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Grand Tour in den Norden

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    🇳🇴 Svolvær, Norwegen

    Lofoten - ein erster Eindruck

    June 9 in Norway ⋅ ☀️ 17 °C

    Nachdem ich festgestellt hatte, dass es vom Hafen Hanøj, zu dem ich heute mit besagter Schnellfähre (Hurtigbåten) zurückkehrte, es eigentlich nur noch drei Kilometer bis zur Brücke waren, die mich auf die Lofoten brachte, verwarf ich alle Einwände und bin jetzt auf einem Campingplatz kurz vor Svolvær auf den Lofoten.
    Fazit des heutigen Tages: Alles was ich von den Vesterålen kannte, gibt es hier auch, nur deutlich dichter; der Tourismus ist noch dezent und die Idee, einen Campingplatz aufzusuchen, um mich und meine Wäsche ausführlich zu reinigen, sehr gut.
    Essen musste ich mir heute keines machen, weil mich meine netten Nachbarn zu Garnelen mit Weißwein eingeladen hatten.
    Ich weiß jetzt nicht, ob die Bilder allzu aussagekräftig sind...
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  • Versuch einer Wanderung - Møysalen-Nationalpark

    June 8 in Norway ⋅ ⛅ 12 °C

    Gerade überschätzte ich mich wohl etwas selbst: Ich trieb ja einen erheblichen Aufwand, um in den Møysalen-Nationalpark zu kommen und dort zu wandern. Meinen Vorsatz, am Vormittag aufzubrechen, konnte ich nicht umsetzen, weil es durchregnete. Am Nachmittag wurde das Wetter dann etwas besser und ich zog los, mit dem Gefühl, so fit zu sein wie schon lange nicht mehr. Flux setzte ich mir einen vier Kilometer entfernten Gipfel als Ziel und verpasste dann aber bald eine Abzweigung - Gott sei Dank.
    Denn jetzt sitze ich ziemlich erschöpft im Windschatten einer Hytta und stelle fest, dass ich wohl doch nicht so fit bin, denn nach einer dreiviertel Stunde dachte ich schon an den Rückweg, mit einem mulmiges. Gefühl. Wobei ich erwähnen muss, dass die Hälfte der Strecke sehr unwegsam war und durch eines dieser Moore ging, was schon Kraft kostete.
    Aber hier habe ich es erst einmal gut; Ein wunderschöner kleiner See liegt vor mir. Der Wind scheint etwas nachzulassen. Um mich herum Hochmoore, ein Berge mit einem rauschenden Wasserfall, viel Grün und vielen unbekannte Vögel . Und die Sonne scheint sich gegen die düsteren Wolken durchzusetzen.
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  • Kaljord

    June 7 in Norway ⋅ ☁️ 17 °C

    Jetzt wurde es doch noch mal spannend: Mein Ziel heute war der Møysalen-Nationalpark, in dessen Nähe mich dann nach einigen Irrungen und Wirrungen das Navi auch brachte, nämlich an einen kleinen Fähranleger namens Hanøj. Von dort sollte es dann auch zwei Stunden später - so zwei belgische Caravanfreunde - weitergehen. Als diese dann plötzlich verschwanden und ich selbst recherchierte, dass die nächste Fähre wohl morgen früh um 6 Uhr gehen werde, erschien eine Norwegerin mit Fahrrad, die kompetent wirkte. Sie erklärte mich erst einmal zu einem verantwortunsglosen Vollidioten, weil ich Anfang Juni mit Sommerreifen in Nordnorwegen unterwegs sei. Dann rief sie aber bei der Fähre an, bestellte sie nach Hanøj und kündigte auch mich und den Caddy an.

    Die Überfahrt auf dem Katamaran war sehr schnell. Und damit auch das Auto schnell entladen werden konnte, musste ich rückwärts auf die Fähre fahren. Sie funktioniert wie ein Rufbus und fährt auf ihrer Tour nur die Anlegestellen an, wo auch ein Passagier angekündigt hatte, dass er mitgenommen werden will. Man kennt sich. Ich war der einzige Tourist.

    Jetzt verbringe ich erst mal eine gute Nacht hier, weit entfernt von allen Lebenden bei Kaljord.
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  • Sigerfjord - im einzigartigen Café

    June 7 in Norway ⋅ ☁️ 14 °C

    Auf die Gefahr hin, dass ich jetzt immer kleinschrittiger berichte, aber wohlwissend, dass diesen Cafébesuch heute nichts toppen wird, gibt es jetzt noch einen Beitrag aus Sigerfjord.

    An sich ein völlig unspektakuläres Dörfchen am gleichnamigen Fjord, einem Seitenarm des Sortlandlunds, mit Supermarkt, einer Schreinerei, einer Autowerkstatt, einem Friedhof und - einer Kirche. Und sie hat gerade eine Eigenschaft, die auch in Norwegen nur die wenigsten Kirchen haben: Bis auf wenige Plätze sind alle besetzt - im besten Sinne des Wortes.

    Das liegt daran, dass in diesem profanierten Gotteshaus das Café, eine Art Concept Store und der Frisørsalong von Maurice untergebracht sind. Wahrscheinlich die weltweit einzige Kombination aus Kirche, Conceptstore, Friseur und Café.

    Und es ist ein wunderbares Café mit vielen vielen Gästen.
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  • Vesterålen - Myre, Stø

    June 6 in Norway ⋅ ⛅ 14 °C

    Natürlich bin ich hier zufällig gelandet. Myre klingt zwar nach Weihnachten, aber der Ort Myre hat damit nur insoweit was zu, dass es da in verschiedenen Familien Fisch gibt. Und Myre ist eines der Zentren der norwegischen Fischverarbeitung. So zieht sich ein dichter Gürtel von Fischfabriken den Hafen entlang. Erst in zweiter und dritter Reihe gibt es das normale Leben. Und im Hafen liegen keine Yachten, sondern Fischerboote und Kutter in den unterschiedlichsten Größen.
    Stø war dann der klassische Denkfehler: Mein Gedanke war, dass am nördlichsten Zipfel am wenigsten los sein sollte. Das dachten aber zu viele Reisende. Daher bin ich schnell wieder verschwunden und machte dabei noch ein paar nette Bilder.
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  • Vesterålen - Langøya

    June 5 in Norway ⋅ ☁️ 19 °C

    Es war eine gute Entscheidung, auf den Vesterålen zu bleiben. Es ist alles sehr entspannt. Wohnmobilburgen sieht auch nur wenige und man hört viel Norwegisch.
    Meine persönliche Verwahrlosung nimmt natürlich zu. In guter alter Hitchhikertradition übernachtete ich auf dem Friedhofsparkplatz von Holmenstad, weil man an so einem Ort ja alles hat, was man braucht: frisches Wasser, eine Toilette, mit etwas Glück ein Stromanschluss und ruhige Nachbarn. Bis auf den Stromanschluss genoss ich alle Vorzüge des Ortes und schlief, nachdem ich meine Verdunklung noch einmal überarbeitet hatte, wie ein Bär.
    Jetzt bin ich im Café des Kulturhauses in Sortland, etwas zehn Kilometer von Holmenstad, wo ich in aller Ruhe die Powerbanks aufladen und an diesem Beitrag schreiben kann. Vorher hatte ich mir in einem Baumarkt noch Adblue besorgt; der Caddy ist halt ein Diesel...

    Ich genieße es übrigens nach fünf Ländern sprachlichen Blindflugs, wieder das meiste zu verstehen.
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  • Vesterålen - Andøya

    June 5 in Norway ⋅ ⛅ 17 °C

    Eigentlich bin ich zu meiner ursprünglichen Planung zurückgekehrt und verzichte auf die Lofoten, worin mich vorhin auch noch die Öffentlichkeitdame des Andøya Space Centers bestärkte. Sie meinte auch, dass dort jetzt schon alles überfüllt sei. Im Juli sei es zwar noch schlimmer, aber auch jetzt schon sei es dort schwer erträglich. Ich bleibe jetzt also ein paar Tage auf den vorgelagerten Vesterålen und werde dann auf das Festland zurückkehren. Ohne Fähren!

    Diese waren bei der Anreise ein Problem. Nach Senja kamen gestern ganz knapp alle Fahrgäste mit. Aber heute mussten beispielsweise meine französischen Nachbarn bis abends um sieben auf die Abendfähre warten, weil sie nicht mehr auf die 11-Uhr-Fähre gelassen wurden. Es gibt keine Reservierung, es gilt das Windhundprinzip.

    Ich wurde noch mitgenommen, weil, als die meisten Fahrzeuge (meist Wohnmobile) an Bord waren, mit normalen Autos die Lücken geschlossen wurden. Da hatte ich großes Glück!

    Die Fähre kam in Andenes an und in der Nähe gibt es das Andøya Space Center mit einem schönen Besucherbereich. Hier transportiert eine norwegische Firma Forschungsballons und - Satelliten in den Orbit. Die Ergebnisse wertet der jeweilige Auftraggeber selbst aus. Die Firma stellt nämlich ihre Hard- und Software sowie jahrzehntelange Erfahrung auch anderen Nationen oder Unternehmen zur Verfügung. Was mich erstaunte, war, wie klein und unscheinbar das Ganze ist.
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  • Reisetag von Tromsø nach Senja

    June 4 in Norway ⋅ ⛅ 17 °C

    Jetzt ist das Wetter nur noch schön. Und das in dieser Landschaft. Es ist ein großer Genuss und es ist auch ein großes Glück, dass der Sommer - so eine nette junge Dame mit heimischen Hintergrund - früher gekommen ist als in den letzten beiden Jahren, als zur selben Zeit noch Schnee lag.

    Ich fuhr heute Morgen die Fernstraße hinter der Ferienanlage Richtung Westen und bin jetzt auf einer Fähre zur Insel Senja. Diese ist den Lofoten vorgelagert. Was ich dort mache, weiß ich noch nicht. Ich will mich wieder treiben lassen. In letzter Zeit war alles zu geplant. Zu wenig Raum für Zufall. Eigentlich seit Finnland. Der Sinn steht mir gerade nach Atlantik. So richtig und nicht als Fjord.

    Dort bin ich inzwischen angekommen. Skjåholmen heißt der Ort, an dem ich mich mal umsehe. Die Anfahrt war abenteuerlich: eine enge Straße zwischen Berg und Meer und viele Tunnel, bei denen ich mir nicht sicher war, ob das eine oder andere nicht einspurig ist.

    Ich übernachtete auf dem Parkplatz des Trollparks. Als mehr als angenehmer Zufall erwies sich die Nachbarschaft zu Sylvie und Denis aus der Dordogne, die mich mit Wein aus dem Bordeaux sowie Gänsespeck und - salami verwöhnten. Ich konnte mich leider nur mit dem Reisewhiskey und norwegischen Tubenkaviar revanchieren.
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  • Tromsø - der zweite Kulturtag

    June 3 in Norway ⋅ ☀️ 16 °C

    Die Eismeerkathedrale steht für Tromsøs wie kein anderes Gebäude. Sie liegt an einer Geländekante auf der Seite des Fjordes, die von der Altstadt aus nur über eine imposante Brücke zu erreichen ist. Durch ihre Lage und ihre Ästhetik prägt sie den Eindruck, den jeder von der Stadt hat.
    Sie wurde Mitte der 60er Jahre gebaut und ist gerade von außen ein großartiges Bauwerk. Der Innenraum enttäuscht auf den ersten Blick. Vieles erinnert an Kirchenarchitektur der 60er und 70er Jahre in Deutschland. Aber das war der Preis dafür, dass die Kirche - im Gegensatz zur ursprünglichen Konzeption des Architekten - nutzbar ist.

    Dessen Konzept war ein nach außen offener Altarraum mit einem Glasfenster, über das Licht und die Natur die Kirche durchfluten kann. Zentral im Hintergrund der Hausberg Tromsdalstinden. Eine geniale Idee. Sie scheiterte daran - so die gut informierte Dame an der Kasse - dass die Gläubigen so geblendet wurden, dass sie nur noch mit Sonnenbrillen im Gottesdienst saßen. Daher wurde beschlossen, die offene Altarseite mit einem sehr symbolträchtigen Glaskunstwerk abzuschließen. Anscheinend passte das immer noch nicht, sodass vor dieses noch eine Gipskartonkonstruktion kam, der man flux die Symbolik des ewigen Eises zuwies. Das Ergebnis sehen wir jetzt.

    Die Kirche ist übrigens auch das Gemeindezentrum, wobei dieses im Untergrund verschwindet: Versammlungssaal, Jugendräume, Toiletten - und alles leicht als Bunker nutzbar.
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  • Tromsø - der erste Kulturtag

    June 2 in Norway ⋅ ☀️ 15 °C

    Es geschieht wahrscheinlich, ohne dass man es will, dass man auf so einer langen Reise zu vergleichen beginnt. So drängt sich in diesem Fall der Vergleich geradezu auf, wenn man das Arktikum in Rovaniemi und das Polaria in Tromsø nebeneinander stellt. Konservativ und etwas vorgebildet, entsprach mir das Arktikum mehr, obwohl es das traditionellere der beiden ist. Viel Text und normale Bilder, aber eben auch viel Information.

    Schöner, moderner und zeitgemäßer ist Polaria: Viele Animationen, viele Möglichkeiten zu spielen, viele unterschiedliche Medien, viele Aquarien zum direkten Anschauen, eine große Panoramaschau; es ist bunter und vielseitiger. Das Polaria holt auch Menschen ab, die es gewohnt sind, sich über TicToc oder Instagram zu informieren.

    Schwerpunkt ist die Natur in der Arktis und die Frage, wie sie gegenwärtig bedroht wird und welche Folgen das nicht nur langfristig hat. Aber so richtig viel gelernt habe ich da nicht mehr, weil eigentlich nur Nebensächliches vertieft wird. Und Im Grunde hat mich diese Vielseitigkeit auch etwas überfordert. Aber das ist die Sicht eines besserwisserischen Reisenden.

    Und der besichtigte dann auch noch das Polarmuseum, dass sich in einer eher angenehm altertümlichen Art und Weise mit zwei Themenschwerpunkten beschäftigt: der Erschließung Spitzbergens und den Forscherbiographien der beiden großen norwegischen Polarforscher Roald Amundsen und Fridtjof Nansen. Es gab ein deutsches Skript und viele Gegenstände aus dem Leben der Jäger auf Spitzbergen und den Polarforschern, vom zerbrochene Gipspfeifenkopf, über die Selbstschussanlage für Eisbären bis zum vorbildlich geschriebenen Tagebuch von Fridtjof Nansen. Hier war also der Mensch in der Vergangenheit das Wichtige. Rührend altmodisch fand ich, dass vieles mit schaufensterpuppen nachgestellt wurde: die Robbenjagd, das Leben in einer Hütte...
    Tromsö ist eine wunderbare Stadt in einer wunderschönen Landschaft, mit einer sehr angenehmen Atmosphäre.
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  • Tromsø - ein erster Eindruck

    June 1 in Norway ⋅ ⛅ 13 °C

    Tromsø scheint auf den ersten Blick eine recht angenehme Stadt zu sein, auch weil sie weitgehend unseren Erwartungen an eine Stadt entspricht, was ich in Finnland kaum gesehen habe: Sie hat ein klar definiertes Zentrum mit vielen Einsprengsel eines alten Baubestandes. Es gibt eine Fußgängerzone mit vielen Cafés, Geschäften und besonders Souvenirshops . Das Treiben ist - gerade legte ein Schiff der Hurtigrute an - international. Wunderschön ist, dass die Natur mit den nahen schneebedeckten Bergen und mit dem Fjord dem städtischen Treiben einen würdigen Rahmen gibt. Und Glück hat Tromsø natürlich auch, weil es heute warm und fast windstill ist.

    Tromsø ist der Scheitelpunkt meiner Reise: Vor sechs Wochen brach ich auf, in sechs Wochen werde ich wieder in Deutschland sein. Bislang reiste ich in den Norden, ab jetzt geht es wieder nach Süden. Dennoch werde ich nicht auf der Heimfahrt sein. Es wird spannend bleiben.
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  • Vom Lyngen- zum Balsfjord

    May 31 in Norway ⋅ ☀️ 6 °C

    Tromsø muss erstmal warten, weil es am Balsfjord so schön ist: blauer Himmel, blaues Wasser, eine wärmende Sonne; nur der Wind ist noch kalt. Ich bin hier geblieben und genieße.

    Dabei hatte ich heute ein befremdliches Erlebnis, das sich gestern schon andeutete: Da kam ein Mann entschlossenen Schrittes auf mich zu. Ich ging davon aus, dass ich etwas falsch gemacht habe und suchte innerlich nach passenden Antwortsätze. Da fragte der andere in einem bekannten regionalem Tonfall, woher ich den aus der Oberpfalz komme. Er sei mit seinen Weidener Angelfreunden hier, um Dorsche zu fangen. Diese würden dann filettiert, vakuimiert, eingefroren und nach Deutschland transportiert. Das ist die Vorgeschichte.
    Jetzt zur eigentlichen Geschichte. Gespräch mit einem anderen Anglerfreund aus Weiden: "Ich fliege nicht mehr hierher." Nach dem Grund gefragt, sagt er: "Es lohnt sich nicht mehr. Früher durfte man 18 Kilo Filet mitnehmen, jetzt nur noch 15 Kilo." Ich entgegne, dass es doch nicht nur um die Filets gehe. Hier sie es doch so schön: die Berge, die Sonne, der Fjord. Seine Antwort: "Bei uns ist es auch schön. Wir haben den Wald." Damit hatte ich nicht gerechnet. Wahrscheinlich ist er Fischhändler.
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  • Reise an den Lyngenfjord

    May 30 in Finland ⋅ ☁️ 7 °C

    Jetzt bin ich in Norwegen, am Lyngenfjord, genau gesagt, am Hafen von Skibotn, und es ist alles anders: War das finnische Grenzland durchzogen von runden beschneiten Bergen, war die Vegetation noch im Winterschlaf oder gerade am Erwachen, waren die Täler flach und steppenhaft, war das Wetter trüb und kalt, waren die Landschaft einsam und die Straßen - auch Hauptstraßen wie die E8 - fast immer leer; dann sind hier die Berge schroff-alpin, die Täler tief und die Wiesen und Wälder in einem saftigen Grün. Menschen in den Städten und Dörfern, an den Ufern der Fjorde. Und über dem Lyngenfjord strahlt die Sonne sanft.. Was für eine Reise! Jeder Tag eine andere Welt!

    Meine erste Konversation auf Norwegisch habe ich auch schon hinter mir: Ein norwegischer Grenzer wollte ganz genau wissen, wie viel Alkohol und Zigaretten ich dabei habe.
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  • Den Muonionjoki entlang

    May 29 in Finland ⋅ ☁️ 12 °C

    Eigentlich wollte ich schon viel weiter sein, aber nun sitze ich an den Stromschnellen des Muonionjoki, des Grenzflusses zwischen Schweden Finnland, und es ist einfach nur schön. Ich bin überwältigt. Also bleibe ich mal. Ich habe ja Zeit.

    So einen so großen Fluss mit so großen Stromschnellen habe ich noch nie gesehen. Nun will ich mit dem sanften Grummeln des Wassers einschlafen und wieder aufwachen.

    Das muss wohl ein Traum bleiben, weil mich ein Einheimischer darauf hinwies, dass an diesem idyllischen Ort Camping verboten sei und das auch kontrolliert würde. So fuhr ich weiter, in die nicht vorhandene Nacht hinein. Und wieder änderte sich die Landschaft...
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  • Muonio, Finnland und die Schweiz

    May 29 in Finland ⋅ ☁️ 10 °C

    Es ist tatsächlich eine Sachertorte, die vor mir steht, und ich esse sie deutlich jenseits des Polarkreises in einem Schweizer Café in Muonio, das es schon seit 2012 hier gibt. Die Dame am Thresen heißt Lisa und hat eindeutig deutsche Sprachwurzeln. Sie lebt seit 12 Jahren in Finnland und könnte nicht mehr zurück nach Deutschland. Alles zu eng, zu laut, zu schnell, zu viele Menschen.
    Alles hier wirkt irgendwie angenehm skurril: Selbst produzierte Schokolade wird ebenso angeboten wie die unterschiedlichsten Variationen von Kaffee und Trinkschokolade. Es gibt auch Ovomaltine und Ricola. Selbst die Einrichtung hat etwas Almhüttenartiges. Und der Bäcker kommt auch aus der Schweiz.
    Ich plauderte gerade mit einem Schweizer Guide, der in der Schweiz lebt, hier aber Gruppen betreut und eine Freundin in Lahti hat. Er erklärte mir, dass mein Eindruck, dass alles auf den Startschuss für die Sommersaison warte, falsch sei. Vieles würde geschlossen bleiben, weil der Winter die Hauptsaison sei, mit Hundeschlitten- und Schneescooterfahrten, für die es viele markierte Schneisen gibt, Eisbaden und natürlich Polarlicht-Exkursionen. Was vielleicht auch dafür spricht, ist, dass viele Landstraßen streckenweise durchgehend beleuchtet sind. (Jetzt natürlich nicht. Da ist es nie richtig dunkel.)

    Im Sommer gebe es, erklärte er weiter, eigentlich hauptsächlich individualtourismus. Daher ist der Flugplatz in Kittilä nur im Winter ausgelastet. Direktflüge gibt es dann von München, Berlin, Düsseldorf und Frankfurt. Versuche, systematisch Sommertourismus zu etablieren, seien alle gescheitert.
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  • Irgendwo zwischen Rovaniemi und Muonio

    May 27 in Finland ⋅ ☁️ 9 °C

    Jetzt bin ich also in Lappland und es hat sich tatsächlich etwas geändert: Die Kiefern sind deutlich weniger geworden und es gibt immer mehr Tannen; der dominante Baum ist aber für Birke. Alles wird kleinwüchsiger. Und womit ich inzwischen immer rechnen muss, sind am Straßenrand fressende Rentiere, die auch ab und zu die Straßenseite wechseln. Zwischen den Seen und Wälder gibt es auch immer wieder Hochmoore. Mücken sieht man kaum. Dazu ist es noch zu kalt.

    Gestern plante ich noch einmal um und beschloss, dass ich mich jetzt langsam Richtung Norwegen orientiere. Auf dem Weg dorthin liegt noch der Nationalpark Pallas-Yllästunturi zu dem ich noch einen Schlenker machte. Gleich vorweg: Auch hier wartet noch alles auf die kommenden Besucherströme; fast alles, was mit Tourismus zu tun hat, ist noch geschlossen.

    Was ich dann sah, war das krasse Gegenteil von dem, was ich in Finnland bisher gesehen hatte. Es gibt recht hohe Berge, romantische Bachläufe, kleine Flüsse und schöne Wanderwege.
    Zum Übernachten bin ich aber wieder an einem See gelandet.
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  • Reisetag: Kemi, Rovaniemi...

    May 26 in Finland ⋅ ⛅ 10 °C

    Während das angeblich gemäßigte Mitteleuropa unter hochsommerlicher Hitze leidet, ist es hier wieder kalt geworden. Heute Nacht hatte es um die zwei Grad und ich bedauerte es etwas, den Schlafsack als Zusatzzudecke in den weniger zugänglichen Teilen des Caddys verstaut zu haben.
    Wohin ging die Reise? Ich stoppte kurz in Kemi, wo ich das Kunstmuseum besuchen wollte, mich wohl verlief und beim Blutspenden wiederfand. Was gibt es noch in Kemi? Eine wirklich schöne Strandpromenade, von der man angeblich bis nach Schweden schauen kann.
    In Rovaniemi, der angeblichen Hauptstadt finnisch-Lappland am Polarkreis, besuchte ich das Arktikum, ein Museum und Wissenschaftszentrum für den Norden. Dort fand ich mich beim - hervorragenden und umfangreichen - Lunch von Menschen umgeben, die sich grenzübergreifend und sehr diffenziert damit beschäftigten, wie die Politik sowohl ökonomisch als auch strategisch Logistik und Infrastruktur optimieren kann - besonders in Hinblick auf das angespannte Verhältnis zu Russland. Unter anderem soll es auch um eine Anpassung des Eisenbahnetzes gehen, weil es in Finnland immer noch die Breitspur gibt, die ihre Ursprünge in der Zarenzeit hat. Die Veranstaltung ist eine von mehreren des Interreg-Aurora-Programms der Europäischen Union im Rahmen der Interreg-Initiative zur grenzüberschreitenden Zusammenarbeit von 2021 bis 2027 und ist mit einen Etat von etwa 200 Millionen Euro unterfüttert.

    Die Teile der Ausstellung, die ich mir ansah, behandeln einerseits die arktische Natur und andererseits die historische Entwicklung des Nordens. Letzteres überforderte mich völlig, was die 30er und 40er Jahre betraf.
    Interessanterweise stieß ich auf viele Hakenkreuze, hier als Zeichen des finnischen Untergrundwiderstands.
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  • Oulu - europäische Kulturhauptstadt

    May 25–27 in Finland ⋅ ☁️ 10 °C

    Meinem täglichen Impuls folgend, suchte ich in Oulu erst einmal ein Café und fand angenehmerweise eines am Kunstmuseum. Dem Ort angemessen, setzte ich mir meine Künstlerbrille (Ersatzbrille) auf, gönnte mir einen Kaffee, einen Plunder und ein Glas Wasser und schaute mir zwei Fashion-Art-Ausstellungen an. Die eine zeigte nur Werke von japanischen Künstlern; die andere angeblich Kleidung der Zukunft, wobei es durchaus Überschneidungen gab. Täglich tragbar erschien mir keines der Objekte. Besonders beeindruckten mich die "wareble sculpures".

    Die geplante Stadterkundung habe ich auf morgen verschoben, darauf hoffend, dass der Dauerregen etwas aussetzt. Weil er angekündigt wurde, sitze ich auch gerade in einer Ferienwohnung und bringe meine Ausrüstung in Ordnung: Die Waschmaschine läuft schon. Das Geschirr ist ordentlich abgewaschen; der Rest kommt später.

    Oulo ist eigentlich eine typische finnische Kleinstadt mit einer zurückhaltenden Ästhetik und wurde Kulturhauptstadt, weil Finnland im Turnus dran war und sich daneben nur noch Tampere und Savonlinna, ein eher romantisches Städtchen mit einem angeblich international bekannten Opernfestival, beworben hatten. Womit sich dann Oulo gegen die anderen beiden hat durchsetzen können, weiß ich beim besten Willen nicht.

    Ich schaute mir zwei Ausstellungen an. Über die Fashion Art schrieb ich ja schon. Die Fotoausstellung zum Thema "Play", eine internationale Gemeinschaftsproduktion, gefiel mir gut, weil sie sehr vielseitig war.

    Die Klanginstallation im Dom war gut, aber, genau genommen, nicht besonders innovativ. Berührend fand ich ein Projekt von einem ukrainischen Künstler, der die Deckel von Munitionskisten mit Ikonen bemalte, als Verbindung von Leben und Tod.

    Viel mehr werde ich in diesem Zusammenhang nicht mehr erleben, weil es Montag ist und vieles - trotz Kulturhauptstadt - nicht geöffnet hat und ganz viel noch nicht angelaufen ist. Ganz allgemein habe ich den Eindruck, dass das mit der Kulturhauptstadt sehr entspannt gehandhabt wird.
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  • Oulujärvi

    May 23 in Finland ⋅ ☀️ 14 °C

    Oulujärvi, der Oulusee, ist der fünftgrößte finnische See und hat eine Wasserfläche von fast 900 km²; er ist also fast um die Hälfte größer als der Bodensee. Und hier bin ich, um diesen schönen Sonnentag zu genießen. Morgen soll es wieder nass und kalt werden. Da werde ich auf Kultur umschalten und nach Oulu fahren, der diesjährigen Kulturhauptstadt Europas.

    Heute war alles unaufgeregt: ein kurzer Stopp in Kajaani, einer netten Kleinstadt mit einer schönen Kirche und einem geradezu burgartigen Feuerwehrturm. Und jetzt ein wunderschöner Strand mit sehr netten Schweizer Nachbarn, an dem wir übernachten werden.

    P. S. : Ich kenne jetzt schon vier finnische Wörter: järvi = See, lahti = Bucht und samli = Straße, Mökki = Hütte
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  • Reisetage: Kuopio, Iisami und Suveka

    May 22 in Finland ⋅ ☁️ 16 °C

    Ich sitze in einem Café in einem Einkaufszentrum. Das Auto ist endlich mal gewaschen, der Fahrradträger und das Rad noch nicht. Es regnet. Vielleicht Zeit, die Gedanken etwas fliegen zu lassen. Erste Beobachtung: In Finnland war ich in noch keiner Stadt, von der man sagen könnte, dass sie eine schöne alte Innenstadt habe.
    Chat-GPT hat mehrere Erklärungen dafür, die plausibel klingen. So war die vorindustrielle Kultur im nicht hanseatisch geprägten Skandinavien eher ländlich und nicht urban. Und das, was wir als Stadt betrachten würden, war sehr klein, sehr funktional, besonders zentrale Funktionen erfüllend - und aus Holz, was wiederum gut brannte. Außerdem gab auch deutlich weniger Menschen. Und schließlich gab es viele Kriegsschäden und danach oft einen funktionalen Aufbau, besonders nach dem zweiten Weltkrieg. Fazit: Ich muss den Fokus deutlich verschieben auf mehr Natur statt Kultur.

    Das stellte sich ein halbe Stunde später von selbst ein. Da wurde nämlich aus dem leichten ein Dauerregen, der erst dann am Abend aufhörte, als ich auf der Terrasse eines - wahrscheinlich - unbewohnten Hauses meine Kochsachen ausbreitete, um etwas zu kochen. Dieses liegt direkt hinter meinem Übernachtungsplatz, dem Hof der Kirche von Suveka, Plumpsklo vorhanden.

    Die Dauerregenstunden davor waren Dominanz der Natur pur. Und es gab keine Möglichkeit, dass ich mich in Kultur hätte retten können, weil weit und breit nichts da war.

    Und was ist Suveka? Eine Siedlung zwischen den Städten Iisami und Kajaani, mit einer Kirche, einem Supermarkt, einem Bahnhof, natürlich mit einem großen See, einer Tankstelle mit Café, vielen mökit (Hütten, Plural von Mökki) und ganz wenig Menschen. Und da bleibe ich jetzt die Nacht und morgen schaue ich mal weiter. Es soll schön werden.
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  • Häähninmäen Beobachtungsturm

    May 20 in Finland ⋅ ⛅ 20 °C

    Ich sitze hier in einer Hütte, oben auf einem Beobachtungsturm mitten im Etelä-Konnevesi National Park und werde hier übernachten. Es ist einfach nur großartig: Wald, Wald, Wald, soweit das Auge reicht. Dazwischen ein sichtbarer See und viele nur erahnbare in den Senken. Und bis auf einen fleißigen Kuckuck und das Wehen des Windes - nur Stille.
    Der Tipp, hier zu übernachten, kam übrigens von Jari, dem Mann mit dem Bier am Päijenne-See.
    Es ist inzwischen ein Uhr. Die Sonne ist zwar um halb elf untergegangen, aber ganz dunkel war es nie und dort, wo die Sonne läuft, ist immer noch ein helles Band.
    Die einzigen künstlichen Lichter sind die roten Punkte von zwei Funkmasten und das einzige Geräusch ist das Surren des kleinen Windrads auf dem Dach, das den Strom für die Hütte erzeugt.
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  • Reisetage: Padasjoki, Tampere,Hankasalmi

    May 18 in Finland ⋅ ☁️ 18 °C

    Ich hätte gestern gleich von Padasjoki nach Jyäskylä fahren können, aber ich wollte mir noch Tampere anschauen, von dem ich nur wusste, dass es die zweitgrößte Stadt Finnlands, die eigentliche Heimat von Nokia und eine alte Industriestadt ist.
    Ganz gegenwärtig ist die Industriestadt, auch mit vielen alten Wohnblöcken, aber auch umgewidmeten Fabriken.
    Leider war gestern Montag und die Museen hatten zu. Zu gerne hätte ich das Vapriikki-Museum besichtigt, von dem es heißt, dass man dort vieles ausstellt: "von der finnischen Geschichte über Eishockey bis zur Naturkunde". Auch ins Museum in den alten Hallen von Finlayson wäre ich gerne gegangen, um mehr über Tampere als "Manchester Finnlands" zu erfahren.

    Eine Schönheit auf den zweiten Blick ist der Dom, der in der Boomphase der Stadt gebaut wurde. Zuerst kommt er sehr modern daher und dann ist er doch schon fast 120 Jahre alt und - in einem sehr dezentem Jugendstil.

    Jetzt bin ich in Hankasalmi, wohin ich eigentlich nicht wollte, das aber erwähnenswert ist, weil es hier ein gemütliches Cafe gibt, wo man hervorragende Plunder mit Kaffee bekommt, den man - ganz traditionell - beliebig nachschenken darf. Auch mein erstes finnisches Lunch war sehr gut und reichlich.
    Hierher kam ich, weil ich wieder mal unkonzentriert war: Gestern fuhr ich schon, wild entschlossen, auf der E63 Richtung Kuopio. Schließlich hatte ich mir auf der Grundlage von Jaris Tipps einen Plan gemacht; außerdem war das Wetter schlecht. Nach einem Drittel der Strecke fiel mir ein, dass ich ja - auch ein Jari-Sani-Tipp - für heute eine interessante Übernachtung gebucht hatte. Also suchte ich im Navi meinen zukünftigen Übernachtungsort und in der Nähe ein Café. So kam ich nach Hankasalmi.
    Und dann hatte ich viel Zeit. Jetzt ist das Auto innen wieder sauber und vieles so umgeräumt, dass ich es leichter benutzen kann.
    Mit dem Angeln versuchte ich es auch wieder mal, aber mit dem Schilf am Ufer macht das keinen Spaß.
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  • Päijenne-See

    May 17 in Finland ⋅ ☁️ 15 °C

    Ich bin jetzt bei Padasjoki am riesigen Päijenne-See gelandet. Mehr oder minder aus Zufall, weil mir mein Gefühl sagte, dass ich einmal dem Wegweiser zum Naturschutzgebiet folgen soll. Er ist mit über 100 Kilometern Länge der längste See Finnlands
    Der Platz, auf dem ich gerade bin, ist zwar nicht so einsam, wie man es sich vorstellt, er bietet aber viele Annehmlichkeiten: Toiletten und fließendes Wasser und, dank meiner Nachbarn, Jari und Sari, mit denen ich einen schönen Abend bei gutem finnischen Bier und sehr schönen Gesprächen verbringen konnte, auch eine Waschmaschine und Dusche. Ihr Boot ist gerade kaputt. Daher leben sie gerade im Wohnwagen neben mir.

    Jari hat mir gestern noch einige Tipps gegeben, was ich mir in Finnland noch anschauen soll. Das würde aber nicht in die drei Wochen passen. Da muss ich etwas abspecken. Wir sprachen auch über Politik und Jari korrigierte meinen positiven Blick auf die finnische Politik deutlich. Im Grunde hat Finnland ganz ähnliche Probleme wie wir. Der große Unterschied ist aber wahrscheinlich der, dass es wesentlich weniger Menschen betrifft, die auf einer Fläche leben, die etwa der unseren entspricht.

    Einen gewissen Überblick über die Landschaft gewann ich dadurch, dass ich heldenhaft den hiesigen Aussichtsturm bestiegt. Auf dem Weg dorthin entdeckte ich im Wald seltsame Körbe, die angeblich die Ziele von Frisbeegolf sein sollen. Wie das mitten im Wald gehen soll, verstehe ich nicht
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  • Reisetag: Porvoo und Lahti

    May 16 in Finland ⋅ 🌧 10 °C

    Auf dem Weg aus Helsinki in de Norden war ich noch in Porvoo, wo ich eine Schar junger Menschen im Dom dabei störte, die Choreografie der anschließenden Hochzeit zu üben, und in Lahti.

    Dort sah ich mir das Wintersportzentrum an, wo natürlich erstmal die Schanzen beeindrucken. Gleich daneben sind die Loipen, bei denen sich die Verantwortlichen darum bemühen, möglichst viele extrem steile Anstiege und Abfahrten zu integrierten.Read more

  • Helsinki - Kultur und Natur

    May 15 in Finland ⋅ ☁️ 10 °C

    Weil gestern, an Christi Himmelfahrt, erstaunlicherweise die beiden wichtigste Kirchen verkürzte Öffnungszeiten und immer dann offen hatten, als ich sie innen besichtigen wollte, holte ich das jetzt nach.
    Der Dom ist zwar, so symmetrisch er auch im Raum konzipiert ist, außen ein Traum, innen ist er aber eine Ernüchterung in Weiß.
    Die Uspenski-Kathedrale, angeblich das größte orthodoxe Gotteshaus in Westeuropa (auch eine Frage der Definition), ist natürlich eine Genuss in Farbe und Gold und an sich ein Gipfel der Sinnlichkeit. Allerdings verlottern da anscheinend auch die Sitten: Es könnten deutlich mehr Kerzen sein und auch ein paar echte, Weihrauch riecht man gar keinen und man sagt den Damen auch nicht, dass sie ihren Kopf bedecken sollen.

    Ich stellte jetzt das Auto etwas weiter draußen ab, wo es zumindest 24-Stunden-Parkplätze gibt und radelte über mehrere Inseln Richtung Zentrum. Es war ein schöner Weg durch viele Parkanlagen. Meine Vermutung war, dass sich dort die Reichen und Schönen tummeln. Das bestätigte sich zum Teil: Zwar gibt es hier natürlich überdurchschnittlich viele Villen und Bungalows mit Badesteg, entsprechende Booten und kleinem Park, aber je näher ich dem Zentrum kam, desto mehr Mehrfamilienhäuser standen auch an der Küstenlinie.

    Inzwischen bin ich auch beim skandinavischen Preisniveau angekommen: eine Lachssuppe plus ein alkoholfreies Bier 22 Euro. Das Bier für 10 Euro. Außerdem war die Bedienung ausgesprochen unhöflich.

    Der Kulturflow hat mich noch in den Ausstellungshotspot Amos Rex getrieben, wo ich durch zwei Ausstellungen gegangen bin: In der einen wurden gesammelte Werke des finnischen Sammlers Sigurd Frosterus gezeigt; weniger aufregend. In der anderen stellen junge Künstler (bis 25 Jahre) aus ganz Finnland aus. Das findet alle drei Jahre statt. Einiges fand ich ganz nett. Zu vielen Sachen, besonders Videokunst, fand ich keinen Zugang.
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