Meuterei auf der Bossa Nova
October 27, 2024 in Portugal ⋅ ☀️ 18 °C
Nun haben wir schon wieder ein Mitglied der Crew verloren. Dieses Mal aber durch Meuterei. Der Autopilot ließ sich nicht mehr dazu bewegen, seinen Dienst wieder aufzunehmen. Da half auch ein Experte aus Neuseeland nichts und der Hersteller selbst konnte auch nichts mehr ausrichten. Dadurch, dass der fiese Pilot am Freitag seinen Dienst quittiert hat, haben wir nun das komplette Wochenende verloren. Jetzt ist Schluss, jetzt fliegt der Kerl raus!
Damit ist dann zunächst solange Handsteuerung angesagt, bis ein neuer „Kollege“ eingetroffen ist. Und wie das so mit gutem Personal ist, dass wird teuer. Die Volksweisheit, kaufe nie etwas was wiehert, schwimmt oder fliegt, trifft in diesem Falle voll zu.
Nach dem Ankerlichten sind wir dann am 27. Oktober nach Porto aufgebrochen. Der Wind wehte mäßig und dann auch noch von achtern (hinten). Jetzt könnte man denken: Ist doch alles gut, der Wind kommt von hinten. Das ist doch für ein Segelschifff optimal. Nein, ist es nicht! Vor allem dann nicht, wenn man mit zwei Segeln per Hand steuert. Warum das so schwer ist, kann ich schwierig erklären. Wenn der Wind von der Seite weht, dann liegen beide Segel in einer Richtung. Hier ist Steuern verhältnismäßig „einfach“. Das ist bei achterlichem Wind nicht so. Hier liegt das Großsegel auf der einen und das Vorsegel auf der anderen Seite des Schiffes. Die Kunst besteht nun darin, beide Segel unter Wind zu halten. Dabei darf der Kurs des Schiffes nicht mehr als 5-8 Grad nach backbord oder steuerbord abweichen. Schwierig, wenn man weiß, das eine Welle das Schiff bereits über 15 Grad aus dem Kurs bringen kann. Du musst also vorher wissen, was das Boot gleich macht. Wenn dir das nicht gelingt, dann gibt es einen riesen „RUMS“ und der Baum schlägt um. Das ist das schlimmste. Das kleinere Übel ist der kleine „Rums“. Hier schlägt dann das Vorsegel um. Beides ist gar nicht gut und kann, bei so einem großen Schiff, schnell eine Menge Schrott produzieren.
Die Steuerei erfordert eine erhebliche Konzentration, was auf kurz oder lang immer zu einem großen oder kleinen „RUms“ führt. Von der Konzentration her ist es in etwa so, als wenn dir jemand eine Augenklappe auf das rechte Auge legt, dich auf einen sehr langen Schwebebalken (kennt man ja noch aus dem Turnunterricht) stellt und sagt: So, jetzt lauf mal zügigen Schrittes eine Stunde gerade aus. Wenn du dich richtig konzentrierst, dann läuft das eine Weile, aber irgendwann machst du einen Fehler und dann „rumst“ es…
So war das dann auch bei uns. Nach drei bis vier „Rums“ entschloss sich Frank dann das Experiment „Anfänger steuert am Vorwind“ zu beenden. Die Angst in seinen Augen, noch mehr Schrott zu produzieren war unübersehbar. Somit segelten wir dann mit nur einem Segel weiter. Damit natürlich auch langsamer. Irgendwann legte der Wind sich ganz und wir mussten mit Motor unseren Zielhafen „Porto“ ansteuern. Diesen erreichten wir gegen 20 Uhr. Der Tag hatte für uns übrigens 26 Stunden. Zum einen wurde die Uhr, auf Grund der Winterzeit, um eine Stunde zurückgestellt und zum anderen passierten wir eine andere Zeitzone und die Uhr wurde noch einmal eine Stunde zurück gestellt. Morgen verholen wir das Schiff dann noch zu einem anderen Ankerplatz, welcher näher an der Altsatt von Porto liegt. Danach geht es dann auf Landexkursion in die Stadt.Read more








Moin meine Lieben. Sehr nett und witzig beschrieben. Überhaupt toller Reiseblog. Grüße von Pellworm Claudia [Claudia]
TravelerHi Claudia, danke für dein Lob, schön, dass dir die Berichte gefallen. Liebe Grüße nach Pellworm. 🤗🤗
TravelerDer berühmte " Eierkurs".... Ihr macht das schon, noch nen Gruß von Pellworm, Hannes