• Call us Tuktuk-Drivers :)

    March 8, 2025 in Sri Lanka ⋅ ⛅ 28 °C

    Heute war der große Tag gekommen - wir würden unser Tuktuk abholen 🤩🤩🤩
    Bevor es losgehen konnte, mussten wir uns aber erst noch als würdig erweisen und unseren Tuktuk-Führerschein machen. Suru war unser Fahrlehrer und nach einer kurzen technischen Einweisung (wir waren heilfroh vorab das Video auf der Onlineseite der Vermietung angesehen zu haben, denn Surus Englisch war milde gesagt etwas schwierig zu verstehen - aber Schlagworte die fielen wurden verstanden und mit Händen & Füßen geht auch immer, also passt👌🏼😅🙈) gings auch schon los auf die Straße. Suru führte uns nochmal alles praktisch vor und dann war es an Lulu und mir, das eben Gehörte umzusetzen. Zu Anfang war das Ganze noch ein bisschen holprig und es vielen öfter die Worte 'No' oder 'not good'... Zwischenrein kam aber auch immer mal ein 'perfect' - die ganze Nummer war also etwas verwirrend. Nachdem wir beide aber den Test rückwärts im "L" fahren bestanden hatten, waren wir doch guter Dinge, dass es laufen sollte, zur Not eben alles rückwärts 🤷🏼‍♀️
    Wir machten alle Papiere fertig und los ging die wilde Fahrt. Naja erstmal noch zurück zur Unterkunft, um unser Gepäck einzuladen (wir waren uns noch nicht so ganz sicher, ob wir auch unseren ganzen Kruscht in das winzige Gefährt bringen würden) und damit wir die 2 oder 3h (je nachdem wie wir uns so anstellen würden) lange Fahrt auch gut überstehen, vorher noch schnell was essen gegangen 👌🏼
    Zu Beginn der Strecke Richtung Yala Nationalpark war es tatsächlich eine etwas wilde Angelegenheit, denn die Straße führte mal wieder in Serpentinen durch die Berge. Ich machte den Anfang und da weder jemand sein Frühstück wiedergesehen hat, oder sich getraut hätte über meinen Fahrstil zu beschweren, geh ich mal davon aus, dass es ok war😋😇😁
    Die Gangschaltung machte krachende Geräusche, das Tuktuk schrie bereits bei kleineren Steigungen mächtig unter uns und überall um uns rum hupte es (wir natürlich auch, wir hatten ja jetzt die Lizenz dazu😎), es lief also alles nach bester Sri Lankischer Ordnung 👌🏼. Nach ein paar Minuten aber schon der erste Dämpfer - die Tankanzeige war auf 0 gesunken - shit, heißt das wir haben direkt ein Leck irgendwo oder spinnt nur die Anzeige?? Also schnell links rangefahren und nachgeguckt...Noch bevor wir unsere Köpfe unter das Gefährt stecken konnten, fuhr schon ein Motorrad neben uns ran und ein netter junger Mann fragte, ob er helfen könne. Wir checkten gemeinsam den Tank und wurden uns schnell einig, dass die Anzeige wohl einen Wackler hatte. Noch ein paar deutsche Worte mit unserem Helfer (er lernte gerade Deutsch, weil er gerne eine Reise machen wollte) und schon konnten wir unsere Fahrt fortsetzen (nach dem Neustart ging auch die Tankanzeige direkt wieder, also alles tutti 😁👌🏼). Nach der Hälfte der Zeit tauschten wir und Lulu fuhr. Ich war garnich mal so traurig über den Wechsel - zum einen war man doch mächtig angespannt mit den ganzen neuen Eindrücken der Sri Lanker Verkehrswelt, zum anderen sind diese Sitze auf Dauer echt nicht besonders bequem und ich spürte meinen Rücken 😅🙈
    Kurze Zeit später dann der zweite Dämpfer - ein Motorradfahrer deutete uns anzuhalten, da unser rechter hinterer Reifen eierte. Er zog die Schrauben wieder fest und wir waren froh, dass wir den Reifen nicht verloren hatten (das komme nämlich relativ häufig vor, wie er erzählte... 🤯🫣). Wir kamen ins Gespräch und als wir erwähnten, dass wir am nächsten Tag Safari machen wollten, wurde er direkt hellhörig. Wie sich rausstellte, machte er selber auch geführte Touren und natürlich wollte er uns direkt überzeugen das Ganze mit ihm und nicht mit der Organisation der Unterkunft zu machen. Da wir endlich ankommen wollten, vertrösteten wir ihn auf eine spätere Antwort und fuhren weiter. In der Unterkunft angekommen, waren wir erstmal fix und fertig, mei war das aufregend!
    Groß Zeit zum Verschnaufen gabs aber nicht, wir hatten in den Rezensionen gelesen, dass man sich vom Haus Fahrräder leihen und damit zum Tempel fahren konnte, wo zur Abenddämmerung die Flughunde ihren Weg in die Nacht antraten. Bis dahin war es nicht mehr lang, deshalb schwangen wir uns auf die klapprigen Drahtesel und düsten los.
    An der beschriebenen Stelle standen riesige Bäume und alle hingen sie über und über voll mit den garnich mal so kleinen Flughunden. Bis die aber richtig munter geworden waren, entdeckten wir mehr und mehr Vogelarten, die nach dem Tag auf dem Weg in ihre nächtlichen Ruhestätten waren. Von kleinen Vögeln wie schwalbenähnlichen oder Sittiche, über kleinen Papageienarten bis hin zu Kranichen und sogar Pelikane - da war so viel dabei, dass wir kaum wussten wo wir zuerst hinschauen sollten. Alle hatten sie ihren eigenen Platz in dem sumpfigen Seeufer. Doch dann kamen die Flughunde. Einer nach dem anderen flatterten sie los, bis der ganze Himmel schwarz gepunktet war - was für eine Show 😍👌🏼🦇
    Es wurde langsam richtig dunkel und wir hatten keine Lichter an den Rädern (nicht dass sich hier irgendjemand daran stören könnte, aber da der Verkehr ja schon bei Licht wild sein konnte, wollten wir es nicht noch mehr herausfordern), deshalb war es Zeit zurückzufahren. Auf dem Weg ging es durch Schwärme an Mücken und wieder vorbei an schlafenden Hunden, Kühen die in aller Seelenruhe im Pulk auf der Straße standen und vielen Menschen, die uns grinsend zuriefen oder wunken. Die sind aber auch alle goldig hier :)
    Was für ein Tag! Jetzt sind wir schon fast an der Südküste angelangt, so schnell geht's. Morgen geht's nochmal auf Safari, das heißt mal wieder um 4 Uhr aufstehen... Hoffentlich verschlafen die Tiere nicht, gute Nacht!
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