• Crater Lake NP OR

    30–31 oct. 2025, États Unis ⋅ ☁️ 9 °C

    Bevor es weitergeht erst mal noch ein Lob für das Motel. Alt, die Möbel etwas verwohnt, aber alles sauber, Bettwäsche und Handtücher frisch gewaschen und ohne Flecken und der TV mit den wichtigsten Kanälen. Außerdem wurde kein Frühstück im Angebot genannt, aber es gab am Morgen Kaffee (brauch ich ja nicht) und frische Muffins an der Rezeption. Mein Glück, das gerade mal 5 Tage alte "Ryebread" hat so lange Haare bekommen, ich hab schon überlegt ob ich Ihm einen Pony schneide oder Zöpfchen flechte, entscheide mich aber doch fürs Entsorgen. Gibt es halt den Muffin zum Frühstück. Heute steht "nur" die Überwindung von 254 Meilen zum nächsten Ort an. Wird wieder ein Motel6, da die NPS CPs in der Gegend seit dem 16. September die Saison beendet haben, die State Park Plätze auch schon zu haben oder wegen des Shutdown keine Gäste aufnehmen. Bleiben private CPs, die für einen Parkplatz (die meisten von den Dingern sind asphaltierte Plätze mit der Dichte von normalen Parkplätzen) zwischen 80 und 100 Dollar die Nacht verlangen, dann kann ich auch ins Motel gehen. Irgendwie ist der Tag rum nach dem ich die 254 Meilen plus den Einkauf erledigt habe. Normalerweise geh ich immer erst ins Motel und schaue ob ein kleiner oder großer Kühlschrank im Zimmer ist. Dieses Mal hab ich erst eingekauft um dann festzustellen, das Zimmer hat keinen Kühlschrank obwohl im Angebot vermerkt. Das Zimmer selbst geht so. Auf dem Nachtisch ist noch das verschüttete Getränk vom Vormieter eingetrocknet und das Bettlaken auf der Matratze wurde augenscheinlich nicht getauscht. Zum Glück wird der Kolter zum Zudecken mit zwei sauberen Betttüchern eingepackt. Den Kolter packe ich aus, lege die Betttücher auf das Laken und decke mich wie immer mit meinem Sommerschlafsack zu. Außerdem läßt sich die Klimaanlage nicht abschalten. Mittlerweile muß man ja heizen, wenn die eingestellte Temperatur erreicht ist schaltet sich die Heizung ab und der Lüfter läuft weiter und bläst kalte Luft aufs Bett. Da sich das Ding selbst auf Off nicht abschaltet drücke ich den FI der hier an allen Klimaanlagen dran ist und das Ding schaltet sich komplett aus. Muß nur dran denken wieder den FI einzuschalten sonst suchen die nach meinem Auszug den Fehler wenn die Klimaanlage nicht mehr geht. Die Nacht ist ruhig und ich schlafe wie ein Stein. Am nächsten Tag soll es zum Crater Lake gehen. Da für den Morgen Bodennebel, für den Vormittag und Mittag Hochnebel und erst ab 17 Uhr eine Auflösung des Hochnebels angesagt ist, habe ich es nicht eilig. Ich habe eine hochgelobte Bäckerei vor Ort entdeckt und versuche dort Ryebread zu bekommen. Aber das höchste der Gefühle was man dort kaufen kann ist, wie so oft, labbriges Souerdough Bread. Ich versuche mein Glück und nehme eins mit. Dann geht es los, 73 Meilen zum Crater Lake. Der Crater Lake ist vor 7.700 Jahren durch die Eruption einer Magma Kammer unterm Mount Mazama entstanden. Als die Eruption beendet war und die Magma Kammer unterm Berg leer, stürzte der ehemals höchste Berg Amerikas (12.000 feet) ein und der Krater formte den tiefsten See Amerikas (1.943 feet tief, 300 feet tiefer als der zweittiefste Lake Tahoe). Das Wasser im See ist nur Regen- und Schneewasser und deswegen ist er der reinste See Amerikas. Im Vergleich zu seiner geringen Fläche (21 square Meilen) beinhaltet der See eine riesige Menge Wasser (5 trillionen gallons). Durch das saubere Wasser erscheint der See so blau (wenn die Sonne scheint) und man kann sehr tief noch Dinge erkennen. Auch wachsen Moos und Bakterien Teppiche in großen Tiefen da bis dahin auch noch das Sonnenlicht gelangt. Leider hat mir das den ganzen Tag gefehlt. Ich komme also zur Mittagszeit am Visitor Center an, schaue den wie immer guten Film an und erfahre das beide Straßen am Kraterrand geschlossen sind wegen des Shutdown. Es sind kein Ranger da die den Schnee wegmachen. Man kann nur an den ersten Aussichtspunkt fahren und den See von da aus anschauen. Das tue ich dann auch. Da eine Auflösung des Hochnebels für 17 Uhr angesagt wurde, drücke ich mich so lange am Kraterrand rum. Erschreckend, um Punkt 17 Uhr kommen die ersten Sonnenstrahlen durch, genau wie von Wetter online vorhergesagt. Allerdings wird es ein Wettrennen und die Sonne verliert gegen den Berg, Sie schafft es nicht mehr in den Krater rein, der See wird leider nicht tiefblau, nur die Felsen werden noch mal schön beleuchtet.
    Das Problem mit der Sonne um 17 Uhr, Sie ist um 18 Uhr verschwunden und alles ist stockdunkel und ich muß 73 Meilen, hauptsächlich durch Wald zurück fahren. Eigentlich hatte ich mir geschworen keine Fahrten bei Nacht, aber was tut man nicht alles für gute Fotos. Mir geht der Arsch auf Grundeis mit meinen zwei Funzeln im stockdunkeln Wald. Natürlich rennen mir zwei mal Hirschkühe vors Auto und ich kann jeweils den Zusammenstoß nur durch harte Bremsungen verhindern. Kein Ami überholt mich obwohl ich zum Teil nur 40 bei erlaubten 55 Meilen fahren. Die werden auch denken, laß den Touri das Reh von der Straße fegen. Irgendwann schaff ich es trotz allem ohne Schaden ins Motel, dann nur noch Duschen, was Essen und ins Bett.
    En savoir plus