• Weltoffenes Refugium am Ärmelkanal

    21. maj, Frankrig ⋅ ☀️ 21 °C

    Bis ins Jahr 1770 hatte Saint-Malo, die berüchtigte Korsarenstadt mit ihren gut zwei Kilometern Stadtmauer, eine ziemlich rabiate Sicherheitspolitik: Jeden Abend um 22 Uhr läutete die Glocke "Noguette" zur Sperrstunde, und die Stadtoffiziellen liessen rund 24 englische Doggen frei – tagsüber bewusst nicht gefüttert, damit sie nachts umso enthusiastischer an den Stränden ausserhalb der Mauern patrouillierten. Das ging einige Generationen gut, bis ein junger Marineoffizier, der etwas zu lange bei seiner Verlobten geblieben war, von der Meute zerfleischt wurde. Daraufhin schaffte die Stadt die Hundepatrouille ab – und vergiftete kurzerhand die ganze Meute. Heute geht es freundlicher zu uns aus dem Saint Malo von damals ist ein Touristenmagnet geworden, die "intra-murs" (Altstadt) zieht Fernreisende eben so wie lokale Schulklassen an, wie wir merken

    Die Stadt drumherum, im Zweiten Weltkrieg übrigens zu rund 80 % zerstört und danach Stein für Stein wieder aufgebaut, wirkt heute zum Glück deutlich hundefreundlicher. Genau so – historisch und sehr elegant – wirkt sie auch auf uns, als wir nach dem vorzüglichen Abendessen im "Monsieur Madame" gemütlich über die langen Stadtmauern zurück zum Hotel schlängeln. Naturpool unter uns, unsere Fähre für morgen weiter draussen vor Anker, ringsum eine ganze Wolke von Insekten (hmm, Proteine an der Brille und auch mal im Mund 😀) – und mittendrin erleben wir Skyes ersten Abend am Meer, während sich die Sonne langsam in Schleierwolken senkt. Wir nehmen alles mit, was nach zwei intensiven Reisetagen noch reingeht, ehe wir müde ins Bett fallen. Morgen heisst es früh Tagwach – dann beginnen die Ferien für uns drei so richtig. Wir sind bereit, die Inseln zusammen mit Skye nochmals ganz neu zu erkunden.
    Liebe Grüsse aus dem weltoffenen, bretonischen Saint-Malo 🐾
    Læs mere