• Songkran in Chiang Mai 1

    April 14 in Thailand ⋅ ☀️ 36 °C

    Nun sind wir also wieder einmal in Chiang Mai. Nur fällt unser Aufenthalt diesmal nicht in den Januar oder Februar, sondern es ist bereits April. Eigentlich sollte unser Besuch im Norden Thailands auch wieder im ersten Monat des Jahres stattfinden, doch die geänderten Umstände, sprich mein notwendig gewordener Krankenhausaufenthalt, haben dies verhindert. Ulrike konnte mit Mühe und Not den gebuchten Flug seinerzeit bei Air Asia stornieren. Da der Internetauftritt dieser Fluglinie erbarmungswürdig kundenunfreundlich gestaltet ist, war eine Kontaktaufnahme mit großen Schwierigkeiten verbunden.

    Jetzt stellen wir fest: Es ist heiß in Chiang Mai, sehr heiß! Nun mag man einwenden, es herrsche gegenwärtig die heiße Jahreszeit, also sei dies nichts Außergewöhnliches in Thailand. Jedoch übersteigen die Mittagstemperaturen oft die 40-Grad-Marke und das ist so viel, daß die staatlichen Stellen von längeren Aufenthalten im Freien abraten, da die UV-Strahlung die Haut schädigen könne. Älteren und chronisch Kranken wird zu erhöhter Sorgfalt und Wachsamkeit geraten.

    Deshalb verzichten auch wir tunlichst tagsüber auf größere Aktivitäten und deshalb fehlen in diesem Jahr nun auch die gewohnten bunten Fotos von Tempeln und ähnlichen touristischen Höhepunkten.

    Jetzt im April, während wir in Chiang Mai sind, wird in Thailand das dreitägige Wasserfest Songkran gefeiert. Dieses Fest steht für Erneuerung und markiert eine Zäsur, ist also sinngemäß das Thailändische Neujahrsfest. Haus und Hof werden aufgeräumt und gesäubert und man gießt eigentlich als Kind älteren Personen, also z. B. den Eltern und Großeltern als Sinnbild dieser allgemeinen Reinigung und des Neubeginns voll Demut und Hochachtung Wasser über die Hände.

    Es gibt spezielle farbenfrohe und geblümte Hemden und Kleider speziell für Songkran zu kaufen, und das Personal unseres Hotels ist auch damit ausgestattet. Die drei Tage von Songkran sind landesweit arbeitsfrei, und die Thais fahren deshalb in ihre Heimatorte zu ihren Familien. Der zunehmende Straßenverkehr im Zusammenspiel mit der Feierlaune führt aber leider auch zu einer deutlichen Zunahme von alkoholbedingten Verkehrsunfällen und dadurch verursachten Todesfällen. Allein am 14. April waren auf diese Weise 154 Todesopfer zu beklagen.

    Das allgemeine Aufräumen und Saubermachen wird über die eigenen vier Wände in die Öffentlichkeit ausgedehnt und mündet in allgemeine Wasserschlachten. Und so vollzieht und verlagert sich dann eben das feuchte Treiben auf den Straßen und Plätzen. Man sieht beispielsweise Pickups, auf deren Ladeflächen neben einer Horde fröhlicher junger Thais große Wasserkübel stehen, durch die Stadt patrouillieren. An vielen Stellen glänzen Asphalt und angrenzender Trottoir naß. Dort lauern am Straßenrand weitere Einwohner mit Wasserschläuchen und Eimern und übergießen die Vorbeifahrenden aus Leibeskräften. Man sieht immer wieder eine Wasserladung im hohen Schwall durch die Luft fliegen und zum Gaudi aller ihr Ziel treffen. Währenddessen fahren auch Leute auf Motorrollern vorbei und wehren sich mit umgehängten martialisch gestalteten Riesen-Wassergewehren gegen die Angriffe von der Seite.

    Gefährdet ist jeder, der außerhalb der Sicherheit der geschlossenen Fahrgastzelle eines PKWs oder Busses mit geschlossenen Fenstern unterwegs ist. Macht aber nichts, sondern dient eher der willkommenen Erfrischung bei der allgemeinen Wärme, trocknet doch die Kleidung 1,2,fix wieder auf der Haut.

    Allerdings tun sich oft gerade die Touristen in den Schwerpunktbereichen der Sehenswürdigkeiten und Haupteinkaufszonen negativ hervor. Sie treiben es auch gar zu wild und hemmungslos, beobachtbar viel schlimmer als in Bangkok! Selbst Mönche oder Senioren, die eigentlich ausgespart werden müssen, werden durchnäßt. Und das kann einem dann doch die Laune verderben.

    Ulrike erzählte, sie sei kaum drei Schritte unterwegs gewesen, schon habe sie von Kopf bis Fuß getrieft. Glücklicherweise war sie ja ausrüstungsmäßig vorbereitet: mit Mikrofaser-Funktionskleidung und Plastikhüllen für Mobiltelefon und Geldbörse sowie die Augen umschließender Schutzbrille.

    Ohnehin bleiben wir ja wie geschildert tagsüber dann doch lieber in der kühleren Umgebung unseres Hotelzimmers und wagen uns erst abends zum Essen heraus. Auch die Restaurants sind entsprechend mit zum Teil riesigen Papierlaternen festlich geschmückt und bieten den feiernden Familien eine nette Atmosphäre.
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