• Kish Albanian Temple

    September 8 in Azerbaijan ⋅ ☁️ 12 °C

    Der Kish Albanian Temple – auch Kirche des heiligen Elishe genannt gehört zur Geschichte des kaukasischen Albanien – eines antiken und mittelalterlichen christlichen Reiches im heutigen Aserbaidschan. Der Begriff „Albanien“ hat dabei nichts mit dem heutigen Staat Albanien auf dem Balkan zu tun.

    Der mittelalterliche Historiker Movses Kaghankatvatsi berichtet, dass der Missionar St. Elishe im 1. Jahrhundert nach „Gis“ kam, dort eine Kirche gründete und das Christentum verkündete. Deshalb gilt Kiş in der aserbaidschanischen Tradition als einer der frühesten christlichen Orte des Kaukasus.

    Die heutige Kirche ist nicht 2.000 Jahre alt, auch wenn das häufig so dargestellt wird. Bei den Ausgrabungen 2000–2003, die von einem aserbaidschanisch-norwegischen Team durchgeführt wurden, fanden sich unter der Kirche Spuren eines Kultplatzes aus etwa 3000 v. Chr.

    Die heutige erhaltene Kirche wird aufgrund der Radiokarbondatierungen überwiegend ins 11./12. Jahrhundert (ca. 990–1160) datiert. Damit ist sie zwar sehr alt, aber eben nicht das Gebäude, das der heilige Elishe im 1. Jahrhundert errichtet haben soll.

    Bei den Ausgrabungen wurden ungewöhnlich große menschliche Skelette entdeckt – die touristische Darstellung spricht teilweise von etwa zwei Metern Körpergröße. Sie sind tatsächlich ein faszinierender Bestandteil der Ausstellung, sollten aber nicht zu der Vorstellung führen, hier seien „Riesen“ begraben worden. Schöne Sehenswürdigkeit, die schnell erkundet ist, allerdings sind umgerechnet 7,50 € Eintritt für Ausländische Besucher ziemlich überzogen.
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