• Sand im Schuh und Reptilien im Baum

    May 11 in Australia ⋅ ☁️ 26 °C

    Auch wenn man das nach den Bildern gestern nicht zwingend folgern kann: Wir sind nicht (nur) wegen der Delfine hier. Direkt um die Ecke ist der François-Péron-Nationalpark. Die rund 525 km² große Halbinsel diente historisch als Schaffarm, bevor 1990 die Regierung das Land zurückkaufte und es als Nationalpark deklarierte. Die Halbinsel wurde mittels eines Elektrozauns vom Festland abgetrennt, eingeschleppten Raubtiere wie Füchse und Wildkatzen wurden mittels Fallen oder Giftköder ausgerottet, um dann bedrohte heimische Tierarten anzusiedeln.

    Ein paar Kilometer kann man mit einem normalen PKW in den Park fahren, dann ist für die Sandpiste zwingend ein Allradantrieb nötig. Da wir den nicht haben, fährt uns heute Jens. Es dauert nicht lange, bis wir drei Kreuze machen, dass Patrick uns diese Empfehlung mit auf den Weg gegeben hat. Selbstfahren ist auch mit dem richtigen Material ein Abenteuer. Nach ca. 40 Minuten im Park haben sich vor uns gleich mehrere Autos festgefahren. Mit vereinten Kräften bekommen wir die Straße wieder frei, eine gute halbe Stunde hat das trotzdem gekostet. Auf der weiteren Strecke werden wir ziemlich durchgeschüttelt. Jens lenkt uns mit seinen Fakten und Anekdoten rund um den Park gut ab und findet unterwegs sogar noch das ein oder andere Reptil im Baum.

    Fast 2,5 Stunden brauchen wir von unserem Treffpunkt in Denham bis zum Cape Peron, der Spitze der Halbinsel. Doch die Mühe lohnt sich. Wir werden mit spektakulären Farbkontrasten zwischen dem türkisfarbenen Meer, dem hellen Sandstrand und dem roten Sand des Parks belohnt. Schwer zu erklären, dieses Gesamtkunstwerk, also schauts euch am besten selbst an.

    Wir wandern zwischen Dünen, Klippen, Stränden umher, immer ein Auge auf den Boden und eins in die Weite: Eine Kormoransiedlung, ein paar Riffhaie, Meeresschildkröten, definitiv ein Rochen und sogar ein Zitronenhai, der einen schon anknabbern könnte, wenn er wollte, und wir nicht aus 20 Meter Höhe von einer Klippe auf ihn runtergucken würden. Jens überzieht unsere Halbtagstour um Längen. Wir sagen danke, das war ziemlich großartig.

    Und zum Schluss noch ein Shout-out nach Hochheim. Gila hat sich als Geburtshelferin für unsere Halsbandleguane betätigt. 1000 Dank und 5x Happy Birthday.
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