• Mittagessen im Saj

    September 16 in Armenia ⋅ ☀️ 29 °C

    Nach unserer super interessanten Stadtführung haben wir vor allen Dingen eines, nämlich großen Durst. Unterhalb der Kaskade sticht uns dieses gemütliche Restaurant ins Auge, und wir entscheiden uns, hier auf einen Snack einzukehren. Joe wählt Altbewährtes, nämlich einen Caesar-Salat, und ich bin bereit für Experimente und nehme den Aveluk-Salat, ohne genau zu wissen, worauf ich mich einlasse. Erst als ich die Fasern gar nicht zuordnen kann, schlage ich nach.

    Aveluk (armenisch: ավելուկ) ist die armenische Bezeichnung für wilden Ampfer bzw. wilden Sauerampfer, der eine zentrale Zutat der traditionellen armenischen Küche darstellt.

    Frisch gepflückt schmecken die Blätter extrem bitter. Erst durch eine traditionelle Konservierungs- und Fermentationsmethode erhalten sie ihr typisches Aroma: Nach der Ernte im Frühjahr werden die langen Blätter zu straffen Zöpfen geflochten und im Schatten getrocknet. Während des Trocknungsprozesses fermentieren die Blätter leicht, wodurch die Bitterstoffe abgebaut werden und sich ein würziges, leicht säuerlich-erdiges Aroma entwickelt.

    Vor dem Kochen wird das getrocknete Kraut in heißem Wasser eingeweicht und gewaschen, um überschüssige Gerbstoffe zu entfernen.

    Typische Gerichte sind Aveluk-Suppe: eine traditionelle, herzhafte Suppe mit Zwiebeln, Linsen, Weizenkörnern (Bulgur oder Dzagavar) und gehackten Walnüssen. Oder eben Salat: Dafür wird gekochter Aveluk kurz in Pflanzenöl mit gebratenen Zwiebeln, Knoblauch und Walnüssen geschwenkt und oft mit Granatapfelkernen garniert.

    Okay, jetzt ist klar: Einmal Aveluk-Salat ist völlig ausreichend für ein ganzes Leben.
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