Joined August 2018 Message
  • Day9

    Wieder daheim

    August 8 in Germany ⋅ 🌧 16 °C

    Insgesamt war die Tour ein bisschen kürzer als geplant, aber Matthias musste früher zu seinen Damen zurück. Rückblickend war es großartig. Es war fast alles dabei: Sturm, Regen, Schlamm, knietief mit Wasser gefüllte Schlaglöcher, lange Panzerstraßen, Industriebrachen, weite Felder, dichte Wälder, die nach Pilzen rochen ... pulsierende Städte, verschlafene Dörfer... deftiges und schmackhaftes Essen und Trinken, die den Gedanken, abnehmen zu wollen, gar nicht erst aufkommen lassen.
    Viele Eindrücke, die sich erst setzen müssen. Wir hatten geflucht und gelacht. Wir waren verschwitzt und durchgefroren. Es war ein Abenteuer, das ich nicht missen möchte - und das quasi vor der Haustüre.
    Der Höhepunkt für mich war der Stopp in Jakobsdorf, dem alten Sitz meiner Mischpoke. Endlich gibt es Bilder zu den Erzählungen meiner Großeltern und all der vielen anderen verstorbenen Verwandten.
    Ich bin immer wieder an meine physischen Grenzen gekommen und jetzt ist mein Kopf auch wieder frei.
    Und es war auch großartig, mit Matthias unterwegs gewesen zu sein. Er verstand es immer, dann da zu sein, wenn ich etwas schwächelte. Wir hatten viel Spaß und lange Gespräche in den Abend hinein. Wir waren ein sehr gutes Radfahrteam. Und möglicherweise ist nach der Tour auch vor der Tour.

    P. S. zum Thema "Anhänger oder Taschen?": mit dem Anhänger wären wir an den ersten beiden Tagen wohl nicht weit gekommen. Zu ruppig war manchmal das Terrain. Zur Einstellung der Navigation: Immer "Rennrad" einstellen, damit bleibt man zumindest auf Straßen.
    Und ein Dank an die Firma Ortlieb: Bei meinem großen Sturz hatte sich ein Haken von der Gepäcktasche gelöst, die wir 1985 gekauft hatten; sie ging dabei verloren. Vier Tage nach der Tour hatte ich wieder Ersatz.
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  • Day9

    Görlitz

    August 8 in Germany ⋅ ⛅ 20 °C

    In Görlitz eine Übernachtung zu finden, erwies sich als fast so schwierig wie in Lauban, aber um 21 Uhr waren wir dann auch erfolgreich im Hotel Bon-Apart (nicht Napoleon, wie ich meinte) eingecheckt. Noch etwas zu essen zu bekommen, erwies sich als ebenso schwierig.
    Der Abend endete mit Annerose, einer lebenslustigen Görlitzerin, unter einem Sonnenschirm im strömenden Regen.
    Am nächsten Morgen: Sightseeing in Görlitz, war wirklich krachschön ist.
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    Robert Simon

    In dem Hotel war ich - glaube ich zumindest- auch schon mal, liegt in der Innenstadt?

    8/8/21Reply
    Autonom unterwegs

    Das war sehr zentral und interessant eingerichtet.

    8/8/21Reply
    Robert Simon

    Genau, dann kenne ich es auch

    8/9/21Reply
    Christine Malcherczyk

    Da habe ich mal ein leckeres Gericht mit Bisam gegessen.

    8/9/21Reply
     
  • Day8

    ... nach Görlitz

    August 7 in Germany ⋅ ☁️ 21 °C

    Es war fast so etwas wie das große Finale: An sich war alles optimal. Schönes Wetter, weniger Gegenwind und Straßen, die sich gut fahren ließen, keine technischen Probleme und das OK der Autovermietung, von der wir am Sonntag das Auto übernehmen werden, um heimzufahren, weil alle anderen Möglichkeiten entweder noch teurer oder zu umständlich wären.
    An sich ist dieser Teil zwischen Liegnitz und Görlitz ein Radfahrerparadies, das wir genossen haben, mit vielen Ecken, die an zu Hause erinnern, einschließlich der Karpfenweiher. Aber auch hier fällt auf, dass es eine wichtige Institution nicht gibt, die wie zu Hause sehr schätzen: das Dorfwirtshaus. Alternativ dazu gibt es vor den weit verbreiteten kleinen Lebensmittelläden Tische und Bänke, an denen man sich zumindest kurzzeitig niederlassen kann. Eine echte Alternative ist das nicht.
    Wir hatten geplant, entspannt bis Lauban zu fahren, dort zu übernachten und dann am Sonntag nach Görlitz zu rollen. Doch das klappte nicht.
    Entspannt war das Fahren bis zu der Stelle, an der wir merkten, dass wir eine Abzweigung verpasst hatten. Der Weg zur eigentlichen Route war dann etwa drei Kilometer lang und wurde immer schmaler und steiniger. Schließlich schoben wir durch ein Kornfeld.
    Als wir in Lauban, unserem eigentlichen Ziel, ankamen, mussten wir feststellen, dass alle Hotels oder Pensionen ausgebucht waren. Folglich radelten wir dann doch noch 30 Kilometer nach Görlitz, die dann ausgesprochen schön und angenehm zu fahren waren, weil es meist etwas bergab ging.
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  • Day7

    Legnica / Liegnitz

    August 6 in Poland ⋅ ⛅ 17 °C

    Von Breslau nach Liegnitz war es eine ganz normale Radtour: Kein Regen, manchmal sogar etwas Sonne, kein Platten, kein Sturz, weitgehend ordentliche Straßen . Nix Besonderes . Nur 70 km Gegenwind, aber das gehört eben auch dazu. Das Besondere an diesem Tag war, dass uns immerhin drei Tourenradler begegnet sind. Wir sind also nicht alleine auf dieser Welt.
    Liegnitz/Legnica ist keine Schönheit auf den ersten Blick . Es gibt zwar viele alte Kirchen, aber nebenan auch noch viele Gebäude, die ihre sozialistische Provenienz nicht verleugnen können oder auch nicht wollen. Da beißt sich einiges. Interessant sind die Bereiche um die Altstadt herum, deren Gründerzeitarchitektur verblassten Glanz erahnen lässt. Vielleicht ein Görlitz in klein und noch nicht aufgepeppt.
    Kulinarisch war alles wieder sehr gut: Pansensuppe, Entenleber und Tatar.
    Morgen geht es nochmal 70 km nach Lauban und übermorgen noch nach Görlitz, von wo wir uns wohl einen Mietwagen nehmen, um heimzufahren. Der Flixbus hat keinen Platz mehr für Fahrräder und mit der Bahn wäre die Rückreise eine Odyssee.
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    Christine Malcherczyk

    Das ist aber ausgesprochen hübsch!

    8/9/21Reply
    Autonom unterwegs

    Es hat wirklich was und im Bebauungsring des 19. Jahrhunderts ist es Görlitz nicht unähnlich. Allerdings fehlt hier noch das Geld für die Investitionen.

    8/9/21Reply
     
  • Day7

    Breslau

    August 6 in Poland ⋅ 🌧 18 °C

    Der Abend in Breslau war sehr schön und die Sightseeingtour durch den abendlichen Regen war vielleicht etwas kurz. Vorzügliches Essen in der Ratsstube, wo die Live-Musik angeblich nur für uns spielte, was uns eine ausgesprochen charmante Bedienung versicherte.
    Der kurze Eindruck von Breslau war sehr gut. Eine schöne Stadt.
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  • Day6

    Von Jakobsdorf nach Breslau

    August 5 in Poland ⋅ 🌧 15 °C

    Eigentlich wollte ich den Blogeintrag mit folgenden Satz beginnen: "Heute lief alles rund und nichts war abenteuerlich". Und das hätte auch gestimmt, wenn ich außer Acht lasse, dass wir die meiste Zeit durch den Regen geradelt sind und dass es die letzten zehn Kilometer gegeben hat. Denn da wollten wir eine viel befahrene Straße nach Breslau vermeiden und einem Weg an der Oder entlang folgen. Doch der erwies sich nach etwa einem Kilometer als schmaler und so holpriger Pfad, dass wir die restlichen Kilometer durch die landschaftlich äußerst reizvolle Oderaue schieben mussten. Wir sahen Rehe und Fasane, wurden geliebt von Mücken und waren sehr froh, wieder befahrbare Wege unter den Reifen zu haben. Etwas erschöpft und mit einem weiteren Platten (200 m vor dem Hotel) erreichten wir unsere noble Unterkunft.Read more

  • Day5

    Von Oppeln nach Jakobsdorf

    August 4 in Poland ⋅ ⛅ 20 °C

    ... oder von Opole nach Jakubuwice. Wir sind angekommen. Abenteuer gab es fast keine, nur dass ich unaufmerksam war und stürzte, aber das klingt jetzt dramatischer als es war. Natürlich tun mir wieder mal die Rippen weh, aber das kenne ich ja. Sonst ist alles in Ordnung.
    Was hat sich geändert? Die Straßen sind teilweise in einem hervorragenden Zustand. Kein Vergleich mit Krakau, Kattowitz und Umgebung.

    Nach den Reparaturen und einem Burger in Oppeln sind wir nach Nanyslow /Namslau geradelt und sind jetzt in Jakobsdorf. Angekommen im Dorf meiner Ahnen 😉 Hier lebten meine Großeltern und deren Kinder, mein Vater und seine Schwester Gisela wurden hier geboren. Sie lebten hier, bis sie nach dem zweiten Weltkrieg im Zuge der Westverschiebung Polens vertrieben wurden.
    Das Schloss, dem gegenüber das Haus meiner Großeltern war und von dem alle erzählten, ist jetzt das Hotel, in dem wir übernachten.

    Die Gegend ist viel abwechslungsreicher als ich es mir vorgestellt hatte. Sehr sanfte Hügel, zwischendrin Weiher und Bäche. Sehr ruhig, sehr grün, ein bisschen wie die Oberpfalz.
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    Benedikt Feja

    Sehr hübsch! Da müssen wir auch mal hin

    8/5/21Reply
    Benedikt Feja

    Und das erste mal blauer Himmel! :)

    8/5/21Reply
     
  • Day4

    Colonnowska - 50 km vor Oppeln

    August 3 in Poland ⋅ ⛅ 17 °C

    Es gibt heute wenige Bilder, aber eine Heldin, sie heißt Barbara und lebt in Spokonja Himmelwitz 50. Sie hat ein großes Herz, einen Mann, der Installateur, viel zu dick und Diabetiker ist und sie hat mich zu Cappuccino, Plätzchen und einen kleinen Abendessen eingeladen sowie mein kaputtes Rad in ihr Auto gepackt und mich 30 km nach Colonnowska gefahren, wo Matthias auf mich wartete. Sie ist ein Engel.
    Doch der Reihe nach: Aus Kattowitz hinaus war, Google Maps oder einem anderen Anbieter folgend eine Qual. Viele Wege, die im Nirgendwo endeten und immer wieder Wege mit Pfützen, unter denen sich 30 cm tiefe Schlaglöcher verbargen. Auch normale ausgeschilderte Radweg forderten die Räder. Hinauffahren war immer das kleiner Problem. Bergab wurde es immer zu schnell, so dass ich kaum die Kontrolle behalten konnte. Das Ergebnis: Die eine Satteltasche lässt sich nicht mehr aufhängen. Außerdem hatte mein Rad einen Platten. Und kurz darauf noch einen und in Spokonja noch einen. Aber jetzt war das Flickzeug leer und guter Rat teuer. Unser Plan: Matthias radelt nach Colonnowska und versucht jemanden zu organisieren, der mich abholt und ich versuche parallel dazu jemanden in Spokonja zu finden, der mir hilft. So radelte Matthias los. Kurz darauf erschien Barbara als rettender Engel.
    Morgen versuchen wir, irgendwie nach Oppeln zu kommen. Dort gibt es die nächste Fahrradwerkstatt. Habe ich schon erwähnt, dass von einem Fahrradboom hier nichts zu spüren und die Fahrradinfrastruktur noch sehr rudimentär ist? Bisher haben wir auch noch kein einziges E-bike gesehen.
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    Christine Malcherczyk

    War die hl. Barbara nicht die Heilige der Bergleute? Bei den Schlaglöcher n, die du beschreibst, kann man durchaus von Tagebau reden und dann braucht es schon eine hl. Barbara zur Rettung...vorallem, wenn sie im Himmelwitz wohnt!!

    8/9/21Reply
     

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