• Durch die Schlucht von Girdimançay

    September 7 in Azerbaijan ⋅ ☀️ 19 °C

    Heute Morgen ziehen wir weiter, wir durchfahren zunächst die Schlucht von Girdimançay. Dieser hier so breite und ziemlich wilde Fluss entspringt an den südlichen Hängen des Babadag, der über 3.000 Meter hoch ist. Von dort fließt er über rund 88 Kilometer durch die Bergregion und weiter in Richtung Kura.

    Auf dem Weg nach Lahic hat der Fluss über lange Zeit eine enge, canyonartige Schlucht in die Gebirgslandschaft geschnitten. Die Straße verläuft teilweise unmittelbar zwischen den steilen Berghängen und dem Flussbett – genau das macht diese Strecke so eindrucksvoll durch einen „geologisch spektakulären Canyon“, in dem die Felsen sind tatsächlich in Bewegung sind.

    Was man während der Fahrt gar nicht so bewusst wahrnimmt: Diese Schlucht ist geologisch ziemlich aktiv. Die steilen Hänge bestehen teilweise aus stark zerklüfteten Sedimentgesteinen und Schiefer. Wasser kann in die Gesteinsschichten eindringen und sie instabil machen.

    Das Institut für Geographie der Nationalen Akademie der Wissenschaften Aserbaidschans hat erst 2026 die Straße zwischen İsmayıllı und Lahic untersucht. Dabei wurde festgestellt, dass es entlang des Girdimançay regelmäßig zu Steinschlag und größeren Felsstürzen kommt. Am 20. und 22. Mai 2026 gingen beispielsweise größere Felsmassen auf die Straße nieder; einer der beschriebenen Felsblöcke soll etwa 150 Tonnen gewogen haben.

    Das erklärt auch, warum man auf dieser Straße immer wieder frisch geräumte Stellen, Schutzmaßnahmen oder beschädigte Böschungen sehen kann. Für uns ist es einmal mehr ein wunderschönes Abenteuer.
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