Festung Ananuri ანანურის ციხე
September 9 in Georgia ⋅ ☀️ 15 °C
Die Festung Ananuri war über Jahrhunderte Machtzentrum, Festung und religiöses Zentrum der Aragwi-Region war. Sie liegt rund 70 km nördlich von Tiflis am Aragwi-Fluss und direkt an der historischen Straße über den Kaukasus. Wer von Süden nach Norden Richtung Darial-Schlucht und Nordkaukasus wollte, musste hier vorbei.
Die Anlage entstand vermutlich ab dem 16./17. Jahrhundert und wurde zum Sitz der mächtigen Aragwi-Eristawi. „Eristawi“ bezeichnete einen georgischen Feudalherrn bzw. regionalen Fürsten. Die Aragwi-Fürsten kontrollierten von hier aus große Teile des Gebiets und die wichtige Verkehrsroute. Dabei waren sie mächtige, aber keineswegs unumstrittene Herrscher. Innerhalb der Familie und mit anderen georgischen Fürsten kam es immer wieder zu erbitterten Konflikten.
Ananuri wurde deshalb mehrfach belagert und erobert. Besonders dramatisch war der Machtkampf im 18. Jahrhundert. Der damalige Aragwi-Fürst und seine Familie wurden schließlich getötet – ein Hinweis darauf, wie brutal die innergeorgischen Feudalfehden sein konnten.
1770 wurde die Herrschaft der Aragwi-Eristawi schließlich beendet. Das Gebiet kam unter die direkte Kontrolle des georgischen Königs. Die Festung spiegelt die wechselvolle Geschichte des Königreichs Georgien wider:
* Georgien war lange in verschiedene Königreiche und Fürstentümer zersplittert.
* Die Aragwi-Eristawi gehörten zu den mächtigsten regionalen Herrschern.
* Gleichzeitig mussten sich die georgischen Fürsten gegen Persien, das Osmanische Reich und die Bergvölker des Nordkaukasus behaupten.
* Die strategische Lage Ananuris machte die Festung deshalb zu einem wichtigen militärischen Punkt.
Und dann kam der Stausee. Das heutige Bild der Festung täuscht ein wenig über ihre ursprüngliche Lage hinweg. Der Schwarze-Aragwi-Stausee von Zhinvali entstand erst im 20. Jahrhundert durch den Bau eines Staudamms, dadurch liegt Ananuri heute malerisch direkt am Wasser.
Wir nehmen uns nicht nur die Kirche vor, sondern geben auf die Mauern und Türme und schauen ins Aragwi-Tal. Von dort versteht man sofort, warum genau hier eine Festung gebaut wurde.Read more









