• Oh Ferry, cross.... 🚢

    22. maj, Jersey ⋅ 🌙 15 °C

    "So ferry, cross the Mersey..." – diesen Ohrwurm von Gerry and the Pacemakers kommt mir in den Kopf, wenn ich an Fähren denke. Auch während wir am Gare Maritime du Naye in Saint-Malo brav in unserer Spur stehen und warten. Zwei volle Stunden Wartezeit, danach zwei Stunden Überfahrt: Pässe vorzeigen, Veterinärzertifikat vorzeigen, Auto in die Schlange einreihen, dann sitzen, dann nochmal sitzen, dann immer noch sitzen. So lange, dass wir aussteigen und die Autokolonne rauf und runter laufen. Brittany Ferries arbeitet das alles gewissenhaft ab, aber unterm Strich wirkt die ganze Choreografie umständlich – allein an Bord zu kommen dauert fast so lange wie die eigentliche Fahrt. Die Mersey-Fähre zwischen Liverpool und Birkenhead bleibt für mich übrigens das Highlight unter den Fährfahrten überhaupt, es könnte sein, dass da schon was in Planung ist 😉 – aber heute ist eben Atlantik, nicht Mersey, und auch das ist gut so.
    Endlich an Bord. Das Wetter ist ein Geschenk: strahlend blauer Himmel, kaum Wellen (super für Sonja, die trotzdem mit Kaugummi und Meditation gut gewappnet ist), die französische Küste verabschiedet sich im sanften Morgenlicht, die Temperaturen sind noch sehr angenehm. Knapp eine Stunde später wächst die Silhouette von Jersey am rechten Horizont aus dem Meer, ein paar Minuten später auch jene von Sark und Herm (2 kleinere Kanalinseln), bis dann schlussendlich die ersten farbigen Hafenhäuser von St. Peter Port zu sehen sind – das Castle Cornet auf seiner Mole, eine Hafenkulisse wie aus dem Bilderbuch. 7 Jahre ist es her, dass Sonja, Jack und ich die Insel besucht haben – fantastisches Gefühl, wieder hier zu sein 😀☀️
    Erste Aufgabe an Land: das Linksverkehr-Gehirn einschalten und gleich zum Admiral Park rollen. Pets at Home ist auf Guernsey unsere Adresse für Hundefutter – und eine Insel-Ferienwoche ohne ausreichend Vorrat wollen wir uns nun wirklich nicht antun. Fünf Minuten vom Hafen, Sack geschultert, Kasse, zurück zum Auto. Erledigt. 🦴
    Und dann ab an die Nordküste nach Pembroke Bay. Ein erster kleiner Walk, nach all den Stunden Sitzen und Warten und Schiffsfahren, ist für uns alle überfällig. Pembroke Bay ist eine dieser weiten, flachen Buchten, wie es sie auf Guernsey im Norden viele gibt: heller Sand, sanfte Dünen, und in diesem Fall leicht hinter der Küste der riesige Golfplatz des Royal Golfclub Guernsey.
    Skye bleibt heute an der Leine – die ersten Eindrücke vom Meer wollen gut verdaut sein, und davon gibt es genug: das Tosen der Wellen 🌊, der salzige Wind im Pelz, die ungewohnten Geräusche, der Sand unter den Pfoten. Wir bleiben erst einmal ein paar Meter vom Wasser entfernt stehen und lassen ihn und uns ankommen. Die Nase im Wind prüft Skye das Ganze sehr gründlich. Border Collies sind eben Beobachter, bevor sie etwas Neues annehmen, was bei unberechenbarem Salzwasser nicht dumm ist.
    Sonja und ich lassen ihm die Zeit, gehen langsam mit, und Gerry Marsden klingt mir leise weiter im Ohr nach: "Life goes on day after day...", wir sind da und das längste Ferry Crossing ist geschafft. ⛴
    Liebe Grüsse aus St. Peter Port
    Læs mere