• Fleischbällchen und weisse Kathedrale 😊

    September 23, 2025 in Sweden ⋅ ⛅ 10 °C

    Dienstag, 8 Uhr, 5 Grad, windig, aber fast wolkenlos und damit richtig schön.

    Hinter uns liegt eine stürmische Nacht. Doch das Unwetter hat offenbar eine nützliche Nebenwirkung gehabt.
    Die dicken Regenwolken sind verschwunden.
    Stattdessen ziehen laut schnatternde Gänse in perfekter V-Formation über uns hinweg. Das Feld hinter uns ist derzeit so etwas wie ein internationaler Flughafen für Federvieh: Ankunft, Abflug, Zwischenstopp – alles dabei. Man möchte fast meinen, sie halten dort noch schnell eine Routenbesprechung ab, bevor sie weiterziehen.

    Unser Ziel heute; Härnösand.
    Die Fahrt dorthin führt uns über die E4 entlang der berühmten „Höga Kusten“. Die Strecke ist hügelig, teilweise felsig und…immer wieder beeindruckend.
    In Docksta legen wir traditionell unseren Mittagshalt ein, im Restaurant „Docksta Baren“, unserer persönlichen „Stammbeiz“.
    Punkt 12 Uhr parken wir zwischen den LKW’s, die hier ebenfalls zur Pause einkehren. Auf dem Menü steht heute: Köttbullar med potatis/Fleischbällchen mit Kartoffeln. Dazu Salatbuffet, Kaffee, Kuchen und Getränke – alles für rund 25 Franken. Preiswert, sättigend, und vor allem: lecker. 😋

    Gestärkt machen wir einen kurzen Abstecher von der E4. Beim „Hotel High Coast“ geniessen wir den Ausblick auf die imposante Högakustenbron. Das Wetter meint es gut mit uns, und so haben wir freie Sicht auf den Fluss Ångermanälven, die vorgelagerten Inseln und natürlich die Brücke selbst.
    Ein paar Fakten für die Statistikfreunde: eröffnet 1997, Länge 1’867 Meter, Höhe 186 Meter, Fahrbahn 40 Meter über dem Wasser und damit das zweithöchste Bauwerk Schwedens.

    Am Nachmittag erreichen wir Härnösand und beziehen…natürlich traditionsgemäss…unseren Stellplatz im Nattvikenhamn, direkt am Wasser. Von dort starten wir zu einem Stadtbummel.
    Aktuell wird die Hauptbrücke zur Innenstadt saniert. Die Schweden haben die Sache pragmatisch gelöst, direkt daneben wurde kurzerhand ein Provisorium gebaut.

    Die Fussgängerzone lädt zum „Käfele ond Lädele“ ein und führt direkt zum zentralen „Stora Torget“. Hier säumen prachtvolle Gebäude aus der Zeit um 1900 den Platz. Besonders sehenswert: die weisse Kathedrale von 1846. Sie ist zwar die kleinste Kathedrale Schwedens, gilt aber dennoch als eines der bedeutendsten Gotteshäuser des Landes. Gleich daneben steht das Rathaus von 1791, das als das schönste Rathaus Schwedens bezeichnet wird. Unser Rundgang endet am ehemaligen Gerichtsgebäude im Jugendstil von 1905, das heute als Gesundheitszentrum dient…eine ziemlich charmante Zweckänderung🫣😅.

    Unser Fazit: Härnösand ist überschaubar, freundlich und gemütlich. Genau die richtige Mischung, um den Tag nach stürmischer Nacht, Baustellenautobahn und Fleischbällchenmahlzeit ausklingen zu lassen. 🥰
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