• Abendessen im Restaurant Old town

    September 7 in Azerbaijan ⋅ ⛅ 19 °C

    Nach unserer ausführlichen Stadtbesichtigung haben wir ordentlich Hunger und lassen es uns an unserem letzten Abend in Aserbaidschan noch einmal so richtig gut gehen. Wir bestellen einen griechischen Salat als Vorspeise, ich wähle für mich meine zweite Spezialität aus Şəki: Pitisi für 4,50 €, das ist im Tontopf geschmortes Lammfleisch mit Fettschwanz, Kastanien, Kichererbsen, Pflaume und Safran. Die Brühe wird zunächst auf geröstete Brotwürfel in einen Teller gegossen, dazu gibt es ein typisch aserbeidschanisches Gewürz, nämlich Sumach aus getrockneten und grob gemahlenen Steinfrüchte des Färberbaums (Essigbaums), die eine tiefrote bis bordeauxrote Farbe und eine leicht körnige Textur haben. Typischerweise wird es auf aserbaidschanischen Märkten in Säcken präsentiert – oft mit einem traditionellen Teeglas als Maßbecher.

    Es schmeckt angenehm säuerlich, fruchtig und leicht herb (ähnelt ein wenig Zitronensaft, bringt aber zusätzlich ein fruchtiges Aroma mit). In der aserbaidschanischen Küche ist Sumach unverzichtbar als Tischgewürz für Fleischgerichte wie Schaschlik (Kebab), Lülə Kebab und Qutab (gefüllte Teigtaschen). Es passt geschmacklich zum Fettgehalt von gegrilltem Lamm- oder Rindfleisch und macht es bekömmlicher. Zudem wird es gerne über frische Zwiebelstreifen oder Tomatensalate gestreut.

    Danach wird das Fleisch mit dem Mörser fein gestampft und entweder zur Suppe oder getrennt davon gegessen. Daran kann man sich tatsächlich gewöhnen. Joe findet es jedoch ganz schrecklich, weil dafür Lammfleisch verwendet wird. Er wählt lieber eines der Sadsch-Gerichte mit Kalbfleisch, die in einer traditionellen Eisenpfanne serviert werden mit Kalbfleisch, Zwiebeln, Tomaten, Kartoffeln, Aubergine und Pilzen. Der Kellner warnt ihn schon: „it is big!“ - „Macht nichts“ antwortet Joe ganz mutig und schafft dann am Ende doch nicht alles.

    Dazu wird heute Abend schöne Livemusik gespielt und wir trinken unser erstes Glas aserbaidschanischen Weins - letzte Gelegenheit. Das Leben ist schön!
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