• Urlaubsfazit

    August 31, 2025 in France ⋅ ☀️ 25 °C

    Wir waren auf dieser Reise mal ganz anders unterwegs als sonst. Dadurch, dass wir in der Schweiz gestartet und dort nur ganz selten eingekehrt sind, haben wir viel öfter als üblich gekocht oder Essen im Wohnmobil gerichtet. Hatten wir zu Beginn der Reise noch üppig gefrühstückt, war es uns nach kurzer Zeit schon genug, morgens eine Tasse Kaffee zu trinken. Das spart natürlich Zeit und hilft dabei, nicht zuzunehmen. Wir haben uns auch auf das Experiment eingelassen, einmal keinen Alkohol auf der Reise zu trinken. Das fiel uns am Anfang etwas schwer, war aber ganz gut auszuhalten durch viele alkoholfreie Aperitif aus Italien, die wir dabei hatten und die wir jeden Abend feierlich und genussvoll zelebriert haben und natürlich auch durch sehr viel Wasserkonsum.

    Wir haben jeden Tag ganz intensiv genossen, viel unternommen und versucht, so viel wie möglich rechts und links des Weges zu entdecken und zu erkunden. Was mich ein bisschen ausgebremst hat, war mein kleiner Wanderunfall, bei dem ich mir eine Sehne gezerrt oder gedehnt habe. Inzwischen sind die Schmerzen aber fast wieder verschwunden, Radfahren geht ganz wunderbar, laufen mit Einschränkungen.

    Insgesamt haben wir ein bisschen mehr als 2000 km zurückgelegt, überwiegend auf Landstraße. Auf dem Hinweg sind wir nur bis Basel auf der Autobahn gefahren, auf dem Rückweg eigentlich schon ab Genf. Den Großteil der Strecke haben wir auf der Grand Route of Switzerland, der Grand Route des Alpes und anderen wunderschönen, auf meiner Landkarte als grün markierten Strecken zurückgelegt. Als Reiseführer hatte ich mir zwei Bücher über diese beiden Straßen zugelegt, die den ein oder anderen Tipp geliefert haben, die meiste Infos zu den Sehenswürdigkeiten habe ich allerdings aufgrund Markierungen in der Straßenkarte und Recherchen bei Google und ChatGPT gefunden. Komoot war uns wie immer ein exzellenter Ratgeber, wenn’s um Wander- oder Radstrecke ging und Par4night ist bei der Suche nach zentrumsnahen Park- und Übernachtungsplätzen als Wohnmobilist unverzichtbar. Eine weitere Lieblingsapp ist FindPenguins, womit ich ganz unkompliziert meine Reisetagebuch,schreiber, es speichert automatisch Tag, Koordinaten und das Wetter ab, so kann man die Reiseroute auch später nach verfolgen.

    Wir hatten sehr oft Regen, doch das große Glück, dass wir nie nass wurden. Wir hatten weder Regenjacke noch Regenschirme dabei (so ist das, wenn man Gefühle im Hochsommer startet) und sind ganz happy, dass wir beides tatsächlich auch gar nicht gebraucht haben.

    Was uns besonders gut gefallen hat, war die Schweiz als Reiseland mit dem Wohnmobil. Wir mögen die Schweizer, weil sie gelassen und tolerant sind, es gibt wunderbare Plätze, an denen man frei oder für ganz wenig Geld dann übernachten kann, wenn man autark unterwegs ist und kein Campingverhalten zeigt. Wir lieben die herausgeputzten, farbenfrohen, gepflegten, eidgenössischen, historischen Städte und Dörfer, den Schweizer Nationalstolz, die wunderbaren Lebensmittel und die herrliche, vielfältige Natur, die man erst dann richtig wahrnimmt, wenn man die Autobahn verlässt. Unserer Meinung nach ist die Schweiz ein völlig unterschätztes Reiseland direkt direkt vor unserer Haustür..

    Frankreich hat uns wieder einmal überrascht. Es ist weitläufig und vielfältig, voller grandioser Natur und Landschaften. Es gibt Ecken, die kaum bekannt und wenig besucht und so großartig zu bereisen sind. Natürlich hilft es, wenn man ein bisschen französisch spricht.

    Das alles ist aber nur möglich, wenn man im Wohnmobil oder im Camper unterwegs ist oder eben oft die Unterkunft wechselt. Uns sind Menschen begegnet, die mit Dachzelt unterwegs sind oder einfach nur im Auto schlafen. Auch das ist möglich. In Genf haben wir einem polnischen Ehepaar kennen gelernt, die seit 17 Jahren in ihrem Land Rover mit Dachzelt unterwegs ist. Da muss man gut aufeinander eingespielt und allerbestes organisiert sein. Wir sind einmal mehr ganz begeistert von unserem Wohnmobil, es ist für unsere Zwecke super praktisch mit unserem Lade Booster und Stromwandler sind wir autark, mit sparsamer Lebensweise haben wir in den zwei Wochen unterwegs tatsächlich nur zweimal Wasser getankt und zum Kühlen, Kochen und zur Warmwasserbereitung fürs zugegebenermaßen eher seltene Duschen nicht einmal eine Gasflasche aufgebraucht. Man lebt einfacher, nachhaltiger in einem kleinen 12 m² Haushalt, der schnell erledigt ist. Allerbester Neuzugang im Wohnmobil sind unsere Schwimmnudeln (super zum Baden) und zwei ganz leichte Campingstühlen von Decathlon, die schnell ausgepackt und aufgebaut sind, denn das haben wir vielleicht zu wenig gemacht. Genussmomente eingebaut, um die Seele baumeln und Körper und Geist ein wenig zur Ruhe zukommen zu lassen. Das machen wir dann beim nächsten Mal.

    Jetzt freuen wir uns auf zu Hause, auf unserer Familie, unsere Kinder, unsere Enkelkinder und unsere Freunde und sagen, vielen lieben Dank an alle, die mit uns virtuell unterwegs waren.
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