• Sydney, du schöne Hafenmetropole

    27. marts 2025, Australien ⋅ ☁️ 19 °C

    Nach unserem ersten Latschmarathon ging es heute entspannt aus dem Bett. Erst um 11 Uhr haben wir das Hotel verlassen und hatten Glück, dass der morgendliche Regenerguss der letzte des gewesen Tages war. Ich hatte zu diesem Zeitpunkt nicht erahnen können wie gut das Wetter noch werden würde und cremte mich vorerst nicht ein.
    Aus dem Hotel Haus heraus gab es zuerst eine sehr leckere Stärkung bei "Noelle's Café" um die Ecke. Danach schnappten wir abermals die Tram L2 zum "Circular Quay", "tap on and tap off!". Erneut konnten wir einen Blick auf die schöne Oper und den Anlegestellen der Hafenfähren werfen bevor wir hoch zum botanischen Garten, bzw. "Royal Botanic Garden", gestiegen sind. Dieser befindet sich südlich der Oper und ist nur tagsüber geöffnet. Das wissen wir, da wir bereits zwei Mal abends enttäuscht vor dessen geschlossen Toren standen.

    Wir mussten gegen 13 Uhr unseren nächsten Mietwagen bei Europcar unterm Pullmann Hotel neben dem Hyde Park abholen, konnten daher nicht zuviel herumschlendern. Der Garten bot eine unglaublich vielfältige Flora. Anders als bei dem Loki-Schmidt-Garten in Hamburg kommt hier aber noch mehr Dschungel-Stimmung auf, da es typisch australisch überall Wildvögel, Flughunde und Eidechsen gibt.
    Ein auf einer sonnigen Holzbrücke lässig dahin spaziergehender Sonnenbrillenträger hat fast ein letztgenanntes Exemplar den Schwanz abgetreten, bis dieser schreckhaft einen Ausfallschritt unternahm, um das 40cm lange Tier zu verschonen. Im Park gab es auch einen intensiven frischen Geruch wahrzunehmen, der, wie sich ein paar Meter später herausstellte, von den Eucalyptus Bäumen stammte. Diese riesigen Duftbäume überfluteten die ganze Umgebung mit dessen Ausdünstungen. Nach dem Regen und der Hohen Luftfeuchtigkeit fühlte es sich etwas wie ein Saunagang samt Aufguss an, den ich zuletzt kurz vor Silvester auf Fehmarn genießen durfte.
    Durch die Parks hindurch suchten wir stetig die schattigen Abschnitte, um der Mittagssonne zu entkommen. Diese strahlte erbarmungslos durch die dünne Wolkendecke. Der Hyde-Park bot uns zum Abschluss dieses grünen Spaziergang es einen Blick auf das "War-Memorial" der im ersten Weltkrieg gefallenen Soldaten, welches wir bereits am Vorabend gut beleuchtet vom Sydney Eye aus erkennen konnten.

    Nach dem Verlassen des Parks teilte mir meine Canon EOS 70D auf einmal mit, dass die SD Karte nicht mehr passt. Lesen will nicht, schreiben geht nicht, "steck doch mal neu ein" sagt sie. Nichts half, hmmm. Ärger und Panik machte sich breit, aber erst einmal tief durchatmen. Schauen wir später mal, erst einmal Auto abholen.
    Bei Europcar kurz das Mietauto abgeholt, das sich im sechsten Untergeschoss geparkt befand.
    Nach kurzer Fahrtzeit merkte ich es sofort:
    MG 3 doof, Toyota Corolla Hybrid toll. Ich vermisste sofort die ganzen kleinen Annehmlichkeiten des Corollas: Fahrspurassistent, Abstandsautomat, E-Motor für das Anfahren und Rückeinspeisung beim Bremsen. Ach, das war schön.

    Mit der alten Laube sind wir dann zum "Hornby Lighthouse" gefahren. Dieser Leuchtturm befindet sich an der Mündung des "Paramatta River" in den Südpazifik. Wir nahmen und sie die Zeit einen herrlichen Spaziergang zum bordeaux-rot/weiß gestreiften Turm zu zu unternehmen, welcher sich direkt an einem Militärgebiet befindet.
    Hier die Tour mit ein paar weiteren Bildern:
    https://www.komoot.de/tour/2120459052?ref=aso

    Nach dem Spaziergang benötigte ich eine Abkühlung. Da wir sowieso die nächsten Strände und Buchten anschauen wollten machten wir für 40 Minuten Halt am "Bondi Beach". Ich war sofort hin und weg. Überall Surfer, Sportlerinnen und Sportler in Kajaks und Menschen, die im kühlen Nass Planschten. Wir parkten flott und ich schmiss mich in meine Badeshorts. Im Sprintgalopp ging es direkt zum Strand, wo die großen Wellen ineinander lautstark brachen und die Surfer durchwirbelten.
    Nachdem ich mich im Wasser etwas vom Sand und Staub befreit und V ihre Beine abgekühlt hatte stolzierten wir entlang des Strandes. Das Wellenreiten sah hier schon sehr sehr spaßig aus. In dem Moment dachte ich: "Hier könnte ich es schön ein paar Monate aushalten!". Aber "leider" ging es dann für uns wieder weiter.

    Wir besuchten quasi im Vorbeiflitzen weitere Küsten und Strände Richtung Süden, bis wir uns beim "Coogee Beach" mit Wasser und vermeintlich dänischer Eiscreme eindeckten. Die Marketingstrategie frisch gebackene Waffeln so gut duften zu lassen, dass man nicht an ihnen vorbeikommen kann hat wieder gezogen.
    Die Dame am Schalter fragte mich, ob ich eine Punkte-Sammelkarte haben möchte worauf ich erwiderte, dass wir nur auf der Durchreise sind. Meine Frage, ob die Karte auch in Dänemark funktioniert konnte sie nur lachend verneinen.

    Dann ging es ohne Pause in Richtung unser Tagesziel: Leura. Dieses kleine süße Örtchen liegt am Nationalpark "Blue Mountains". Nach circa 2 Stunden mit dem ollen MG sind wir angekommen. Die Fahrt war nicht weiter aufregend, aber anfangs durch Rush-Hour gut gefüllt.

    In Leura, am Check-In die nächste Überraschung. Rezeption war geschlossen um 19 Uhr. Nur ein Safe für den Schlüssel war vorzufinden. Kein Problem, E-Mails gecheckt, nichts. Hmmm... Auf dem Schild steht: "....den Code, den wir ihnen ans Smartphone geschickt haben...". Geil, und ich kann wegen meines alten Smartphones hier keine SMS empfangen. Okay, Notfallnummer kann ich auch nicht anrufen. Letzte Chance, Nachtrezeption per Schalter erreichen. Nach dem gefühlten 20-sten Mal nahm immer noch keiner ab, aber es kam ein anderer Gast, der uns helfen konnte. Endlich .... Im Zimmer angekommen, wurden wir sehr positiv überrascht. So langsam kam aber der Hunger, das "dänische" Eis hielt nicht lang an.

    Nach all den Tagen von Restaurants und Imbissfutter wollten wir uns mal selbst versorgen und deckten uns beim Metro Woolworth (für Essen, nicht Klamotten) mit Toast, Gemüse, Säften und Käse für Sandwiches und Burritos ein.

    Kaputt vom Tag ging es flott zurück ins Zimmer und in die Koje. Da schwankte es auf einmal, mir viel ein, dass ich immer noch nicht an meine Fotos komme. Also flott nochmal zum Klamottenladen für Nahrung und nach einem Adapter gesucht, Fehlanzeige.

    Enttäuscht ging ich zurück und wurde fast von einem Güterzug in einen Panik-Anfall getrieben, da dieser mit zwei Loks im Vollgas sich den Berg hoch kämpfte. Dieses brüllende Etwas zog zig voll beladene Waggons hinter sich und ließ mich völlig verdutzt zurück. Diese Aufregung ließ mich noch bis 1 Uhr nachts wach im Bett liegen, vielleicht war aber auch YouTube Schuld.
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