• Exkursion Insel Härnön…

    24. September 2025 in Schweden ⋅ 🌙 12 °C

    Mittwoch, 9 Uhr, 8 Grad, Sonnen-Wolken-Mix…

    Wir haben beschlossen: Heute erobern wir die kleine Insel Härnön! Los geht’s.

    Zuerst hoch auf den Berg, 175 Meter über dem Meeresspiegel. Oben erwarten uns schon zwei hübsche Rehe – wahrscheinlich unser persönliches Begrüssungskomitee.

    Am Gipfel steht der Aussichtsturm „utsiktstorn“.
    Von hier aus kann man ganz Härnösand sehen, das südliche Sund, das Skigebiet und…leider eine Armee von Windrädern.

    Noch was zum Turm;
    Das heutige Turmgebäude wurde 2007 gebaut, es gibt nebst der Treppen sogar einen Lift nach oben…nobel nobel…
    Der Turm soll in seiner Form an eine „vårdkase“ erinnern.
    Das war in früheren Zeiten ein Signalfeuer, das auf Hügeln oder Bergen errichtet wurde, um bei Gefahr oder zur Warnung sichtbare Signale zu senden.

    Danach kurven wir den Berg wieder runter, nochmals an den Rehen vorbei und avisieren das nächste Ziel: Das Naturreservat „Smitingen“ mit mega tollem Badestrand und jenster Wanderrouten.

    Das ganze Naturreservat soll ein spannendes Gebiet sein, wo man viel entdecken kann, Höhlen, Felsvorsprünge, Findlinge und ein See, quasi der Abenteuerpark für Erwachsene.
    Wir entscheiden uns für die „Grottenwanderung“.

    Ein gut begehbarer Weg führt uns zwischen hohen Kiefern hindurch, der Waldboden ist bedeckt von weichem Moos und sämtlichen Beerenstauden die hier gedeihen. Irgendwann kommt eine Abzweigung, die Beschaffenheit des Weges ändert sich abrupt und es wird ein „über Stock-und Stein“-Parcours…was hier keine Redensart, sondern Wirklichkeit ist! Jeder Schritt erinnerte mich daran, dass dies kein einfacher Spaziergang werden wird.

    Je höher wir steigen, desto steiniger wird der Pfad. Glatte Granitblöcke liegen wie riesige Treppen vor uns und meine Hände suchen Halt an den rauen Flächen. Manchmal muss ich mich fast hochziehen, die Knie spüren die Anstrengung, aber gleichzeitig weckt es in mir dieses prickelnde Gefühl von Abenteuer.

    Ja…irgendwie hab ich’s vermutet; die Felsen werden wilder, kantiger, fast wie erstarrte Wellen aus Stein. Zwischen ihnen verbergen sich dunkle Spalten und geheimnisvolle Öffnungen.
    An einigen Stellen hat man vorsichtshalber Seile oder ein kurzes Geländer montiert um einigermassen sicher über allfällige Felsspalten zu gelangen oder die glatten und steilen Felsen zu bewältigen.
    Auf einem Felsenplateau öffnet sich vor uns der Blick auf die Weite der Ostsee. Sehr schön…entspannend und irgendwie beruhigend.
    Nun…wir wollen ja eigentlich die Grotten besichtigen und ehrlich…hm…der Weg wird nicht einfacher.
    Es geht stetig und steil runter. Manchmal setze ich mich einfach auf meinen Hosenboden und rutsche elegant auf den glatt geschliffenen Felsen abwärts. Manchmal bin ich froh steht ein Baum im Weg oder eine starke Wurzel ragt zwischen den Felsen hervor, wo ich mich einfach festhalten kann.
    Unsere Wanderung ist in eine echte Kletterpartie ausgeartet!🫣
    Dann…endlich…mit pochendem Herzen beuge ich mich in die erste Grotte hinein. Die Luft ist kühl, feucht, und es riecht nach uraltem Stein…oder wie in einem alten Kellergewölbe😅
    Wir kraxeln weiter zur zweiten Grotte. Die Formen der Grotten wirken bizarr, ich taste über die glatte Wand und stelle mir vor, wie Wasser und Eis über Jahrtausende dieses Werk geschaffen haben.
    Nun sind wir an einem Punkt…also…eigentlich…ehrlicherweise meine Wenigkeit…
    Der Weg, der mit orangen Punkten immer nur nach unten führt, Richtung Meeresspiegel, wird mir zu Mühsam. Im Endeffekt…ich muss wieder alles rauf klettern…nein…ich mag nicht mehr.
    Hier brechen wir das Unternehmen „Grotten“ ab und machen uns wieder auf den beschwerlichen Weg nach oben.
    Irgendwann bin ich einfach froh wieder auf dem „Stock-und Stein-Weg“ zu sein. Und…jaaa…genau da passiert‘s…irgend eine dicke Wurzel hat sich mich als Opfer ausgesucht, streckt ihre alte Wurzel wie knorrige Finger nach mir, lässt mich stolpern und ich fliege in hohem Bogen, der ganzen Länge nach bäuchlings auf den verwurzelten Waldboden.
    Meine Güte…Ich weiss doch dass ich nicht wirklich gut fliegen kann…aber…landen…noch weniger. Autsch!
    Nun liege ich auf Augenhöhe mit Heidekraut, Heidelbeeren, Pilzen und Preiselbeerstauden und muss nun zuerst die Funktionstüchtigkeit verschiedener Gelenke überprüfen. Alles lässt sich bewegen, eine kleine Schürfwunde am linken Knie konnte ich nicht vermeiden.🩹🫣
    Herzschlag: rasend!
    Alles nochmal gut gelaufen!

    Nach all dem über Stock-und-Stein-Abenteuer: Abendessen deluxe.
    Wir übernachten im Naturreservat und gönnen uns etwas Deftiges: Gschwöuti met Chäs – oder auf gut Deutsch: Pellkartoffeln mit Käse. 🧀😋 Ein Hoch auf die kleinen Freuden nach einem Tag voller waghalsiger Kletterpartien und Abenteuer.

    Fazit: Wanderung über Stock, Stein und Fels, Stolpern, Rutschen, Grotten…alles drin. Jeder Schritt wertvoll, jede Schürfwunde eine Ehrenmedaille. 🥰
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