Kemi bis Rovaniemi-Polarkreis erreicht!
2. januar, Finland ⋅ ⛅ -21 °C
Freitag, 9.30 Uhr, -18 Grad, der morgendliche Himmel scheint zartrosa in babyblau übergehend…
Sonnenaufgang: 10.43
Sonnenuntergang: 14.08
Kaum haben wir die Augen offen, macht sich bei unseren Schweizer Nachbarn bereits hektische Betriebsamkeit bemerkbar.
Zunächst hören wir nur das Knirschen des Schnees unter ihren eiligen Schritten. Dann ein leises Fluchen. Und schliesslich hämmert jemand an unsere Tür als ginge es…ohne jede Übertreibung…um Leben und Tod.🫣
Ich öffne das Fenster und frage nach.
Andy und seine Frau haben sich ausgesperrt. Sie wollten „nur kurz“ in die öffentliche Dusche und waren dementsprechend… sagen wir…hm…minimalistisch bekleidet. Sie hat immerhin noch einen Mantel über dem Pyjama. Aber er…er steht im wahrsten Sinne des Wortes mit abgesägten Hosenbeinen so quasi am „Nordpol“.🥶
Scheiiiiiiii… beeee… und das bei dieser Kälte.
Sie brauchen dringend eine Leiter. Gut! Damit können wir dienen.
Nun ja…die Idee, irgendwo, irgendwie einen Ersatzschlüssel zu verstecken, ist ja an sich schon clever…aber auf dem Dach?!
Oben angekommen muss Andy erst einmal Schnee und Eis wegkratzen um überhaupt an den kleinen Schlüsseltresor zu kommen. Natürlich: zugefroren!
Also eilt mein Schatz heldenhaft mit einer Pfanne heissem Wasser zur Rettung.
Danach klappt es und die Schweizer sind knapp, aber erfolgreich, vor dem sicheren Erfrierungstod bewahrt 🫣😅
Ihr Stubentiger nimmt das ganze Drama übrigens ausgesprochen gelassen. Währenddessen erkundet er die Umgebung, klettert auf die weihnachtlich beleuchtete Tanne oder jagt…selbstverständlich chancenlos…einem Hasen hinterher.
Und wir?…wir rollen weiter gen Norden.
Nun ja…wer Finnland hört, hat automatisch Wald vor Augen.
Und was soll ich sagen? Das Klischee hält stand!💪🏻👍🏻
Zwischen Kemi und Rovaniemi liegen rund hundert Kilometer und gefühlt ebenso viele Schattierungen von Weiss.
Frisch verschneite Wälder säumen die Strasse, endlos, still und beinahe ehrfürchtig.
Willkommen in Finnisch-Lappland.
Ab und zu durchbricht etwas die Monotonie…gut getarnte Rentiere, die zwischen den Bäumen auftauchen, als hätten sie sich extra Mühe gegeben, möglichst dekorativ im Schnee zu stehen. Dann wieder ein Wegweiser zu einer Ortschaft, einzelne Häuser oder eine grössere Tankstelle, kleine Lebenszeichen in einer ansonsten herrlich menschenleeren Landschaft.
Ganz gemächlich…schliesslich hat es hier niemand eilig, überqueren wir um exakt 13.50 Uhr den Polarkreis.
Ein kurzer Blick auf die Uhr, ein innerliches „Na bitte“ und schon sind wir offiziell im hohen Norden angekommen.
Kurz darauf checken wir ein auf dem Stellplatz „BestPark Rovaniemi Arctic Circle“, direkt vis-à-vis vom Santa Claus Village.
Besser kann man dem Weihnachtsmann kaum auf die Pelle rücken…🫣🎅🏻😂
Den Nachmittag verplempern wir hochmotiviert in und ums Womo herum, schliesslich muss man auch im Urlaub konsequent nichts tun können. Ein bisschen hier stehen, ein bisschen dort sitzen, gelegentlich bedeutungsvoll in die verschneite Weite schauen. Sehr meditativ 🥰
Am Abend allerdings reisst uns (eher mich) die Neugier dann doch noch vom Hocker. Wir können es uns schliesslich nicht nehmen lassen, durch das bunt beleuchtete Dorf des Weihnachtsmannes zu schlendern. Ich will ja wissen, was sich in den letzten Monaten verändert hat, eventuell neu dazu gekommen ist…oder weggelassen wurde…oder so🎄😏
Im Stechschritt marschieren wir durchs Weihnachtsdorf.
Bei -24 Grad ist Fotografieren eine echt coooole Herausforderung…
Neu ist das Lebkuchenhaus-Quartier. Weitere Hütten, wo man nächtigen könnte.Læs mere



























Rejsende
Immerno so bunt wie‘s vir zwei Jahr😎
RejsendeGenau 😅