• Auf der Hochebene La Dehesa

    February 28 in Spain ⋅ 🌬 19 °C

    Nachdem wir den atemberaubenden Ausblick am Mirador de Bascos genossen haben, lassen wir die schroffe Abbruchkante hinter uns und wenden uns dem Landesinneren zu. Der Weg führt uns nun quer über die weite Hochebene La Dehesa.

    Es ist ein faszinierender Kontrast: Während es an der Kante noch stürmte, wird es hier – geschützt durch sanfte Bodenwellen – spürbar ruhiger. Die Landschaft öffnet sich und gibt den Blick frei auf weite, grüne Weideflächen, die von unzähligen Steinmauern durchzogen sind. Diese Mauern sind stumme Zeugen der jahrhundertealten Hirtentradition; sie schützen den Boden vor Erosion und dienten dazu, die Herden zu kontrollieren.

    Wir wandern auf weichen Pfaden, die sich durch die flache Vegetation schlängeln. Immer wieder ragen einzelne, knorrige Sabina-Bäume aus dem Gras hervor – manche stehen aufrecht wie Wächter, andere scheinen sich vor der Erinnerung an den letzten Sturm tief zu ducken.

    Nach einiger Zeit taucht in der Ferne das Ziel dieses Wegabschnitts auf: die weiße Ermita de la Virgen de los Reyes. Die kleine Kapelle liegt einsam und friedlich in der kargen Landschaft. Sie ist das religiöse Herz der Insel, und man spürt sofort die besondere Aura dieses Ortes. Hierher kommen die Menschen von El Hierro alle vier Jahre zur großen "Bajada", um ihre Schutzpatronin in einer feierlichen Prozession abzuholen. Für uns ist es der ideale Ort, um die Wanderung im windstillen Schatten der Kapellenmauern Revue passieren zu lassen, bevor wir uns an den Abstieg Richtung Sabinosa machen.
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