Das moderne Batumi im Bauboom
September 21 in Georgia ⋅ ☁️ 21 °C
Wir nehmen eine etwas andere Strecke aus der Stadt heraus, als wir gestern hineingekommen sind, mitten durch das neue, schnell wachsende Batumi. Ich frage ChatGPT nach dem Hintergrund und erhalte folgende Antwort:
Die Ergebnisse der georgischen Volkszählung 2024 zeigen eine geradezu erstaunliche Entwicklung: Batumi hatte 2024 rund 235.700 Einwohner – 54,2 % mehr als bei der Volkszählung 2014. Damit war Batumi die Stadt Georgiens mit dem mit Abstand stärksten Bevölkerungswachstum.
Das ist besonders bemerkenswert, weil Georgien insgesamt keineswegs stark wächst. Der Batumi-Effekt ist deshalb vor allem ein Urbanisierungs-, Tourismus- und Zuwanderungseffekt.
Und noch etwas ist wichtig: Die amtliche Einwohnerzahl beschreibt nur die Menschen, die dauerhaft bzw. entsprechend der Zensusdefinition in Batumi leben. Batumi hat zusätzlich eine sehr große Zahl von Saisonbewohnern, Touristen, Zweitwohnungsbesitzern und Menschen, die nur zeitweise hier leben. Das tatsächliche Leben in der Stadt kann deshalb deutlich „größer“ wirken als die offizielle Einwohnerzahl.
Wer kommt nach Batumi?
Georgier aus anderen Landesteilen, aus kleineren Städten und Dörfern der Region. Arbeitsplätze entstehen vor allem in Tourismus, Gastronomie, Handel, Dienstleistungen, Bauwirtschaft und Immobilien.
Russen, Ukrainer und Belarussen: Nach dem russischen Angriff auf die Ukraine und den politischen Entwicklungen in Russland kamen seit 2022 viele Menschen nach Georgien. Ein Teil davon ließ sich längerfristig nieder, ein anderer Teil blieb nur vorübergehend. Diese Gruppe war für Batumi insbesondere 2022/23 sehr wichtig; ihre Bedeutung auf dem Immobilienmarkt ist inzwischen wieder geringer.
Aber auch israelische Käufer und Bewohner sind inzwischen eine wichtige internationale Gruppe auf dem Batumi-Immobilienmarkt, neben EU-Bürgern sowie Menschen aus Zentralasien, der Türkei und weiteren Ländern.
Batumi wächst vor allem durch mobile, international orientierte Menschen im erwerbsfähigen Alter – kombiniert mit einer großen Zahl von Menschen, die hier eine Wohnung als Kapitalanlage, Zweitwohnung oder Ferienwohnung besitzen.
Ein erheblicher Teil der neuen Wohnungen wird nämlich gar nicht von Menschen gekauft, die dauerhaft in Batumi wohnen.
Das erkennt man sehr schön am Immobilienmarkt: 2025 entfielen bei den von Galt & Taggart untersuchten größeren Bauträgern 52 % der Wohnungskäufe auf Ausländer. Bei ausländischen Käufern dominieren inzwischen Israelis und Europäer mit jeweils 13 % der Verkäufe; Ukrainer, Russen und Belarussen zusammen kamen auf 11 %.
Batumi hat ein Geschäftsmodell entwickelt, das man vereinfacht als „Wohnung + Hotel + Ferienwohnung + Investment“ beschreiben kann.
Viele der Hochhäuser sind nicht primär klassische Wohnhäuser für Batumi-Familien. Die einzelnen Apartments werden an internationale Käufer verkauft und anschließend häufig touristisch vermietet. Ich finde das etwas beunruhigend.Read more











