kleinen Dörfern auf dem Altiplano noch vertreten.
    Geografen nennen das hier eine semi-aride Zone. Die Temperaturen schwanken ganzjährig zwischen 20-25 Grad von Nacht zu Tag. Wir hatten ca. 5 Grad nachts. Die Vegetation ist nicht üppig aber durchaus genügend für eine reiche Vielfalt an Tieren.
    Mein Anlass hier zu sein war die Höhe (3550m) und die Anpassung daran. Dies Abenteuer dauerte auch bis vorgestern an und wird immer wieder spannend, sobald ich etwas körperlich anstrengendes unternehme. Der 1.Tag führte mich auf den Cerro Pitacane. Unterwegs entdeckte ich Felszeichnungen der Aymara. Vom 2.Tag am Lago Chungará berichtete ich. Am dritten unternahm ich eine Wanderung zu einem Wasserfall mit dortigem Picknick. Am 4.Tag machten wir bei ungünstigen Wetterverhältnissen eine Rundfahrt über den Altiplano mit erstmaligem Überschreiten der 5000m. Heute bin ich zu den Termas de Jurasi gegangen, um auf 4000m in heißem Wasser zu baden. Ich war mittags fast allein. Dabei ist Baden oder Schwimmen in Chile nicht so selbstverständlich wie bei uns, weil die Dichte mit Gelegenheiten fehlt.
    Für mich waren die Tage entspannend, weil es angenehme Kontakte gab und ich schöne Landschaften in einer erhofften Andersartigkeit begehen durfte. Danke, Putre.
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  • Day0

    Zum Lago Chungará

    February 8 in Chile

    Heute fuhren wir mit Flavio von Putre zum Lago Chungará und damit durch den Nationalpark Lauca. Die Reise führte uns durch die Präkordillere, auf den Altiplano und zu den Anden. Wir beeilten uns morgens in dem Wissen, dass der Wind die Wolken tagsüber immer vom Atlantik (Osten) über die Andenkordillere treiben wird. Wir sahen auf dem Hinweg Flamingos, Vicuñas, Alpakas, Lamas und Andean Galls. Zum Glück konnten wir die Zwillingsvulkane Pomerape (Pumaspitze) und Parinacota (Flamingoküste) noch wolkenfrei ablichten. Am Lago Chungara (See von Moos und Steinen) sahen wir den Tagua gigantes (Gänseart) beim Nestbau zu. Außerdem konnten wir uns von Weitem von der Aktivität des Vulkans Guallatiri überzeugen. Weiter zu den Lagunas Cotacotani, die unter anderem auch der Wasserspeicher für Putre sind. Hier pflückten wir das Kraut Chachacoma, das blutdrucksenkende Eigenschaften haben soll, in jedem Fall aber den Geschmack unseres reichlich konsumierten Matetees (Coca) verbesserten. Mal nebenbei: Wir bewegten uns heute auf 4400-4600m Höhe. Das war für unsere Begleiter jenseits der 70 Jahren schon heftig. Von den Lagunas zum lost place Parinacota. In diesem Dorf wohnen noch 15 Personen. Sie fertigen Kleidung und Dekoration aus Wolle, damit es die Tagestouristen kaufen. Das Bild zeigt die Kirche. Die zugehörige Legende erzähle ich euch bei Bedarf live. Flavio führte uns dann zu einer Vizcacha-Kolonie. Diese kaninchenähnlichen Tiere haben es mir am meisten angetan, weil sie sich wie Kängurus bewegen. Bis auf zwei Meter ließen sie uns bei den Las Cuevas (Höhlen) heran. Auf dem letzten Abschnitt ließen wir uns in die Technik der Vizcuña-Jagd einweisen: Treibjagd auf eine Falle zu (siehe Foto mit der Steinmauer). Die Tiere bemerken den fehlenden Ausweg zu spät.
    Für mich war der Tag keine "Tourifalle", sondern mit Sicherheit einer der Höhepunkte der gesamten Reise.
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  • Day1

    Start

    February 4 in Chile

    Kurz vor dem Ende des Wochenendes meine Zusammenfassung der ersten drei Tage:
    Der Start ist gelungen. Dank Jürgens Tipp habe ich in Providéncia gut geschlafen und gefrühstückt. Omar und Francisco vom El Gallo con Tacones haben aus einem problematisch wirkenden Haus eine Oase der Recreation geschaffen. Ich fühlte mich sofort wohl und gut informiert bzgl meiner Möglichkeiten am Ort.
    Santiago wirkt auf mich gar nicht so anders als gewohnt. Die Menschen sind interkulturell reich gemischt. Inzwischen gibt es auch dunkelhäutige Zuwanderer aus Haiti, denen die Chilenen jedoch zurückhaltend begegnen. Mir gegenüber haben sich alle Hauptstädter hilfsbereit und zuvorkommend verhalten. Das kommt mir aufgrund meiner bisherigen Spanischkenntnisse sehr entgegen.
    Gestern habe ich Peñalolen, communidad ecológica, und Gabi kennengelernt. Das war früher eine Hippie-Gemeinde. Gabi lebt dort mit ihrem Adoptivsohn seit wenigen Monaten und macht mich etwas neidisch, weil auf dem Weg dahin erstmals die ersehnten Berge zu sehen waren. In der City erahnte ich sie nie.
    Heute mache ich einen Ausflug nach Valparaíso. Zur Zeit sitze ich im ältesten Ascensor (Aufzug) der Stadt - Reina Victoria. Den musste ich tatsächlich benutzen, um meine Route durch die Altstadt zu nehmen. Dabei hatte ich mich schon auf ein schönes Treppentraining bei 30 Grad Celsius gefreut. Die Bilder sprechen für sich, die Geruchsbeschreibung entfällt heute.
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