• Helsinki - Kultur und Natur

    May 15 in Finland ⋅ ☁️ 10 °C

    Weil gestern, an Christi Himmelfahrt, erstaunlicherweise die beiden wichtigste Kirchen verkürzte Öffnungszeiten und immer dann offen hatten, als ich sie innen besichtigen wollte, holte ich das jetzt nach.
    Der Dom ist zwar, so symmetrisch er auch im Raum konzipiert ist, außen ein Traum, innen ist er aber eine Ernüchterung in Weiß.
    Die Uspenski-Kathedrale, angeblich das größte orthodoxe Gotteshaus in Westeuropa (auch eine Frage der Definition), ist natürlich eine Genuss in Farbe und Gold und an sich ein Gipfel der Sinnlichkeit. Allerdings verlottern da anscheinend auch die Sitten: Es könnten deutlich mehr Kerzen sein und auch ein paar echte, Weihrauch riecht man gar keinen und man sagt den Damen auch nicht, dass sie ihren Kopf bedecken sollen.

    Ich stellte jetzt das Auto etwas weiter draußen ab, wo es zumindest 24-Stunden-Parkplätze gibt und radelte über mehrere Inseln Richtung Zentrum. Es war ein schöner Weg durch viele Parkanlagen. Meine Vermutung war, dass sich dort die Reichen und Schönen tummeln. Das bestätigte sich zum Teil: Zwar gibt es hier natürlich überdurchschnittlich viele Villen und Bungalows mit Badesteg, entsprechende Booten und kleinem Park, aber je näher ich dem Zentrum kam, desto mehr Mehrfamilienhäuser standen auch an der Küstenlinie.

    Inzwischen bin ich auch beim skandinavischen Preisniveau angekommen: eine Lachssuppe plus ein alkoholfreies Bier 22 Euro. Das Bier für 10 Euro. Außerdem war die Bedienung ausgesprochen unhöflich.

    Der Kulturflow hat mich noch in den Ausstellungshotspot Amos Rex getrieben, wo ich durch zwei Ausstellungen gegangen bin: In der einen wurden gesammelte Werke des finnischen Sammlers Sigurd Frosterus gezeigt; weniger aufregend. In der anderen stellen junge Künstler (bis 25 Jahre) aus ganz Finnland aus. Das findet alle drei Jahre statt. Einiges fand ich ganz nett. Zu vielen Sachen, besonders Videokunst, fand ich keinen Zugang.
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