• Geocaching in Lissabon

    November 3, 2024 in Portugal ⋅ ☁️ 22 °C

    Nach einer etwas längeren Pause gibt es wieder kurz etwas von uns zu lesen. Wie geplant, erreichten wir Lissabon am frühen Abend des 3. November. Zunächst gingen wir vor einer Marina vor Anker. Am Montag stand dann für uns auf dem Plan, dass Gennaker zusammen mit Joana abzuholen. Das Wetter war gruselig. Es regnete den ganzen Tag, so dass wir uns erst am späten Nachmittag aufmachten, um zum Flugplatz zu fahren. Um 19 Uhr waren wir dort mit Joana verabredet. Eines vorweg: Wer etwas über den Flughafen in Lissabon wissen möchte, der kann uns gerne fragen. Wir kennen davon mehr als wir wissen wollten. Aber der Reihe nach.

    Da Joana nicht pünktlich sein konnte, da ihr Bus im Feierabendverkehr stecken geblieben war, schauten wir uns einmal in der Gegend um, um den Paketschalter von UPS zu finden, denn man hatte ihr ja telefonisch gesagt, dass sie das Segel am Flughafen abholen soll. Gefunden haben wir nichts. Aber wir kennen uns ja auch nicht aus. Gegen 19:20 Uhr war dann auch Joana da und wir machten uns gemeinsam auf die Suche. Wieder nix. Dann fragten wir beider Auskunft 1, welche uns zur Auskunft 2 schickte. Auskunft 2 sagte uns, dass man hier am Flughafen kein Paket abholen kann. Daraufhin bekamen wir eine wage Position. Wir machten ein UPS Depot in der „Nähe“ aus. Okay, kein Problem, sagte Google Street-View, da kann man zu Fuß hinlaufen. Dann mal los.

    Ich weiß ja nicht, was dieses verfi… Programm sich so denkt, aber wir hatten dann doch keine Lust ein Autobahnkreuz und zwei dreispurige Autobahnen per Pedes zu überqueren und brachen die Aktion ab. Allerdings viel zu spät. Da standen wir schon fast an der Leitplanke. Also wieder zurück zum Flughafen.

    Dann nehmen wie halt ein Taxi. Der Gedanke war gut, aber die Umsetzung scheiterte an der Tatsache, dass neben uns noch ca. 150 andere Menschen ein Taxi wollten. Also buchen wir ein Uber-Fahrer. Das war auch nichts, denn die wollten nicht. Wahrscheinlich war die Fahrt zu kurz. Also wurde die Mission gegen 20:15 Uhr erfolglos abgebrochen. Joanna ging ihres Weges, wir unseren. Morgen setzen wir die Suche fort.

    Gesagt getan, am 4. November, dass Wetter war inzwischen besser, holten wir Joana am Universitätsklinikum ab, wo sie Medizin studiert. Das Krankenhaus sieht übrigens aus wie ein Gefängnis. Der Architekt, welcher die Prora-Anlage auf Rügen gebaut hat, muss auch diesen Komplex entworfen haben. Da willst du NIEMALS eingeliefert werden. Jonana sagt: von innen ist es auch nicht besser…

    Joana ist übrigens wirklich eine tolle Person. Obwohl sie uns ja nun überhaupt nicht kennt, zieht sie gelassen und entspannt mit uns des Weges, um unsere Sendungen zu suchen. Sendungen? Ja, denn der neue Kollege (Autopilot) war auch schon eingetroffen. Dieser sollte eigentlich bei ihr zu Hause angeliefert werden. Obwohl in der WG alle wussten, dass ein wichtiges Paket kommt, öffnete die Mitbewohnerin nicht, da sie sich dachte „Ich bekomme ja nix“. Das war ganz große Klasse, denn Paket zwei wurde nun natürlich nicht bei Paket eins gelagert! Die ganze Aktion war ein wenig wie Geocaching oder Schnitzeljagd. Letztlich haben wir den neuen Kollegen in einem Hady-Shop irgendwo in Lissabon gefunden. Danach riefen wir uns ein Taxi und fuhren zusammen an die Adresse, wo wir das Paket zwei vermuteten. Und siehe da, um 18 Uhr war es dann soweit und wir haben das Segeln endlich in Empfang nehmen können. Hurra!

    Zum Abschluss ging es ins Taxi und schwups nach Hause. Dachten wir…

    Da wir Joana nicht aus dem Industriegebiet allein nach Hause fahren lassen wollten, brachten wir Sie mit den Taxi dort hin. Leider war gerade mega Feierabendverkehr, leider Spielte an diesem Abend Lissabon gegen Manchester und leider wohnte Joana genau 200 Meter vom Stadion entfernt. Den Rest könnt ihr euch denken.

    Frank hatte an diesem Tag übrigens Geburtstag und lud zum Essen ein. Diesen Termin konnten wir nur mit Mühe halten, haben es dann aber irgendwie geschafft. Da die Drei nicht ohne uns essen wollten, haben sie dann halt ohne uns schon mal mit dem trinken angefangen. Letztlich hatten wir dann einen schönen Restabend und sind dann spät zurück aufs Boot.

    Jenes stand inzwischen, sehr ruhig, auf dem Land. Warum? Weil es einen neuen Unterwasseranstrich erhalten sollte. Das war eigentlich auf Gran Canaria angedacht, aber da der Autopilot eh noch eingebaut werden musste, bot sich diese Arbeit in Lissabon an. Erst war jedoch gar nicht klar, ob sich das Schiff überhaupt aus dem Wasser holen lässt, denn der Hebewagen konnte nur 30 Tonnen heben und die Lagoon 500 wiegt genau 30 Tonnen. Ob mit oder ohne Betriebsstoffe, dass weiß ich nicht so genau. Vorsorglich wurde dann ca. eine Tonne Krimskrams von Bord getragen. Sicher ist sicher.

    Am 6. November waren Michelle, Frank und Lars dann damit beschäftigt, den Autopiloten zu installieren, was sehr aufwändig war, und den Anstrich aufzutragen, nachdem das Boot vorher mit einem Hochruck-Reiniger gesäubert wurde. Corinna und ich machten uns auf dem Weg zu Lidl, um einen Großeinkauf zu tätigen. Am Nachmittag ging es dann endlich in die Stadt. Lissabon selbst ist eine großartige Stadt, die man gesehen haben sollte!

    Am Abend waren wir dann wieder mit Joana verabredet, welche wir zum Essen eingeladen hatten. Wir trafen uns in der LX-Factory, einem alten Fabrik-Geläde, wo sehr viele kleine Geschäfte und Restaurants entstanden sind. Ein wirklich cooler Ort um den Abend zu verbringen. Genau das haben wir dann auch gemacht.

    Am 7. November starteten wir dann den Stadtbesuch Nummer 2. Dieser war sehr ausgedehnt. Unser Ticket für den Nahverkehr haben wir an diesem Tage ausgiebig genutzt. Unsere Füße übrigens auch! Ich schreibe hier jetzt nicht im Detail, wie schön die Stadt ist und was man alles Endecken kann, denn es ist sehr viel. So viel, dass wir eigentlich noch zwei, drei Tage mehr benötigt hätten. Ein kleines Erlebnis sei hier Exemplarisch erwähnt. Wir stießen auf einen kleinen Laden, welcher so winzig war, dass nur zwei Menschen darin Platz fanden. Entsprechend schmal war auch die Eingangstür. Dieser Laden verkaufte nur ein einziges Produkt, nämlich Handschuhe. Diese aber aus feinstem Leder. Es bediente ein älterer Herr, welcher neben portugiesisch auch noch englisch und französisch fließend sprach. Vermutlich auch noch mehr. In hunderten Schächtelchen bewahrte er die Handschuhe auf und wenn man nach einem bestimmten Modell fragte, griff er Zielsicher zu einer der Schubladen und holte jenen heraus. Dieses Geschäft war irgendwie „Magisch“. Es hätte auch Zauberstäbe verkaufen können. Vielleicht tut er das auch, denn es waren sehr, sehr viele Schachteln vorhanden. So viele Handschuhe kann er gar nicht haben…

    Am 8. November geht es jetzt Richtung Gran Canaria. Das Leichtwindsegel ist montierter, der Autopilot funktioniert, auf geht’s. Ab jetzt sind wir vier Tage unterwegs. Das bedeutet dann wieder eine Sendepause. Wir melden uns dann von Gran Canaria. Bis dahin. 👋🏻
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