• Stadtbummel durch das bezaubernde Gap

    27. august 2025, Frankrig ⋅ ☁️ 19 °C

    Heute Morgen werden wir wie vorhergesagt von Regen geweckt. Die Berge sind wolkenverhangen und es lohnt sich nicht, die Räder auszupacken, denn es soll länger regnen. Mein Fuß schmerzt deutlich stärker als gestern und es leicht geschwollen, so trinken wir unseren Kaffee, duschen, erledigen, den obligatorischen Campers Service und fahren dann erst einmal weiter nach Gap. Die Fahrt dorthin ist ganz entspannt, wir fahren entlang von Flüssen, die heute Morgen nach dem Temperatursturz, teilweise dampfen, haben rechts und links von uns schöne Gebirge und genießen das langsame Dahinrollen auf der wenig befahrenen Landstraße.

    Unser erster Stopp Gab selbst gefällt uns sehr, es ist wunderschön herausgeputzt, hat viele individuelle schöne Geschäfte, es ist sauber und lebenswert. Warum ist das hier so viel anders als in Grenoble, fragen wir uns? Was mag wohl das Geheimnis dieser positiven Startentwicklung sein? Vielleicht liegt es auch daran, dass Gap ein Blumenstadt, eine „Ville fleurie“ ist – gepflegt, bunt, angenehm. Wir schlendern durch die wunderschön dekorierten Gassen und lassen uns treiben.

    Die Stadt hat eine lange Geschichte, die bis in die Antike zurückreicht. Schon die Römer erkannten die strategisch günstige Lage am Übergang zwischen Alpen und Provence und gründeten hier die Siedlung „Vapincum“, die später zu einem wichtigen Etappenort an der Via Domitia wurde, der römischen Handels- und Militärstraße. Im Mittelalter wuchs Gap zu einer befestigten Stadt heran, wurde aber aufgrund seiner Grenzlage zwischen Dauphiné und Provence mehrfach umkämpft und teilweise zerstört. Besonders in den Religionskriegen des 16. Jahrhunderts spielte Gap eine Rolle, da es zeitweise von den Hugenotten besetzt wurde.

    Heute zeigt sich Gap als charmante Mischung aus historischer Altstadt und modernem Zentrum. Die Kathedrale Notre-Dame-et-Saint-Arnoux aus dem 19. Jahrhundert prägt das Stadtbild mit ihrer neugotischen Architektur und erinnert daran, dass Gap seit dem 4. Jahrhundert Bischofssitz ist. Sehenswert sind auch die engen Gassen der Altstadt mit bunten Häuserfassaden, kleinen Plätzen und zahlreichen Cafés, die zum Verweilen einladen. Das Musée départemental präsentiert die Kultur- und Naturgeschichte der Region und bietet einen Einblick in archäologische Funde sowie das alpine Leben.
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