• Rund um die Eremita de la virgen

    February 28 in Spain ⋅ 🌬 19 °C

    Ganz plötzlich stehen wir vor den Höhlen von El Caracol – ein Ort von magischer Stille und für uns der perfekte, windstille Platz für eine erste Rast. Hier wurde einst die Jungfrau von Los Reyes zum ersten Mal verwahrt. Dieser Ort verkörpert das wahre Wesen der Gesellschaft von El Hierro: Er verbindet die uralten Hirtentraditionen des indigenen Volkes der Bimbaches mit der tiefen religiösen Ergebenheit, welche die Einheimischen ihrer Schutzpatronin heute noch entgegenbringen.
    Zahlreiche Spuren am Berg von Las Cuevas und El Caracol – von Höhlendörfern über Vulkanrohre bis hin zu den „Alares“ (Steineinfriedungen) – erinnern an das harte Leben der Hirten in früheren Zeiten. Die Grotten wurden auch nach der Eroberung der Insel weiter genutzt und mit neueren Werkzeugen als Wohnstätten, Viehpferche oder Kapellen hergerichtet. Besonders beeindruckend sind neben El Caracol auch die künstlichen Höhlen von Trinistra bei Valverde.

    Ein faszinierendes Detail erfährt man hier über das Zusammenleben der Hirten: Wie unterscheidet man in der Weite des Berges die eigenen Tiere von denen der Nachbarn? Auf El Hierro hat sich ein kluges System aus drei Merkmalen etabliert, das gleichzeitig die Kommunikation unter den Menschen fördert:

    • Markierungen: Spezielle Schnitte an den Ohren kennzeichnen die Zugehörigkeit zur jeweiligen Herde.
    • Klänge: Die unterschiedlichen Töne der Leitglocken definieren verschiedene Untergruppen.
    • Farben: Individuelle Fellzeichnungen dienen der Bestimmung von Einzeltieren.

    Nachdem wir diese geschichtsträchtige Stätte hinter uns gelassen haben, führt uns der Weg steil bergauf auf eine weite Hochebene. Dort erwartet uns ein herrlicher Anblick: Ein schier endloser, weißer Blütenteppich aus wilden Margeriten hat sich über die Landschaft ausgebreitet und wiegt sich sanft im Wind.
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