Joined August 2018 Message
  • Day8

    Rückblick

    April 18 in Morocco ⋅ ⛅ 22 °C

    Es war eine wunderbare Reise, auf der wir sehr viel gesehen und noch mehr erfahren haben. Wir haben viel gegessen und wahrscheinlich zu wenig getrunken. Ich bin Bene und Lolo sehr dankbar, dass sie alles organisiert und all meine Schrullen ertragen haben. Wir waren ein gutes Team. Dankbar bin ich auch den Damen, die zurückbleiben mussten, während wir auf Männertour waren.
    Was würden wir anders machen? Vielleicht immer in einer neuen Stadt einen Stadtführer buchen, weil die Städte zu unübersichtlich sind, als dass man sie auf eigene Faust erkunden kann. Vielleicht wäre ja auch ein Training nicht schlecht, wie man Händler und Zuträger abwimmelt. Das war ebenso unangenehm wie der Umstand, dass man nie weiß, ob man gerade nicht über den Tisch gezogen wird, wenn man noch so gut verhandelt. Dass wir während des Ramadans reisten, war an sich völlig unproblematisch, da Marokko anscheinend ein Land ist, dass so sehr auf den Tourismus ausgerichtet ist, dass in der touristischen Parallelwelt der Ramadan im Grunde nicht wahrgenommen wird. Eine Ausnahme hatten wir lediglich am ersten Tourentag mit Jamal, der eine halbe Stunde vor dem Fastenbrechen völlig unterzuckert war und daher so riskant fuhr, dass wir wirklich um unser Leben bangten.

    Aber das sind Kleinigkeiten. Alles andere, die Landschaften, die Kultur und die Menschen, die wir kennen lernen durften, waren großartig.
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    Traveler

    Tolles Bild von Euch Drei!

    4/18/22Reply
     
  • Day8

    Großes Finale in Fes

    April 18 in Morocco ⋅ ⛅ 26 °C

    Es ist unser letzter Tag und dazu haben wir uns wieder eine Führung durch eine Stadt gegönnt, die Meknes und Marrakesch kulturell und architektonisch weit übertrifft: Unser Mann vor Ort hieß Hassan, war in meinem Alter, lebt von Stadtführungen sowie Exkursionen gut und hatte wieder viele Freunde in Genossenschaften und Läden. Aber er gab uns auch tiefere Einblicke in die Geschichte der Universität, die nicht nur die älteste mit muslimischem Schwerpunkt , sondern auch eine mit säkularen Fakultäten war. So lehrte beispielsweise hier der große Gelehrte und Philosoph Maimondis, der einer der größten jüdischen Rechtsgelehrten war und unter anderem eine Wasseruhr erfunden hat, von der es hier ein Exemplar gibt; leider weiß man nicht, wie sie funktioniert. Heute gibt es nur noch die muslimische Hochschule.
    Ganz in der Nähe der Universität ist die Madrasa, eine muslimische Schule mit angeliedertem internat, dessen Zimmer schon sehr an Mönchszellen erinnern. Finanziert wurde den Schülern der Aufenthalt entweder vom Herrscher, von privaten Gönnern oder Stiftungen.
    Mit Hassan ging es diesmal wieder in ein Färberviertel, in das echte, laut Hassan. Jetzt war der Gestank wirklich unerträglich. Dagegen gab es vor der Besichtigung Minzstengel, die man sich unter die Nase hält. Wir erfuhren viel über die Arbeitsteilung der Arbeiter: Schwarzfärber färben nur schwarz, Grünfärber nur grün etc. Natürlich war dem Ganzen wieder ein Laden angegliedert.
    Und was gab es noch? Eine Moschee, von der aus die Menschen südlich der Sahara missioniert wurden und die vielen der Gläubigen dort noch als heiliger Ort gilt, den sie gern besuchen. Und viel Souk und viele Bilder.
    Das Wetter ist übrigens ganz anders, als man es erwartet: Es ist wolkig und ein kühler Wind weht.
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  • Day7

    Fes

    April 17 in Morocco ⋅ ⛅ 28 °C

    Heute war unser Shopping und Erholungstag. Nebenbei gab es natürlich auch etwas Kultur, wobei man eigentlich immer von einem Marokkaner in den Schlepptau genommen wird, der uns dann trotz aller Beteuerungen vorab durch einen Laden schleppt, wo angeblich auch niemand ein Geschäft machen will. Eigentlich ist das kontraproduktiv, weil man sich immer bedrängt fühlt.
    Zur Kultur: Wir blickten von oben auf das Gerber und Färberviertel, das anscheinend immer noch, weil es sich mit den vielen Bottichen für einen alleine nicht lohnt, als Genossenschaft organisiert ist.
    Ganz in der Nähe: die älteste Universität der Welt aus dem 9. Jahrhundert, also aus einer Zeit, in der bei uns die Karolinger herrschten. Sie wollen wir uns noch genauer anschauen.
    Zum Shopping: Wir suchten für mich ein orientalisches Gewand. Bene fand eine Lederjacke, die preislich noch nicht dem entspricht, was ich zu geben bereit bin. Habe ich schon erwähnt, dass ich inzwischen gerne feilsche und meine Mitreisenden das nicht immer lustig finden.
    Heute ist übrigens ein Fest: Die Hälfte des Ramadans ist vorbei. Darauf bezieht sich das Video. Bitte die Tonspur beachten!
    Am Abend gab es vom Chef des Riads noch einen Geburtstagskuchen, da Bene ihm erzählt hatte, dass wir auf einer Reise sind, die mir die Jungs zum 60. geschenkt hatten.
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    Traveler

    Der Zitronenmann😁

    4/17/22Reply
     
  • Day6

    Noch etwas Meknes und dann Fes

    April 16 in Morocco ⋅ ☀️ 26 °C

    Wir sind jetzt am Endpunkt unserer Reise angekommen. Dabei versuchen wir alles mitzunehmen, was zu einer ordentlichen Orientreise gehört: Seife und Gewürze einkaufen, durch die Markthalle flanieren, dabei dem Metzger beim Zerlegen einer Kuhkeule zuschauen. Sich rasieren lasse, in der Kutsche um die Königsstadt und dann mit dem Sammeltaxi nach Fes fahren lassen.
    Jetzt genießen wir das Riad Amor. Es ist nicht das, wonach es klingt. Auf den ersten Blick zumindest
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  • Day5

    Von der Sahara nach Meknes

    April 15 in Morocco ⋅ ☀️ 20 °C

    Es war ein klassischer Reisetag: von der Wüste nach Meknes. Etwas 800 Kilometer, die unser Fahrer in seinem sehr flotten Fahrstil bewältigt. Seine teilweise etwas unorthodoxe Interpretation des Phänomens "Verkehr" wird sicherlich noch in den anschließenden Erzählungen im privaten Rahmen eine gebührende Rolle spielen, sodass ich hier nicht weiter darauf eingehe.
    Die Fahrt selbst, zu der es diesmal keine Bilder gibt, war eine Exkursion durch die unterschiedlichsten Landschaften: Sand- und Geröllwüste, Karstlandschaften mit von Höhlen durchzogen Gesteinsbändern, weite menschenleere und wüstenartige Hochgebirgsareale, umgeben von Schnee bedeckten Dretausendern, knapp unter der Baumgrenze große Zedernwälder, die dann in mediterrane Täler mit Olivenbäumen und Wein auslaufen. Welch Vielfalt!
    Und jetzt Meknes. Riad Saphir. Ein alter Palast,wo wir uns erst einmal ausruhen, entspannen und ich meinen Muskelkater pflege, der von der Wüstentour her rührt.
    Die Stadt ist ganz anders als Marrakesch. Sie wirkt wie eine echte Großstadt: dichter Verkehr, um die Altstadt herum hohe moderne Häuser. Das Dächermeer unübersichtlich. Der Ruf der Muezine zum Fastenbrechen wie Sirenen über der Stadt liegend. Während die eine, Marrakesch, mit ihrer Million an Einwohnern als behagliche Berbermetropole daher kommt, sagt das arabische Meknes mit seinen 600 000 Einwohnern laut und deutlich und mit allem, was es hat: Ich will Stadt sein.
    Ganz umsetzen lässt sich das allerdings nicht immer: Unsere abendliche Suche nach einem Restaurant erwies sich auch nach dem Fastenbrechen als hoffnungslos. Wir landeten schließlich bei Teigtaschen und Gebäck in einem vom Verkehr umtosten Imbiss, dessen Besitzer so glücklich war über unseren Besuch, dass er Prozellanteller aus den Tiefen seiner Bestände hervorzauberte.
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  • Day5

    ... hohen Dünen

    April 15 in Morocco ⋅ ☀️ 13 °C

    Wir sitzen jetzt in einem Hotel und frühstücken. Es ist etwa 6 Uhr 30. Bene war schon heldenhaft im Pool. Er schätzt, dass das Wasser um die 17 Grad hat. Er kenne das aus Schweden.
    Hinter uns liegt eine große Nacht in den marokkanischen Sanddünen: Kurz vor dem Sonnenuntergang bestiegen wir - mehr oder minder elegant - unsere Dromedare. Was sich der Nicht-Dromedar-Reiter nicht vergegenwärtigt, ist, dass dieses Tier groß ist. Entsprechend anspruchsvoll ist es für einen übergewichtigen Herrn, auf dem Tier zu bleiben, wenn es aufsteht und wenn es seine Gangrichtung von aufwärts zu abwärts ändert. Dann geht das Tier nach vorne und ich muss dem dem Ruf meines Dromedartreibers folgen: Lean back. So blieb ich auf dem Tier. Die Redewendung "Augen zu und durch" bekam in diesem Zusammenhang an einigen Stellen eine fast schon wörtliche Bedeutung.
    Groß waren neben den Dromedaren Sonnenauf- und untergang. Und das bei Vollmond über den Dünen. Gigantische Momente von Stille und Schönheit, die uns schnell jeden großen Schmerz im Hintern vergessen ließen.
    Groß war natürlich auch unser Engagement, nach einer Nacht mit marokkanischer Volksmusik und der Übernachtung in einem komfortablen Zelt in der Früh um fünf Uhr wieder auf das Kamel zu steigen, um zurück zu reisen.
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  • Day4

    Von tiefen Schluchten und...

    April 14 in Morocco ⋅ ☀️ 24 °C

    Auch wenn die Söhne erwachsen sind, hat man es als Vater mit kleinen Schwächen nicht leicht. Nach ausgiebigem nicht ramadankonformen Frühstück wurden wir von Jamal in eine der großartigsten Schluchten gefahren, die ich je gesehen habe. Tingher. Die ersten drei Bilder vermitteln einen Eindruck. Ich bin mir nicht nur hier fast sicher, dass ein Teil von Indiana Jones hier gedreht wurde. Das Blöde daran war, dass sich meine Höhenangst zuverlässig einstellte und meine Maßnahmen, im Auto auf der Bergseite sitzen, dem Abhang beim Fotografieren nicht zu nahe zu kommen, bei meinen Söhne Spott und Hähme auslösten.
    Anschließend ging es Toughra, wo wir eine Indiana-Jones-fähige zweite Schlucht besichtigten.
    Die Fahrt in die Sahara war lang, entsprechend kurz halte ich den Text. Die Fortsetzung folgt morgen, weil wir jetzt auf Kameltour gehen.

    Jamals Fahrstil hat sich übrigens geändert: Er fährt besonnen, weil ihn die Polizei zu umgerechnet 40 Euro und zwei Punkten Strafe verdonnert hat. Er hatte ein Stopp-Schild missachtet. Die Polizei ist übrigens sehr präsent. So gibt es beispielsweise an jeder Ortseinfahrt eine strenge Kontrolle.
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  • Day3

    Reise in den Atlas

    April 13 in Morocco ⋅ ⛅ 15 °C

    Wir sind unterwegs in den Atlas. Jamal ist unser Führer und fährt uns jetzt die nächsten drei Tage. Am Ende unserer Tour waren wir der festen Überzeugung, dass es seine erste Tour mit Touristen war und er unsere Erfahrungen für die Zukunft nutzen wollte. Er ist Berber und kommt aus einem Atlasdorf, wo er seine Frau zurück gelassen hat. Sie werden in diesem Monat ihr erstes Kind bekommen. Jamal ist nervös. Wir wünschen ihnen das Beste. Wenn wir wieder in Marokko sind, sollen wir ihn und seine Familie in ihrem Dorf besuchen. Das werden wir sicher tun. Danke, Jamal.
    Benes Kommentar zu den ersten Eindrücken vom Atlas : wie in Californien. Die Landschaft ist rot, grau und grün. Rot vom eisenhaltigen Untergrund, grün von den Bäumen und Feldern in den Flusstälern und grau von den Olivenbäumen.

    Das, was ich gestern von Marrakesch geschrieben habe, lässt sich auf die Atlasregion übertragen: Auf den ersten Blick fährst du durch eine rotbraune gebirgige und offensichtlich lebensfeindliche Steinwüste. Aber wenn man genau hinsieht, erstaunen einen pittoreske, aber verlassene Dörfer aus bröckelndem Lehm. Flusstäler in sattem Grün, die die Steinwüste oft canyonartig durchschneiden, danach wieder Ebenen, in denen das spärliche Grün von Salz überzogen ist.
    Und immer wieder Kasbas, Berberburgen wie die gigantische Ait Benhoudda, Weltkukturerbe und Kulisse für so manchen Film, die wir natürlich besichtigten. Noch besser hat uns die Kasba von Telouet gefallen, gelegen an einer wichtigen Handelsstraße, die einem Sultan bis ins 19. Jahrhundert reiche Einnahmen garantierte. Durch diese prächtige Anlage führte uns ein kostümierter Berber mit sachsischem Hintergrund, der sich dann noch als geschäftstüchtiger Gastronom und Teppichhändler erwies. Hätten wir uns für einen der Teppiche entschieden, er hätte ihn mit DHL liefern lassen. Innerhalb von drei Tagen, wie er betonte.
    Jetzt sind wir am Eingang des Dadastals in einem Hotel. Nach dem Essen gab die Familie des Wirts noch ein kleines Konzert für Trommeln und Gesang. Die kleinen Töchter durften noch nicht mitmachen. Von Fluss herauf begleiten uns Frösche in die Nacht.
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    Traveler

    Tolle Bilder! Das sieht (und Klingt) alles sehr spannend!

    4/14/22Reply
     
  • Day2

    Noch ein paar Bilder und Informationen

    April 12 in Morocco ⋅ ⛅ 19 °C

    Informationen von Jussuf: Seit Mohamed König ist, haben sich die wirtschaftliche Lage und der. Lebensstandard deutlich verbessert. Gleichzeitig gibt es immer mehr Investitionen beispielsweise in Immobilien, die zu Riads umgebaut werden. Die meisten Bauherrn sind Franzosen, die nach dem Bau und mit der Inbetriebnahme fünf Jahre lang Steuerfreiheit genießen.
    Deutliche Verbesserungen gebe es besonders in den Regionen, wo sich die Autoindustrie angesiedelt hat.
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  • Day2

    Marrakesch für Einsteiger

    April 12 in Morocco ⋅ ⛅ 21 °C

    Drei Vorbemerkung:
    1. Wir haben Jens Spahn gesehen.
    2. Marrakesch ist möglicherweise eine Stadt, in die man sich verlieben kann.
    3. Das Rätsel der geschlossenen Läden ist gelöst.

    Wir haben tatsächlich Jens Spahn gesehen, oder besser gesagt: die Jungs. In einer der vielen alten Synagogen von Marrakesch, die hier von einer der größten jüdischen Gemeinden im Orient genutzt wurden. Bis 1948, als man im damals französischen Protektorat befand, dass die Juden ja jetzt ihren eigenen Staat hätten... Den Rest kann man sich denken.
    In diese Synagoge war also Jens Spahn mit einer Frau. Und später war er auch noch in einem Gewürzladen, wo er angeblich Aphordisiaka gekauft hat, behauptet der polyglotte Besitzer.

    Warum kann man sich in Marrakesch verlieben? Weil das meist nicht über das Offensichtliche geht. Das bewundert man vielleicht oder ist hingerissen, aber nicht verliebt. Das geht oft erst dann, wenn man auf den zweiten Blick erst das eine erkennt, was liebenswürdig ist. Und dann noch etwas mehr und mehr und mehr. Und so ist Marrakesch: auf den ersten Blick eher schmutzig, laut und unspektakulär. Aber wenn du dann von einem Kenner der Stadt wie Jussuf, unserem Guide, an die Hand genommen wirst, kommst du aus dem Staunen nicht mehr heraus: Wir waren im Garten von Yves St. Laulent, wo wir unter Palmen spazierten, über seinen Drogenkonsum spekulierten und immer wieder in Majorelleblau eintauchten, wir waren im Souk und ließen uns zeigen, wie man schmiedet, Mosaike gestaltet, Intarsien einlegt, Tücher färbt und einen Turban bindet. Wie man feilscht und sich vom Barbier verwöhnen lässt. Wir kennen weite Haremsgärten und sind in ein Meer von Düften eingetaucht. Eigentlich war es hinter jeder Ecke eine andere Überraschung.
    Und das Rätsel? Das Rätsel der geschlossenen Läden ist gelöst: Die meisten Läden, die keine Lebensmittel verkaufen, schließen im Ramadan eine Stunde vor Sonnenuntergang, damit man sich auf das Beten vorbereiten kann. Da nach öffnen die Läden, in denen man das Fasten brechen kann. Außerdem haben viele Geschäfte wegen Covid-19 pleite gemacht.
    Morgen geht's weiter über die Straße der Kasbas, mit einem kundigen Guide und Chauffeur. Wir werden alt. 😉
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