Die Juma-Moschee von Şamaxı
September 5 in Azerbaijan ⋅ ☀️ 28 °C
Auch die Anfahrt zur Juma-Moschee von Şamaxı (Schamachi) gestaltet sich etwas schwierig, aber mein Joe gibt nicht auf. Am Eingang muss ich als Frau mit einem Tuch meine Knie bedecken - ich bin vorbereitet und hab eines eingepackt - und aber auch meinen Kopf bedecken, dafür habe ich meinen Huddy dabei, so darf ich das Gotteshaus betreten.
Die Moschee gilt als dieälteste Aserbaidschans und sogar im Kaukasus: Die erste Moschee an dieser Stelle wurde nach heutiger aserbaidschanischer Darstellung bereits 743 n. Chr. errichtet und hat eine ausgesprochen wechselvolle Geschichte. Erdbeben zerstörten bzw. beschädigten sie mehrfach, besonders die schweren Beben von 1859 und 1902. Nach dem Erdbeben von 1859 wurde Schamachi so stark zerstört, dass die russische Verwaltung das Verwaltungszentrum des Gebiets schließlich nach Baku verlegte.
Die heutige Moschee ist somit kein unverändert erhaltenes Bauwerk aus dem 8. Jahrhundert. Sie wurde im Laufe der Jahrhunderte immer wieder umgebaut und zuletzt ab 2010 grundlegend restauriert und rekonstruiert und 2013 eröffnet. Dabei wurde nach offiziellen Angaben versucht, historische Mauern und Bauteile zu erhalten und gleichzeitig die Anlage technisch zu stabilisieren – wichtig, weil Schamachi in einer stark erdbebengefährdeten Region liegt.
Die beiden Minarette sind etwa 36,4 Meter hoch und prägen schon von weitem das Erscheinungsbild. Die heutige Anlage umfasst fast einen Hektar.
Besonders interessant ist der Gedanke, dass bei der Restaurierung versucht wurde, alte Mauern und Steine mit neuen Bauteilen zu verbinden. Gerade dieser Gegensatz zwischen historischer Substanz und moderner Rekonstruktion macht die Moschee interessant.
Im Inneren findet ihr einen großzügigen Gebetsraum mit Säulen und dekorativen Elementen. Uns gefällt vor allem die Mihrab, die Gebetsnische, die nach Mekka ausgerichtet ist, sowie die arabischen Koraninschriften.
Bei archäologischen Untersuchungen wurden hier übrigens auch Überreste einer Medrese, Zellen und Grabsteine entdeckt. Teile dieser historischen Strukturen sind erhalten.Read more






















