Goodbye Queensland, hi New South Wales
March 26, 2025 in Australia ⋅ ☁️ 25 °C
Früh aufstehen, Tanken, Auto abgeben und Versicherungsthemen klären. Dann per Shuttle ab zum Airport. So, sah unser Morgen aus.
Am Domestic Airport Terminal von Cairns angekommen gingen wir direkt zum Schalter von JetStar. Die Schlange war lang, aber wir hatten die Hoffnung, dass sich auf Grund unser Reiseart da Thema zu unserem Gunsten wendet. Aber vorher eine kleine Überraschung. Wie es sich für eine Billigairline gehört sind die Transportmengen stärker beschränkt und enden hier schon bei 20kg pro aufgegebenen Koffer. Ich hatte auf der Hinreise "nur" 18kg verpackt, hatte aber eine Vorahnung. Nach einem kurzem Realitätscheck packten wir in der Öffentlichkeit wie viele andere um uns herum die Koffer und das Handgepäck neu um, sodass die hiesigen Regularien eingehalten werden.
Zumindest gab es anschließend den Vorteil des Stand-by Fliegends, wir durften direkt an einen freien Schalter und verkürzten so circa 15 Minuten. Der Nachteil des Standy-by Fliegends ist der Dresscode. Diese sind oft gut verständlich einsehbar auf den Agreements, manchmal wird man am Schalter aber überrascht. In diesem Falle durfte V einen Koffer erneut öffnen, damit sie ihr Birkenstocks gegen ihre weißen Sneaker umtauschen kann. Super, es war mein Koffer. Hier ging es aber wohl weniger um Style der Fußbekleidung als um die Sicherheitsaspekte. Wir kamen der netten bitte des Mitarbeiters nach und V zog sich sogar flott noch einen Pulli drüber, damit der liebe Gott so nah am Himmel ihre Schultern nicht während des Fluges sehen kann.
Der Sicherheitscheck war dank kleinem Flughafen und neuer Scanner schnell erledigt. Ich musste zwar nichts aus meinem Rucksack auspacken, wurde aber auf Grund meiner ganzen Akkus und Kameras dennoch für eine Detailanalyse herausgezogen. War aber alles gut und wir haben die Erlaubnis erteilt bekommen uns durch die Kommerzhölle bis zum Gate vorzugkämpfen. Hindurch durch Duftschwaden und Angebotsschilder über vermeintliche Schnäppchen waren wir flott am Gate mit mehr als genug Wartezeit angekommen.
Aus dem Fenster heraus konnte man erkennen, dass Queensland uns nicht gehen lassen wollte, denn es fing kräftig zu regnen an. Kurz in Erinnerung geschwelgt freuten wir uns aber auch die etwas trockene Luft in Sydney. Das Boarding fing viel früher an als angegeben, was mit einer langen Wartezeiten im Flugzeug kompensiert wurde. Wir beide haben Sitzplätze auf dem Gang erwischt, wenigstens saßen wir uns gegenüber. Ich saß neben einem chinesischen Ehepaar, die etwas drollig aussahen. Um die lange Wartezeit zum Rollen zu überbrücken schien man uns mit einem Betäubungsmittel einzudampfen, dass von der Deckenbelüftung auf uns nieder regnete.
Ich beneidete eine Frau mit typischer FFP2-Maske, die heutzutage wohl jeder kennt. Nicht weil ich Angst vor einer Ansteckung während meines Urlaubs fürchtete, sondern da ich lieber meinen eigenen Mundgeruch rieche als während des gesamten Fluges die aus körpereigenen Öffnungen anderer Passagiere heraustretenen menschlichen Ausdünstungen.
Ansonsten verflog die Zeit im Nu und Sydney hieß uns mit strahlendem Sonnenschein willkommen. Mit vom Gepäckband eingesammelten Koffern ging es direkt zu der Green Line, die wir von unserem sehr kurzen Besuch Sydneys schon kannten.
Sehr angenehm beim hiesigen öffentlichen Nahtransport ist die Möglichkeit mit einer VISA oder anderen Debit- / Kreditkarten ohne Account direkt an den Toren zu bezahlen. Einfach beim Hereintreten und Heraustreten scannen, zack wird die Summe berechnet und abgebucht. "Tap on and tap off every time!". Ähnlich kennen wir es von Hongkong. Nur Japan hinkte letztes Jahr noch stark hinterher, da man hier dedizierte Guthabenkarten (bspw. Passmo) nutzen muss, die nur mit Bargeld aufgeladen werden können. Dafür hatten sie aber eine Hello-Kitty für die Touristenkarte designt, süß.
Wir fuhren bis zur Station "Central", von dort aus waren es nur 10 Minuten bis zu Chinatown wo unser Hotel "The Ultimo" heimisch ist. Am Bahnhof wurden wir direkt mit Trommelfell zerreißenden Ansagen und Tönen aus den Lautsprechern des Bahnhofes begrüßt. Verstanden hat es scheinbar kaum jemand, aber die Ohren haben sich die meisten zugehalten. Diese Ansage war aber kein Willkommenskommitee für uns, sondern der dezente Hinweis den Bahnhof sofort zu verlassen. Verstanden haben wir die etwas unverständlich Nachricht auch als wir die Hinweise "Emergency! Leave the station immediately!" gesehen hatten.
Draußen ankommen ging es zu Fuß direkt zum Hotel. Kurz eingecheckt, netterweise früher als geplant, haben wir uns flott umgezogen und direkt auf den Weg gemacht. Uns verschlug es per Fuß durch die Einkaufsmeile, wo einem margenreiche Kleidung von Gucci und Co. angeboten wurde. Glücklicherweise konnten wir dem Widerstehen und sind am Ende beim "Circular Quay" angekommen. Dort hüpften wir für eine zweistündige Busfahrt auf das Oberdeck eines BigBus.
Die Fahrt, begleitet von Fake-Gesprächen über die Highlights der Red-Line, zeigte uns die Vielfalt der Stadt und offenbarte uns bei besten Wetter die eindrucksvolle Architektur der Umgebung. Normalerweise latsche ich lieber alles zu Fuß ab oder schnappe mir ein Leihfahrrad, fand die Runde aber ziemlich gut.
Ausgestiegen wo eingestiegen gingen wir runter zur Oper. Diese ist, wie man nun nach der Fahrt weiß, von einem dänischen Designer entworfen worden. Und wie es mit solchen Prunkbauten meistens ist hat der Bau ein Vielfaches des geplanten Budgets geschluckt. Wie beim letzten Mal haben wir uns die Oper lediglich von außen angeschaut. Für den nächsten Samstag haben wir uns aber kurzerhand zwei Karten für eine architektonische Tour gebucht.
Auf der Bustour gab es auch das Sydney Eye, das höchste Gebäude der Stadt und der Turm übern Westfield, zu sehen. Wir erinnerten uns an den höchsten Turm in Tokyo, dem Skytree, und entschlossen die halbe Stunde Fußweg dorthin zu investieren. Vor Ort ging es, nach einem Souvenir-Fotoshooting in wenigen Sekunden mit dem Fahrstuhl zur Aussichtsplattform. Der 360° Rundgang bot einen perfekten Blick auf "ganz" Sydney. Wir warteten bis zum Sonnenuntergang, der uns für den kleinen investieren Fußmarsch belohnte. Bis es endlich dunkel wurde harrten wir aus und genossen den Wechsel von Tag zur Nacht. Als die ersten Gebäude ihre Beleuchtungen einschielten ging es für uns turmab.
Mit der Tram L2 fuhren wir wieder zum Quay, um die Brücke und die Oper erneut bei Nacht zu sehen. Blick war wieder super, bloß dunkler. So langsam wurde ich ziemlich hungrig, hatte gerade mal ein paar Erbsen, Käse, Cracker und eine Banane an dem Tag gegessen. V hat die Idee ein Selfie an der Oper zu wiederholen und wir schnappten uns Sushi an einem der Restaurants der Opernpromenade.
Nach einem herrlichen Abend ging es dann wieder mit der Tram, "tap on and tap off", zurück zum Chinatown, wo wir direkt nach einem Besuch beim 7eleven ins Hotel gegangen sind.
Warum auch immer hat uns der Typ an der Rezeption gefragt: "Germans?" Nachdem V es lachend bejaht hatte, dachte ich nur: "Was für ein Arsch, ich hätte auch Niederländer sein können".
Im Hotel gingen nochmal die Geschehnisse des Tages durch den Kopf. Sydney ist groß, echt groß. Und Sydney hat Geld, viel Geld. Aber was Sydney nicht hat sind gute Dönerläden, echt schade Sydney.Read more






















TravelerDetaillierte Beschreibung die mich zum Schmunzeln bringt.