Von der Kleinstadt vor die große Bühne
March 29, 2025 in Australia ⋅ 🌧 15 °C
Nach einer weiteren Nacht, in der ich von Zügen träumen konnte, machten wir Klarschiff und besuchten für einen Stopp den größeren Nachbarort "Katoomba". Die Einkaufsmeile ähnelte der von Leura fällt aber merkbar größer aus. Vor den Antiquitätenläden, Restaurants und Kleidungshökern schlenderten wir von Überstand zu Überstand, um dem Nieselregen (oder eher Wolke) etwas zu entkommen. Ein Straßenmusiker spielte Akustikgitarre, ein paar stark alternativ (die nette Alternative, nicht der braune Siff) aussehende Männer plauderten vor einem Kunstgeschäft und die Vögel der Umgebung machten die Gehwege unsicher.
Auf halber Strecke fiel uns ein, dass wir noch ein paar kleinere Dinge für den Weg einkaufen mussten. Und wo geht man hin, wenn man auf der anderen Seite der Welt ist? Richtig, nach dem ALDI hinne.
Also rein, an den Kindern samt Bluetooth Lautsprecher vorbei, die beim Einkauf mit ihren Eltern zur steilen Schlümpfe-Musik abrockten, und viel zu viel Quatsch einkaufen. Und weil das nicht reichte holten wir noch ein Butter-Croissant und eine Zimtschnecke bei dem ach so süßen kleinem Inhaberinnen geführten Bäcker. Fazit: Croissants können sie nicht, Zimtschnecken sind aber geil!
Ein Blick auf die Uhr verriet uns, dass wir viel zu sehr die Zeit genossen haben und trieb uns im schnellen Schritt zum MG 3, den ich bald abgeben durfte.
Zurück auf der Strecke. Der Regen viel unerbittlich vom Himmel herab und wir hofften, dass es nicht zu Aquaplaning oder Schlimmeren auf der Strecke kommt. Wir mussten das Auto um 13 Uhr abgeben, ETA beim Hotel war nach Navi 12:27 Uhr. Dort wollten wir vorher unsere Koffer in Nord-Sydney abgeben. Unsere Unterkunft, scheinbar einer Kirche zugehörig, hat zumindest mal Frühstück im Preis inbegriffen. Warum wir in Nord-Sydney gelandet sind? Gute Frage, irgendwie war viel ausgebucht und dies bot uns wenigstens den Grund die Harbour Bridge mindestens einmal überqueren zu müssen. Gut, dann zurück 15 Minuten bis zu Europcar, passt schon.
Es sah sehr gut aus. Die Straßen waren zwar nicht leer, aber die (erlaubte) Maximalgeschwindigkeit konnten wir fast auf der gesamten Strecke ausnutzen. Dennoch war ich nervös, da wir noch irgendwo tanken mussten. Das durfte nach meinem Plan nicht länger als 3 Minuten dauern. V, meine Copilotin in diesem Rennen, hatte eine Tankstelle ausgemacht. Boxenstopp! Wie bei der F1 sind wir abgefahren, Tür auf, Stutzen rein, Tanken, Bezahlen, Tür zu und los! Bam, unter drei Minuten! ETA, 12:30 Uhr, alles gut, sind noch im Rennen.
Aber dann, weil Stadtverkehr in anderen Städten auch für Städter zur Herausforderung werden kann, sind wir zu früh raus. Mist, schnell durch ein paar Häuserschluchten eiern bis wir wieder auf der Bahn waren. ETA 12:32 Uhr, Glück gehabt.
Nun erst einmal über die Harbour Bridge, was für ein Koloss. Wie die Sierichstraße in Hamburg verfügt die Brücke über Tageszeit abhängige Fahrtrichtungen. Auf den mittleren beiden der insgesamt sechs Spuren konnte die Richtung gewechselt werden ,im "Notfall" auch sicherlich noch weitere. Offensichtlich war es gerade Zeit für unsere Richtung, vier Spuren Baby.
Beim Hotel angekommen der nächste Boxenstopp: Check-In. Ich hüpfte flott rein, begrüßte die Dame unterm Jesuskreuz, Zimmer war schon fertig. Perfekt! Alles hoch getragen, flott ein weiterer Mini-Boxenstopp auf dem Badezimmer, und dann zurück zur Maschine.
Los geht's, ETA 12:59 Uhr. Das wird eine Punktlandung! Kurz erneut für ein paar AUD über die Brücke, beim Hyde-Park vorbei, dann waren wir auch schon dort. Bei Europcar angekommen ging es wieder tief unter die Erde. Im siebten Untergeschoss des Hotels befand sich die Abgabestation. Im Keller war es warm und schwül wie in Queensland. Die Wärme stammt vermutlich vom flüssigen Erdkern und die Luftfeuchtigkeit von dem Europcar Mitarbeiter, der 24/7 die ankommenden Fahrzeuge mit einem Kärcher bearbeitete. Flott den Schlüssel abgegeben und dann erst einmal Pause. Wie nach einer Runde auf dem Nürburgring war ich erst einmal im Ruhemodus und setzte mich in der Lounge des Pullmann Hotels auf einen Sessel.
Nach 5 Minuten war ich wieder im "Hier und Jetzt" und wir entschieden uns für einen Spaziergang durch den Regen. Hier unser Pad:
https://www.komoot.de/tour/2123975072?ref=aso
Der Hyde Park, direkt vor der Tür, lud uns für einen weiteren Besuch ein. Wir mussten gegen 14:35 Uhr bei der Oper sein, damit wir die Führung wahrnehmen können, die wir Tage zuvor gebucht hatten.
Das bereits betrachtete War Memorial haben wir uns auf Grund des Wetters von innen angeschaut. Das Gebäude erinnert an die Gefallenen des ersten Weltkrieges und ist im Stile der 20er Jahre errichtet. Die Architektur, die Fenster und die Verzierungen erinnert mich allesamt samt stark an ein Videospiel namens "Bioshock", welches sich ebenso an die selbige Zeit orientiert. Bewacht von einem Veteran mit Gesundheitsschuhen lädt das offene Gebäude jeden ein. An der Decke der Kuppel befinden sich unzählige goldene Sterne unter denen ein, auf einem von vier Frauen getragenem Schild, nackter Mann liegt. Diese Kunsteinrichtung bietet viel Interpretationsspielraum.
Raus aus der Gedenkstätte gingen wir gen Norden in Richtung des Springbrunnens. Nach ein paar Sandwiches und einer Zimtschnecke erreichten wir besagten Brunnen und die Menge an Demonstrierenden, die sich lautstark für die Freiheit Palästinas einsetzten.
Nach ein paar Minuten schweifte unser Blick auf die naheliegende Kathedrale ab, die wir ebenso nur von außen kannten. Mit der Demo im Rücken betraten wir das Gebäude in dem recht viele Damen Tücher und Haarnetze trugen. Ein frommerer Anblick, als ich erwartet hatte.
Danach noch flott durch die Innenstadt, am Circular Quay vorbei und wir waren wieder bei der Oper. Dort bekamen wir Kopfhörer und Empfänger umgeschnallt, über die wir in der nächsten Stunde alle Informationen, Witze und Warnhinweise von unserer charmanten Führerin übermittelt bekommen haben.
Zusammenfassung der Tour: Super!
Wir konnten glücklichweise mehrere Säle von Innen betrachten, da diese derzeitig nicht bespielt worden sind. Ich schoss Unmengen an Fotos und ein weiterer deutscher Hobbyfotograf mit einer Sony Alpha 7 II, auf die ich ein wenig eifersüchtig war und bin, ebenso. Nach der Tour schnappten wir uns für den Abend erneut zwei Packungen Sushi dann ging es per Bus erneut über die Brücke zum Hotel. Halleluja!
V war platt, ich war auch platt. Für den Abend beließen wir es dabei und planten die folgenden Tage neu um und mieteten den nächsten Wagen, ein Hyundai i30, für unsere Fahrt von Melbourne bis Adelaide.Read more





















Travelerhumorvoller Bericht 👍