• Gallipoli National Park

    Oct 2–3 in Turkey ⋅ 🌬 22 °C

    Dank der ausgefahrenen Heckstützen machte uns der Wind über Nacht keine Probleme.
    Heute hatten wir uns schwere Kost vorgenommen: Bei einer unserer Reisen nach Australien und Neuseeland hatten wir zufällig auch an einem 25. April die Feiern zum ANZAC-Day erlebt. Dieser hat seinen Ursprung in der Landung australischer und neuseeländischer Truppen 1915 auf der Halbinsel Gallipoli in der Türkei. Gleichzeitig hörten wir dort das Lied „The Band Played Waltzing Matilda“, in welchem der schottisch-australische Komponist Eric Bogle die furchtbaren Ereignisse dieses Kampfes eindrucksvoll wiedergibt.
    Da wir auf unserer Rückreise in der Nähe dieser Halbinsel waren, beschlossen wir, den Nationalpark Gallipoli zu besichtigen.
    Die drei Mächte Großbritannien, Frankreich und Russland wollten mit der Besetzung dieser Halbinsel die Dardanellen beherrschen, scheiterten aber am Widerstand der osmanischen Kämpfer. Während der mehrmonatigen Kämpfe im Jahr 1915 wurden mehr als 100.000 Soldaten getötet und über 250.000 Soldaten verwundert, was fast der Hälfte der zum Einsatz gekommenen Soldaten entsprach.
    Überall auf der Halbinsel trifft man auf Soldatenfriedhöfe. Es war erschütternd, die Altersangaben der Gefallenen zu lesen. Überwiegend sehr junge Männer aus vielen Nationen waren gestorben. Unter anderem wurden sogar zum ersten Mal Maoris aus Neuseeland in einen Einsatz außerhalb des Landes geschickt.
    Im dazugehörigen Museum konnten wir mehr über die Hintergründe der Kämpfe erfahren. Besonders beklemmend fanden wir ein Diorama der Schützengräben mit den vielen Gefallenen zwischen den beiden Gräben. Nach einigen Kampftagen wurde deshalb damals ein Waffenstillstand vereinbart, um die Toten zu entfernen, da man einen Seuchenausbruch befürchtete.
    Auch fanden wir ein Video sehr berührend, in dem mit Schauspielern realitätsnah der grausame Alltag in einem Schützengraben dargestellt wurde.
    Nach so viel schwerer Kost machten wir uns bei wechselhaftem Wetter auf den Weg zur türkisch-bulgarischen Grenze. Nach insgesamt 1,5 Stunden hatten wir die Grenzanlagen hinter uns gelassen und stellten uns wieder auf den Platz bei der alten Brücke in Swilengrad.
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