• Autonom unterwegs
Actual
  • Autonom unterwegs

Grand Tour in den Norden

Una aventura abierta de Autonom unterwegs Leer más
  • Actualmente en
    🇸🇪 Gemeinde Lidköping, Schweden

    Schloss Läckø und andere Schlösser

    Ayer, Suecia ⋅ ☀️ 18 °C

    Diese Reisetage stelle ich mal unter das Thema "Schlösser". Waren es gestern Schloss Nynäs, das Löfstadschloss bei Norrköping und das Herrenhaus Norra Freberga, so ist heute Schloss Läckö im südlichen Bereich des Vänersees, der größten aller schwedischen Seen.
    Es ist eines der sieben großen Barockschlösser Schwedens und gefällt wegen seiner Lage, seines Gartens und seiner äußeren Harmonie. Das Inventar ist nur zu einem ganz kleinen Teil authentisch, weil man vieles im 19. Jahrhundert ausgeräumt, zu Geld gemacht oder auf diverse Museen und Sammlungen verteilt hat.

    Besonders beeindruckend ist ein Saal, der sich dem Westfälischen Frieden widmet. Hier sieht man neben dem König Gustav Adolf und seiner Tochter Christina ein Deckenfries mit den Bildern der schwedischen Delegation sowie ein Deckengemälde, auf dem sich Pax und Justitia küssen.
    Leer más

  • Norra Freberga bei Motala

    30 de junio, Suecia ⋅ ☁️ 16 °C

    Jetzt bin ich tatsächlich an diesem Strand gelandet. Er ist sicher der schönste dieser Reise und, wenn man dazu sagt, dass ich hier weit und breit der einzige Mensch bin, auch einer der romantischsten Strände, die ich kenne. Und er ist nicht in der Karibik, nicht auf Sardinien; er liegt nicht einmal an einem Meer, sondern im Norden des Vättersees, des zweitgrößten der schwedischen Seen.
    Den Tipp bekam ich von einem älteren Herrn, der ein altes Herrenhaus besitzt und bewohnt. Ich hatte auf einem Parkplatz davor übernachtet und wir waren ins Gespräch gekommen, als er seine leere Mülltonne vom Sammelplatz abholte: Er erzählte mir von seinen vier Töchtern, dem Unterschied zwischen einem Schloss und einem Herrenhaus von seinem deutschen Aupair und von vielen anderen. Und auch ich gab so einiges aus meinem Leben preis und schließlich gab er mir den Tipp, das Fahrrad zu nehmen und den Strand aufzusuchen, wo jetzt das Wasser friedlich vor sich hin plätschert.

    Gestern war das noch anders. Da war ich an einem der Stadtstrände von Motala. Da war viel Wind und das Wasser schlug richtige Wellen, als ob es ein Meer wäre.
    Leer más

  • Södertälje

    28 de junio, Suecia ⋅ ☁️ 24 °C

    Manchmal weiß man wirklich nicht, wofür eine unerwartete Entwicklung wirklich gut ist. Daher schildere ich mal das Zwischenergebnis: Den zweiten Stockholm-Tag strich ich und fuhr weiter schätzungsweise an den westlichen Rand des Speckgürtels von Stockholm, dessen verborgene Reize ich mir später noch anschauen werde.

    Das Spannende ist, dass ich auf einem zu einem Wohnschiff umgebauten Fischkutter übernachte. Dabei ist besonderes ein Umstand aus der alten Zeit erhalten geblieben: Es ist fast alles wahnsinnig eng - außer den Außenanlagen. Daher bin ich mir auch nicht sicher, wie gut ich heute Nacht schlafen werde. Ob das Bett 80 cm breit ist? Da bin ich mir nicht sicher.

    Betrieben wird das ganze von einem Pärchen, das etwa so alt ist wie ich und deren Lebensaufgabe es wohl war, dieses Schiff herzurichten. Vieles wirkt liebevoll restauriert. Die Rollenverteilung der beiden ist recht einfach: Er löst Kreuzworträtsel oder liest. Sie macht den Rest.

    Erstaunlich ist, wie viele Gäste auf dem Schiff übernachten. Ich komme auf sieben, verteilt auf sechs Kajüten, wo immer die auch verteilt sind. Die Atmosphäre ist angenehm entspannt: Es herrscht ein Kommen und Gehen und jeder nimmt sich gerne etwas Zeit für eine kurze Plauderei.

    Von der "Veranda" aus sieht man an einem Seitenarm des Mälarsees eine Art von Industriehafen, in dem sich - je nach Bedarf - zwei Hebebrücken heben oder senken. Man hört das Surren einer Lüftungsanlage und das permanente Geschrei der Möwen. Ab und zu fährt ein Frachtschiff, häufiger ein kleines Motorboot vorbei.

    Zu den verborgenen Reizen: dazu gehören wohl der kleine Hafen, ein paar alte und große Hotels und Villen auf der Seeseite und eine sehr große Fußgängerzone mit vielen Imbisse und Restaurants: libanesische wie thailändische, Döner wie Sushi, Italiener wie Griechen.
    Leer más

  • Stockholm

    27 de junio, Suecia ⋅ ⛅ 24 °C

    So ganz richtig ist der Titel nicht, denn ich übernachte außerhalb, in Vaxholm, und nutze das öffentliche Pendelboot, um in die Stockholmer Innenstadt zu kommen. Das ist gut, weil ich das Rad mitnehmen kann und nebenbei eine kleine Tour durch die Schären erleben darf.
    Und ich hätte nichts Besseres tun können: Bei strahlendem Sonnenschein, angenehmenen 25 Grad, über die Schären und mit dem Boot in eine der schönsten Städte Europas zu fahren - Was kann es Schöneres geben?
    Was erlebte ich? Etwas Touristentrubel am Schloss, wo man auf die Wachsblösung wartete, ein netter Gedanke zu einem Königsdenkmal, das Wikingermuseum, Kartoffelsuppe im historischen Museum und dann noch das Abba-Museum. Und ganz nebenbei eine Pause auf einem Friedhof, der auch schon europäischer wirkt.
    Der Gedanke zum Denkmal: Es stellt Carl VIX. Gustav dar, einen General Napoleons. Und an wen erinnert die Pose?
    Den zweiten geplanten Stockholm-Tag strich ich nach langem Hin und Her. Hintergrund waren wieder einmal falsche KI-Informationen. Diese hatte meinen Plan für möglich erklärt, mir im Westen, also in Richtung Göteborg, am Stadtrand einen billigen Parkplatz zu suchen und dann mit der U-Bahn, das Rad mitnehmend, in die Innenstadt zu fahren. Kurz: Nichts klappte. Den billigen Parkplatz gab es nicht am angegebenen Ort und die U-Bahn nimmt keine Fahrräder mit. Und außerdem nervte es mich, dass ich über eine Stunde brauchte, um eine der vielen Park-Apps einzurichten, und dass die Wärme einem Unwetter weichen musste.
    Leer más

  • Uppsala - die Universität und ein bisschen mehr

    25 de junio, Suecia ⋅ ☀️ 21 °C

    Das Auto ließ ich erst mal bei meiner Unterkunft zurück und radelte wieder in die Innenstadt, wo ich mich etwas treiben ließ und zuerst am Hauptgebäude der Universität landete, das mich sehr beeindruckte. Und wieder war ich beim Jugendstil in einer wunderbaren Ausblühung. Und schließlich warte ich jetzt auf mein Lunch, ehemals "dagens rett".Leer más

  • Uppsala

    25 de junio, Suecia ⋅ ☁️ 22 °C

    Ich mag diese Stadt, besonders weil ich sie bei angenehmen 20 Grad erleben durfte. Und sie hat eine sehr angenehme Atmosphäre, was sicherlich von den vielen Studenten kommt, von denen heute Abend auch viele die Cafés der Fußgängerzone bevölkern, um zuerst das WM-Spiel Deutschland gegen Ecuador und später noch Schweden gegen Japan anzuschauen. Viele von ihnen geben gerade den zweiten Spiel einen angemessenen Rahmen, indem sie gelb-blaue Trikots tragen.
    Neben dem Fußballgroßereignis wirft das Konzert eines Weltstars seine Schatten voraus: Sting spielt im neuen botanischen Garten unterhalb des Schlosses, weshalb dieser auch geschlossen ist.

    Wobei der alte botanische Garten wahrscheinlich mindestens genauso interessant sein dürfte. Der Linné-Garten ist eine Oase der Ruhe und Harmonie. Er ist deutlich kleiner als der neue, liegt am Rande der Altstadt und wurde in seiner jetzigen Form tatsächlich von Carl von Linné angelegt, der im 18. Jahrhundert hier Professor und Rektor der Universität war. Der Garten wurde nach den Klassen und Ordnungen seines Sexualsystem der Pflanzen gestaltet werden. Über 3000 Pflanzen fanden dort ihre Heimat.

    Neben dem Dom der einstigen Hauptstadt Schwedens und dem Schloss ist natürlich noch ein Lied erwähnenswert, das 1969 in der deutschen Hitparade war: "Ein Student aus Uppsala" , gesungen von der norwegischen Sängerin Kristi Spaboe, die er vor einigen Tagen verstarb. Seit diesem Lied wusste man, dass Uppsala eine Universitätsstadt in Schweden ist.
    Leer más

  • Reisetage von Trondheim nach Uppsala

    22 de junio, Suecia ⋅ 🌬 9 °C

    Diese Reisetage waren nicht so wirklich spannend, weil ich ja - gerade bei so einer langen Reise - schon viel gesehen habe, was viel erwähnenswerter ist als diese Fahrt durch das nördliche Mittelschweden. Denn es ist hier einfach unspektakulär schön. Bis auf die Städte. So waren das Hübscheste an Östersund nur die Lage und der Name. Im Sommer könnte es dort hübsch sein, weil sich in der Fußgängerzone Restaurant an Restaurant reiht. Aber der ist noch nicht da. Noch bläht der kalte Wind die Sonnensegel. In Trondheim stehen gerade die Pfingstrosen vor der Blüte und ich roch Flieder.
    Schön war ein Abstecher zu einem Wasserfall. Und interessant war ein Dorf namens Trångsviken. Das ist nämlich namengebend ist für den "Trangia", den unverwüstlichen und genialen Tourenkocher, der zumindest irgendeinmal in Trångsviken hergestellt wurde. Es gibt dort zwar neben einem Shop und einem kleinen Museum, die beide geschlossen hatten, eine Fabrik; aber diese erscheint mit viel zu klein für die Produktion dieses weltweit verbreiteten Produkts.
    Die Landschaft ist weiterhin von sanften Bergen und Tälern und vielen Seen geprägt. Viel Wald. Es gibt wieder viele Birken und Kiefern. Es ist ein bisschen Finnland mit Hügeln.
    Was auch auffällt: Es gibt keine Wohnmobilkaravanen und Tourenradler mehr. Diesen Teil Schwedens hat der Tourismus noch nicht im Griff.
    Funfact am Rande: ich habe meine Schlafmaske gefunden, allerdings gibt es jetzt auch wieder so etwas eine Nacht (zumindest andeutungsweise).

    Inzwischen bin ich in Uppsala. Die Welt wird von Kilometer zu Kilometer immer europäischer: Hierher brauste ich mit schwindelerregenden 120 km/h. Die IKEA betreibt in der drittgrößten Stadt ihres Mutterlandes nur noch einen reduzierten Shop, während das große Möbelhaus daneben geschlossen ist und die Vorstadtsiedlungen könnten überall sein, nur nicht in Narvik oder Mo i Rana.
    Leer más

  • Trondheim - der europäische Nachmittag

    21 de junio, Noruega ⋅ 🌬 15 °C

    Was ich bei meiner Euphorie über den europäischen Charakter Trondheims vergaß, ist, dass sich nicht nur die Struktur und das Stadtbild ändern, sondern auch das Tempo. So wich nachmittags, als sich die Stadt besonders an den Sightseeing-Highlights füllte, meine über Wochen erworbene Gelassenheit immer mehr einem Kulturdruck. Und so liest sich die Liste der besuchten Orte sehr beeindruckend: Dom, Museum für Industriedesign, Garten der königlichen Residenz, Wissenschaftsmuseum und die Rockhalle.
    Besonders erwähnen möchte ich davon noch einmal den Dom, der nicht nur das größte geistliche Gotteshaus Nordeuropas ist und natürlich über die. Jahrhunderte munter umgebaut und ergänzt wurde, sondern auch innen ausgesprochen harmonisch ist.
    In der Rockhalle kann man sich über die populäre Musik Norwegens von den 50er Jahren bis in die Gegenwart informieren. Da ich immerhin drei norwegische Interpreten kenne, nämlich A-ha, Rebecca Bakken und die Gruppe Katzenjammer, und nur A-ha gewürdigt wird, war ich natürlich angemessen enttäuscht. Sonst ist es ein tolles Museum mit vielen Hörbeispielen und Spielereien.
    Leer más

  • Trondheim - flanieren durch eine verlassene Stadt

    21 de junio, Noruega ⋅ ☁️ 14 °C

    Natürlich hatte ich es geahnt und genieße es auch: Es ist Sonntag, der 21. Juni, elf Uhr und in der Innenstadt sieht man eigentlich nur ausländische Besuchergruppen und Koffer ziehende Einzeltouristen. Die Norweger haben sich zurückgezogen ins Private, um dort Sankthans zu feiern oder die Feierlichkeiten vorzubereiten.

    Sankthans in Norwegen ist etwas anderes als Midtsommar in Schweden, also nicht der nationale Ausnahmezustand, sondern, solange man sich nicht dem schwedischen Trend annähert, ein eher familiärer Sommerabend, den man gern im Kreise der Freunde und Familie verbringt, bevorzugt auf der Familiehytta. Und das will vorbereitet sein. Daher ist diese Sonntag in Trondheim bestimmt noch etwas menschenleerer als sonst. Am Abend wird dann - etwas verfrüht - gefeiert.

    Das ist die beste Grundlage dafür, dass ich mich etwas treiben lasse und durch die Stadt flaniere.

    Am ersten Ort meiner Erkundung wurde mir der Zutritt verweigert. Im Nidarosdom wurde Gottesdienst gefeiert, der auch lautstark, aber durchaus harmonisch eingeläutet wurde. Ein guter Grund, mir die Umgebung anzusehen: Umgeben ist der Dom von einem sicherlich sehr altem Friedhof. Sehr skandinavisch: an sich eine große Rasenfläche, aus der nicht allzu große Grabsteine nicht immer gerade herausragen. Charmant finde ich, dass die alten immer tiefer in den Boden versinken. So wie der Grabstein verschwindet auch die Erinnerung. Und so ein Friedhof um einen Dom! Eher ungewöhnlich.

    Und dann noch der Munkegata, die Mönchsstraße, die geradezu idealtypisch Symbole der weltlichen und geistlichen Macht miteinander verbindet: auf der einen Seite der Dom, auf der anderen der Marktplatz mit der Statue von König Olav Tryggvason, dem Stadtgründer und Christianisier Skandinaviens. An ihr liegen auch das Rathaus und das Volkshaus der Provinz Trøndelag.
    Leer más

  • Trondheim - ein erster Eindruck

    20 de junio, Noruega ⋅ 🌧 14 °C

    Trondheim wird oft als "das Tor in den Norden" beworben. Jetzt haben Tore und Türen die Eigenschaft, dass man von zwei Seiten hindurch gehen kann. So ist Trondheim für diejenigen, die aus dem Süden kommen sicherlich das "Tor in den Norden". Für die, die aus dem Norden kommen, ist es aber genauso sicher das "Tor nach Europa". (Wobei viele Skandinavier dazu neigen, alles, was südlicher oder östlicher als Skandinavien ist, als Europa zu bezeichnen.)
    So ist Trondheim für mich, jetzt aus dem Norden kommend, auf den ersten Blick wahrscheinlich die europäischste Stadt, die ich nach Helsinki besuchte.

    Was macht Trondheim so europäisch? Zum einen eine klar definierte historische Altstadt, die im Gegensatz zu den nordnorwegischen und finnischen Städten nicht von deutschen bzw. sowjetischen Truppen zerstört wurde. Zum anderen gibt es um die Altstadt herum einen Gürtel mit Häuser aus dem frühen 20. Jahrhundert. Und in diesem Bereich findet auch Bildung ihren Platz: Was in Mo i Rana, Steinkjer und Namsos eher klein und schüchtern daherkommt, hat sich in Villen und Bürgerhäusern in diesem Bereich breit gemacht : Norwegens Nord Universitet.
    Ich mag Trondheim. Es fühlt sich wieder etwas nach Heimat an, zumal die Sprache nicht ganz so fremd ist.
    Leer más

  • Die Westküste entlang Richtung Trondheim

    18 de junio, Noruega ⋅ ☁️ 13 °C

    Seit drei Tagen bin ich jetzt schon auf der Strecke zwischen Mo i Rana und Trondheim unterwegs, und zwar auf der Küstenroute FV17. Bis vor ein paar Jahren war es noch die RV17, der Riksveien (Reichsweg), bis man alle RVs demokratisiert und nach dem benannte, der das finanziert hat. Aus dem Reichsweg RV wurde ein Volksweg (fylkesveien) FV.
    Die FV17 ist eine angenehme Variante zur E6, die so etwas wie das Verkehrsrückgrad Norwegens darstellt und im Landesinneren verläuft. Nachteilig an der FV17 ist, dass die sehr langsam ist, obwohl man auch hier die 80 km/h Höchstgeschwindigkeit fahren kann und viele große und lange Brücken die Wege verkürzen. Langsam wird es durch die vielen kleinen Fähren, die meist nur im Stundentakt fahren. Gestern waren es vier.
    An Städten ist Brønnoysund, Namsos und Steinkjer erwähnenswert.

    Brønnøysund, an sich völlig unscheinbar, beherbergt aber die wohl wichtigste norwegische Behörde, das Brønnoysund-Register, dessen Wachtmann und Portier mir vergeblich zu erklären versuchte, welche Daten von hier verwaltet werden. Wahrscheinlich alle, die der norwegische Staat erhebt und nutzt.

    Und in Brønnoysunds Nähe gibt es noch eine schöne Attraktion der Natur, den Torghatten, einen sehr einsamen Berg in der Landschaft, mit einem Loch ganz oben, zu dem ich natürlich gewandert bin, weil das Wetter so schön war. Das Loch entstand wohl durch Brandung, als der Berg noch eine Insel und noch nicht gehoben war.

    Nach nächtlichem Dauerregen bin ich inzwischen in Namsos, was zwar nach einer griechischen Insel klingt, aber ein nettes kleines und sehr lebhaftes Städtchen im südlichen Nordnorwegen ist.

    Namsos gilt aber als "Rock City", nicht wegen eines einzelnen Konzerts , sondern weil hier eine ganze regionale Rockbewegung entstanden ist, die norwegische Rockmusik stark geprägt hat und die bis heute sichtbar ist.

    Steinkjer ist die dynamischste dieser drei Städte. Vielleicht liegt es daran, dass es ein Verkehrsknotenpunkt oder ein größerer Standort der Nord Universitet ist, die sich mit vielen englischsprachigen Studiengängen explizit auch an ausländische Studenten wendet. Hier ist einfach eine gute Atmosphäre. Es gibt viele sehr schöne Cafés, einige Parkanlagen, eine völlig überdimensionierte Kirche und überall ein bisschen Kunst, weil hier auch eine Kunsthochschule ist. Besonders stolz ist man auf das Steinkjer Festival am Wochenende nach Midtsommer, wo das musikalische Spektrum voll ausgeschöpft wird.

    Die Landschaft hier ist jetzt ganz anders als im rauen Norden: Mit dem steten leisen Gebimmel der Kuhglocken und den runden und dicht bewaldeten Bergkuppen sowie den in die Landschaft eingebetteten Seen hat sie was von Voralpenland. Nur das Glockengeläut fehlt, wie fast überall auf meiner Reise (Polen ausgenommen).
    Leer más

  • Høyholm

    17 de junio, Noruega ⋅ ☁️ 12 °C

    Høyholm, das sind ein paar Häuser an der norwegischen Küste, Am Rande des Lomsdal-Visten-Nationalparks, den wahrscheinlich niemand kennt. Brønnøysund ist in der Nähe. Ab und zu fährt, etwas entfernt, ein kurze Karawane Wohnmobile vorbei, von der Fähre kommend; ansonsten nur Stille. Kurz: ein paar Häuser am Meer, wo ich übernachtete und wo es wunderschön ist.Leer más

  • Melfjordbotn, Mo i Rana, Langvassrenda

    16 de junio, Noruega ⋅ ☁️ 8 °C

    Im Grunde träumte ich schon immer davon, in Melfjordbotn zu sein. Melfjordbotn hatte für mich immer etwas Geheimnisvolles, weil es wohl immer da war, aber nie erreichbar.

    Der Hintergrund: Melfjordbotn liegt von Langvassgrenda, wo ich 1981 mit Norbert landete, um den Svartisen zu queren, vielleicht drei Kilometer Luftlinie entfernt. Dazwischen liegt aber ein massiver Bergriegel, den erst 1982 eine Passstraße querte und somit Melfjordbotn an das norwegische Straßennetz anschloss. Diese Straße ist aber immer dann gesperrt, wenn es dort oben winterlich wird. Also die meiste Zeit des Jahres. Angeschlossen an die restliche Welt ist es seit Ende der 70er Jahre durch ein Schnellboot, das ähnlich wie bei Hanøj und Kaldjord einzelne Anleger abfährt. Und jetzt bin ich hier in Melfjordbotn nach einer wunderbaren Fahrt über einen Traumpass.
    In Mo i Rana hat sich nach fast 40 Jahren fast alles geändert, was man sich vorstellen kann: Gab es damals nur den Meyer, der fast alles hatte, was man brauchte, gibt es jetzt eine differenzierte Einkaufslandschaft, wo ich sogar meine deutsche Gasflaschen hätte aufladen können. Aus dem funktionalen und grauen Stadtzentrum ist ein Bereich geworden, in dem auch Kreuzfahrttouristen gern etwas flanieren. Selbst am Stadtrand, der von mächtigen Industrieanlagen geprägt ist, gibt es einen schmucken Park, auf dessen Parkplatz ich mit Sylvie und Denis verabredet war. Wir feierten unseren wohl letzten gemeinsamen Abend mit geräuchertem Lachs und Heilbutt, Garnele, Kaviarcreme, Chips - und Champagner, aufgehoben für einen besonderen Anlass.
    In Langvassgrenda war fast alles anders, als ich es in Erinnerung hatte: Das Langvatn war natürlich nicht zugefroren und viel breiter und länger. Die Straße ist inzwischen asphaltiert. Es gibt eine Verbindung ins benachbarte Røvassdalen und nach Melfjordbotn. Hammernese war keine sandige vegetationslose Halbinsel, sondern ein durch Wege durchzogenes Grünland. Und die Schule liegt nicht unten an der Brücke, sondern auf einer Anhöhe und die Brücke ist ganz schön weit entfernt.

    Zum Svartisen kommt man von dieser Seite auch ganz bequem.
    Leer más

  • Am Svartisen

    13 de junio, Noruega ⋅ ⛅ 14 °C

    Heute beim Svartisen, dem zweitgrößten norwegischen Gletscher, gewesen zu sein, war schon ein besonderes Gefühl, weil es Türen in meine Vergangenheit öffnete.

    Im Jahr 1981 waren wir, mein Freund Norbert Röser und ich, direkt nach meinem Abicolloquium nach Norden aufgebrochen, um den Svartisen zu durchqueren, denn auf meiner Nordnorwegenkarte sah man eine Art Schlucht, durch die sich ein Weg schlängelt. Das fanden wir interessant und machbar. Um es kurz zu machen: Das Unternehmen scheiterte, weil noch zwei Meter Schnee lagen, was uns gerade noch erlaubte, den Gletscher ganz in der Ferne zu sehen. Mehr auch nicht. Aber wir lernten dadurch liebe Menschen kennen, die mein Bild von Norwegen nachhaltig prägten.
    Und heute war ich wieder am Svartisen, von der anderen Seite mit einem Boot kommend, sich den Anstieg mit dem Rad nähernd. Selbstwusst kraxelt ich mich dann der Gletscherzunge näher. Doch wieder blieb es bei der Sichtweite, weil ich umkehrte. Denn dafür gab es vier Argumente: Steiles Gelände, unpassendes Schuhwerk, den Umstand, dass ich allein unterwegs war, und gewisse Zweifel an meiner Kondition. So wird der Svartisen weiter mein unerreichte Ziel bleiben.
    Leer más

  • Zweiter Reisetag in den Süden

    12 de junio, Noruega ⋅ ☁️ 14 °C

    Es war ein nettes Gespräch, das ich mit einer Dame am Fähranleger in Hanøj führte, in dem sie mich fragte: "Kommt, wenn man so lange unterwegs ist wie Sie, nicht irgendwann der Punkt, dass die Spannung weg ist?" Ich antwortete ihr wahrheitsgemäß, dass es mir gar nicht um die Spannung geht, sondern darum, wie ich die Welt erlebe. Damit gab sie sich zufrieden. Mir aber ging die Frage noch länger durch den Kopf und ich glaube, dass wahrscheinlich das Wort "Spannung" hier nicht passt. Aber was wäre besser?
    Der heutige Tag wäre so ein nicht spannender, aber absolut anregend gewesen, der eigentlich ganz unspektakulär werden sollte. Und das, ohne dass ich etwas völlig Neues gesehen und erlebt hatte.
    Gestartet bin ich in einer Region, in der mir ein Herr an der Tankstelle sagte, dass es hier zwar wunderschön sei (was auch stimmte), aber touristisch liefe nichts, weil man zu weit abseits von der E6, der Hauptreiseroute, sei. Ein Satz, den ich nicht nur einmal in Westmittelfranken gehört hatte, allerdings ohne E6.
    So fuhr ich, nachdem ich mich erst einmal total verfahren hatte, mit einem Westmittelfrankengefühl durch eine sehr agrarisch geprägte Landschaft mit wunderbaren See, Fjorden und Bergen, mit vielen Traktoren und Schafe und ohne Wohnmobile.
    Und dann war ich plötzlich an der Küste und die Fjorde wurden breiter und die Straße wilder. Sie erklomm Pässe und durchbrach in Tunneln die Berge und plätscherte sich dann an den Atlantik, um sich dann wieder in Fjorde zurückzuziehen.

    Ich kann es an sich nicht beschreiben, aber es war immer wieder ein großes Staunen.

    Jetzt übernachte ich auf dem Parkplatz eines Wasserkraftwerks, zu dem man nur kommt, wenn man im richtigen Tunnel an der rechten Seite richtigen Stelle rechts abbiegt. Vor dem Verwaltungsgebäude steht eine Tafel, die an eine Sabotageaktion der Alliierten im Zweiten Weltkrieg erinnert, die, in dem sie wohl Teile des Kraftwerks sprengte, in Glomfjord die deutsche Aluminiumproduktion lahmlegten. Solche Erinnerungsstelen gibt es viele. Sie zeigen eine wache Erinnerungskultur.

    Spannend war das nicht, aber ein großes Erlebnis.

    Ein Dank geht noch an meine niederländischen Nachbarn, Co und Herlinde, die mir einen angenehmen Abend geschenkt haben.
    Leer más

  • Erster Reisetag in den Süden

    11 de junio, Noruega ⋅ ☁️ 12 °C

    Wahrscheinlich machte ich jetzt vieles richtig: Weil das Wetter wieder umschlug und es seit gestern Abend recht zuverlässig regnet, beschloss ich, die nächsten Tage als Reisetage zu nutzen, zumal die Entfernungen, die vor mir liegen schon sehr groß sind: Über 800 km bis Trondheim, über 1300 km bis Oslo. Die nächsten Ziele sind vielleicht Bodö oder Mo i Rana. Mal schauen.

    Gestern war ich noch in Narvik, von dem ich schon eine recht unromantische Vorstellung hatte und die nochmal getoppt wurde.
    Es ist eben so wie in Finnland: Der zweite Weltkrieg hat tiefe Spuren hinterlassen, besonders in Narvik, und der Wiederaufbau war dann eher pragmatisch-funktional. So finden wir jetzt eine Stadt vor, die weiter vom Schienenverkehr aus dem schwedischen Erzabbaugebiet in Kiruna und vielen Verwaltungsgebäuden geprägt ist.

    Weil es gestern Abend und heute Vormittag weiterregnete, reiste ich über viele Brücken und noch viel mehr enge Tunnels weiter nach Süden. Ich wollte dann einen kleinen Haken nach Glomfjord machen, das ich jetzt aber noch nicht erreichte, weil ich an einem wunderschönen Rastplatz am Kykkelvatnet hängengeblieben bin.

    Am aufregendsten für mich war heute die Tankstellensuche: 70 km bevor der Tank leer war, meldete das System, dass ich mich auf die Suche begeben sollte. Auf dieser Strecke waren angeblich zwei Tankstellen. Die eine hatte aber schon seit Jahren geschlossen, die andere keinen Diesel und ich nur noch fünf Kilometer Reichweite. Gerettet wurde ich von einer netten Supermarktverkäuferin, die sich noch an eine versteckte Tanksäule erinnerte.
    Leer más

  • Lofoten - ein erster Eindruck

    9 de junio, Noruega ⋅ ☀️ 17 °C

    Nachdem ich festgestellt hatte, dass es vom Hafen Hanøj, zu dem ich heute mit besagter Schnellfähre (Hurtigbåten) zurückkehrte, es eigentlich nur noch drei Kilometer bis zur Brücke waren, die mich auf die Lofoten brachte, verwarf ich alle Einwände und bin jetzt auf einem Campingplatz kurz vor Svolvær auf den Lofoten.
    Fazit des heutigen Tages: Alles was ich von den Vesterålen kannte, gibt es hier auch, nur deutlich dichter; der Tourismus ist noch dezent und die Idee, einen Campingplatz aufzusuchen, um mich und meine Wäsche ausführlich zu reinigen, sehr gut.
    Essen musste ich mir heute keines machen, weil mich meine netten Nachbarn zu Garnelen mit Weißwein eingeladen hatten.
    Ich weiß jetzt nicht, ob die Bilder allzu aussagekräftig sind...
    Leer más

  • Versuch einer Wanderung - Møysalen-Nationalpark

    8 de junio, Noruega ⋅ ⛅ 12 °C

    Gerade überschätzte ich mich wohl etwas selbst: Ich trieb ja einen erheblichen Aufwand, um in den Møysalen-Nationalpark zu kommen und dort zu wandern. Meinen Vorsatz, am Vormittag aufzubrechen, konnte ich nicht umsetzen, weil es durchregnete. Am Nachmittag wurde das Wetter dann etwas besser und ich zog los, mit dem Gefühl, so fit zu sein wie schon lange nicht mehr. Flux setzte ich mir einen vier Kilometer entfernten Gipfel als Ziel und verpasste dann aber bald eine Abzweigung - Gott sei Dank.
    Denn jetzt sitze ich ziemlich erschöpft im Windschatten einer Hytta und stelle fest, dass ich wohl doch nicht so fit bin, denn nach einer dreiviertel Stunde dachte ich schon an den Rückweg, mit einem mulmiges. Gefühl. Wobei ich erwähnen muss, dass die Hälfte der Strecke sehr unwegsam war und durch eines dieser Moore ging, was schon Kraft kostete.
    Aber hier habe ich es erst einmal gut; Ein wunderschöner kleiner See liegt vor mir. Der Wind scheint etwas nachzulassen. Um mich herum Hochmoore, ein Berge mit einem rauschenden Wasserfall, viel Grün und vielen unbekannte Vögel . Und die Sonne scheint sich gegen die düsteren Wolken durchzusetzen.
    Leer más

  • Kaljord

    7 de junio, Noruega ⋅ ☁️ 17 °C

    Jetzt wurde es doch noch mal spannend: Mein Ziel heute war der Møysalen-Nationalpark, in dessen Nähe mich dann nach einigen Irrungen und Wirrungen das Navi auch brachte, nämlich an einen kleinen Fähranleger namens Hanøj. Von dort sollte es dann auch zwei Stunden später - so zwei belgische Caravanfreunde - weitergehen. Als diese dann plötzlich verschwanden und ich selbst recherchierte, dass die nächste Fähre wohl morgen früh um 6 Uhr gehen werde, erschien eine Norwegerin mit Fahrrad, die kompetent wirkte. Sie erklärte mich erst einmal zu einem verantwortunsglosen Vollidioten, weil ich Anfang Juni mit Sommerreifen in Nordnorwegen unterwegs sei. Dann rief sie aber bei der Fähre an, bestellte sie nach Hanøj und kündigte auch mich und den Caddy an.

    Die Überfahrt auf dem Katamaran war sehr schnell. Und damit auch das Auto schnell entladen werden konnte, musste ich rückwärts auf die Fähre fahren. Sie funktioniert wie ein Rufbus und fährt auf ihrer Tour nur die Anlegestellen an, wo auch ein Passagier angekündigt hatte, dass er mitgenommen werden will. Man kennt sich. Ich war der einzige Tourist.

    Jetzt verbringe ich erst mal eine gute Nacht hier, weit entfernt von allen Lebenden bei Kaljord.
    Leer más

  • Sigerfjord - im einzigartigen Café

    7 de junio, Noruega ⋅ ☁️ 14 °C

    Auf die Gefahr hin, dass ich jetzt immer kleinschrittiger berichte, aber wohlwissend, dass diesen Cafébesuch heute nichts toppen wird, gibt es jetzt noch einen Beitrag aus Sigerfjord.

    An sich ein völlig unspektakuläres Dörfchen am gleichnamigen Fjord, einem Seitenarm des Sortlandlunds, mit Supermarkt, einer Schreinerei, einer Autowerkstatt, einem Friedhof und - einer Kirche. Und sie hat gerade eine Eigenschaft, die auch in Norwegen nur die wenigsten Kirchen haben: Bis auf wenige Plätze sind alle besetzt - im besten Sinne des Wortes.

    Das liegt daran, dass in diesem profanierten Gotteshaus das Café, eine Art Concept Store und der Frisørsalong von Maurice untergebracht sind. Wahrscheinlich die weltweit einzige Kombination aus Kirche, Conceptstore, Friseur und Café.

    Und es ist ein wunderbares Café mit vielen vielen Gästen.
    Leer más

  • Vesterålen - Myre, Stø

    6 de junio, Noruega ⋅ ⛅ 14 °C

    Natürlich bin ich hier zufällig gelandet. Myre klingt zwar nach Weihnachten, aber der Ort Myre hat damit nur insoweit was zu, dass es da in verschiedenen Familien Fisch gibt. Und Myre ist eines der Zentren der norwegischen Fischverarbeitung. So zieht sich ein dichter Gürtel von Fischfabriken den Hafen entlang. Erst in zweiter und dritter Reihe gibt es das normale Leben. Und im Hafen liegen keine Yachten, sondern Fischerboote und Kutter in den unterschiedlichsten Größen.
    Stø war dann der klassische Denkfehler: Mein Gedanke war, dass am nördlichsten Zipfel am wenigsten los sein sollte. Das dachten aber zu viele Reisende. Daher bin ich schnell wieder verschwunden und machte dabei noch ein paar nette Bilder.
    Leer más

  • Vesterålen - Langøya

    5 de junio, Noruega ⋅ ☁️ 19 °C

    Es war eine gute Entscheidung, auf den Vesterålen zu bleiben. Es ist alles sehr entspannt. Wohnmobilburgen sieht auch nur wenige und man hört viel Norwegisch.
    Meine persönliche Verwahrlosung nimmt natürlich zu. In guter alter Hitchhikertradition übernachtete ich auf dem Friedhofsparkplatz von Holmenstad, weil man an so einem Ort ja alles hat, was man braucht: frisches Wasser, eine Toilette, mit etwas Glück ein Stromanschluss und ruhige Nachbarn. Bis auf den Stromanschluss genoss ich alle Vorzüge des Ortes und schlief, nachdem ich meine Verdunklung noch einmal überarbeitet hatte, wie ein Bär.
    Jetzt bin ich im Café des Kulturhauses in Sortland, etwas zehn Kilometer von Holmenstad, wo ich in aller Ruhe die Powerbanks aufladen und an diesem Beitrag schreiben kann. Vorher hatte ich mir in einem Baumarkt noch Adblue besorgt; der Caddy ist halt ein Diesel...

    Ich genieße es übrigens nach fünf Ländern sprachlichen Blindflugs, wieder das meiste zu verstehen.
    Leer más

  • Vesterålen - Andøya

    5 de junio, Noruega ⋅ ⛅ 17 °C

    Eigentlich bin ich zu meiner ursprünglichen Planung zurückgekehrt und verzichte auf die Lofoten, worin mich vorhin auch noch die Öffentlichkeitdame des Andøya Space Centers bestärkte. Sie meinte auch, dass dort jetzt schon alles überfüllt sei. Im Juli sei es zwar noch schlimmer, aber auch jetzt schon sei es dort schwer erträglich. Ich bleibe jetzt also ein paar Tage auf den vorgelagerten Vesterålen und werde dann auf das Festland zurückkehren. Ohne Fähren!

    Diese waren bei der Anreise ein Problem. Nach Senja kamen gestern ganz knapp alle Fahrgäste mit. Aber heute mussten beispielsweise meine französischen Nachbarn bis abends um sieben auf die Abendfähre warten, weil sie nicht mehr auf die 11-Uhr-Fähre gelassen wurden. Es gibt keine Reservierung, es gilt das Windhundprinzip.

    Ich wurde noch mitgenommen, weil, als die meisten Fahrzeuge (meist Wohnmobile) an Bord waren, mit normalen Autos die Lücken geschlossen wurden. Da hatte ich großes Glück!

    Die Fähre kam in Andenes an und in der Nähe gibt es das Andøya Space Center mit einem schönen Besucherbereich. Hier transportiert eine norwegische Firma Forschungsballons und - Satelliten in den Orbit. Die Ergebnisse wertet der jeweilige Auftraggeber selbst aus. Die Firma stellt nämlich ihre Hard- und Software sowie jahrzehntelange Erfahrung auch anderen Nationen oder Unternehmen zur Verfügung. Was mich erstaunte, war, wie klein und unscheinbar das Ganze ist.
    Leer más

  • Reisetag von Tromsø nach Senja

    4 de junio, Noruega ⋅ ⛅ 17 °C

    Jetzt ist das Wetter nur noch schön. Und das in dieser Landschaft. Es ist ein großer Genuss und es ist auch ein großes Glück, dass der Sommer - so eine nette junge Dame mit heimischen Hintergrund - früher gekommen ist als in den letzten beiden Jahren, als zur selben Zeit noch Schnee lag.

    Ich fuhr heute Morgen die Fernstraße hinter der Ferienanlage Richtung Westen und bin jetzt auf einer Fähre zur Insel Senja. Diese ist den Lofoten vorgelagert. Was ich dort mache, weiß ich noch nicht. Ich will mich wieder treiben lassen. In letzter Zeit war alles zu geplant. Zu wenig Raum für Zufall. Eigentlich seit Finnland. Der Sinn steht mir gerade nach Atlantik. So richtig und nicht als Fjord.

    Dort bin ich inzwischen angekommen. Skjåholmen heißt der Ort, an dem ich mich mal umsehe. Die Anfahrt war abenteuerlich: eine enge Straße zwischen Berg und Meer und viele Tunnel, bei denen ich mir nicht sicher war, ob das eine oder andere nicht einspurig ist.

    Ich übernachtete auf dem Parkplatz des Trollparks. Als mehr als angenehmer Zufall erwies sich die Nachbarschaft zu Sylvie und Denis aus der Dordogne, die mich mit Wein aus dem Bordeaux sowie Gänsespeck und - salami verwöhnten. Ich konnte mich leider nur mit dem Reisewhiskey und norwegischen Tubenkaviar revanchieren.
    Leer más

  • Tromsø - der zweite Kulturtag

    3 de junio, Noruega ⋅ ☀️ 16 °C

    Die Eismeerkathedrale steht für Tromsøs wie kein anderes Gebäude. Sie liegt an einer Geländekante auf der Seite des Fjordes, die von der Altstadt aus nur über eine imposante Brücke zu erreichen ist. Durch ihre Lage und ihre Ästhetik prägt sie den Eindruck, den jeder von der Stadt hat.
    Sie wurde Mitte der 60er Jahre gebaut und ist gerade von außen ein großartiges Bauwerk. Der Innenraum enttäuscht auf den ersten Blick. Vieles erinnert an Kirchenarchitektur der 60er und 70er Jahre in Deutschland. Aber das war der Preis dafür, dass die Kirche - im Gegensatz zur ursprünglichen Konzeption des Architekten - nutzbar ist.

    Dessen Konzept war ein nach außen offener Altarraum mit einem Glasfenster, über das Licht und die Natur die Kirche durchfluten kann. Zentral im Hintergrund der Hausberg Tromsdalstinden. Eine geniale Idee. Sie scheiterte daran - so die gut informierte Dame an der Kasse - dass die Gläubigen so geblendet wurden, dass sie nur noch mit Sonnenbrillen im Gottesdienst saßen. Daher wurde beschlossen, die offene Altarseite mit einem sehr symbolträchtigen Glaskunstwerk abzuschließen. Anscheinend passte das immer noch nicht, sodass vor dieses noch eine Gipskartonkonstruktion kam, der man flux die Symbolik des ewigen Eises zuwies. Das Ergebnis sehen wir jetzt.

    Die Kirche ist übrigens auch das Gemeindezentrum, wobei dieses im Untergrund verschwindet: Versammlungssaal, Jugendräume, Toiletten - und alles leicht als Bunker nutzbar.
    Leer más