• Mario Appel
  • Mario Appel

SMV26

SMV26
Schwabhausen - München - Venedig
im Jahr 2026
Von meinem Heimatdorf Schwabhausen wandere ich über München und die Alpen nach Venedig
Weiterlesen
  • Tag 20: Hallerangeralm - Innsbruck

    6. August in Österreich ⋅ 🌧 29 °C

    KARWENDEL - Das Salz der Berge

    Heute heißt es wieder einmal früh aufstehen, denn ein langer Wandertag steht mir bevor! Von der Hallerangeralm steige ich nach dem Frühstück hinauf zum Lafatscherjoch. Der imposante Anblick der steilen, meist senkrechten Felswände des Kleinen Lafatschers, 2636 m, und der Speckkarspitze, 2621 m, begleitet mich auf dem ersten Wegstück und schon nach einer knappen Stunde stehe ich oben am Joch. Tief blicke ich von hier hinunter in das grüne Inntal und hinüber zu den Zentralalpen. Aller Abschied fällt schwer und so hält das Karwendel noch einen wunderschönen Abstieg über den Adlerweg nach Innsbruck bereit.

    Entfernung: 27 km
    bergauf: 610 hm
    bergab: 1.790 hm
    höchster Punkt: 2.080 m
    niedrigster Punkt: 580 m
    Weiterlesen

  • ZENTRALALPEN

    7. August in Österreich ⋅ 🌧 20 °C

    Während nördlich des Inns verwitterte Gipfelaufbauten aus Kalk das Bild prägen, wandere ich südlich des Inntals in einer Welt aus Urgestein mit Gletschern und schneebedeckten Gipfeln. Obwohl der Alpenhauptkamm heute die Staatsgrenze zwischen Italien und Österreich ist, bemerkt man das beim Grenzübertritt am Pfitscherjoch kaum. Kulturell gab es hier niemals eine Grenze. Das deutschsprachige Tirol erstreckt sich über das Pustertal, in das ich bald absteigen werde, bis nach Brixen und Bozen.Weiterlesen

  • Tag 21: Innsbruck - Meißner Haus

    7. August in Österreich ⋅ 🌧 16 °C

    ZENTRALALPEN - Lohnender Umweg

    Als sogenannter Purist möchte ich jeden Meter nach Venedig zu Fuß zurücklegen und komplett auf Bus und Seilbahn verzichten. Daher führt mich der Weg zur Glungezerhütte zunächst über das Meißner Haus mit einer zusätzlichen Übernachtung.

    Entfernung: 19 km
    bergauf: 1.210 hm
    bergab: 80 hm
    höchster Punkt: 1.700 m
    niedrigster Punkt: 590 m
    Weiterlesen

  • Tag 22: Meißner Haus - Glungezerhütte

    8. August in Österreich ⋅ ☀️ 15 °C

    ZENTRALALPEN - Aussicht auf Innsbruck

    Die Wanderung vom Meissner Haus zur Glungezerhütte in den Tuxer Alpen ist ein klassischer, mittelschwerer Hüttenübergang. Ich steige über die südseitigen Waldhänge direkt zum wunderschön gelegenen Almgasthaus Boscheben (2.030 m) auf. Bevor es zum Tagesziel weiter geht, mache ich noch einen Abstecher Richtung Patscherkofel mit herrlichen Blicken ins Inntal und auf Innsbruck. Ab dort folge ich dann ein Stück dem berühmten, panorama- und baumreichen Zirbenweg nach Osten bis hinauf zur Viggarspitze (2306 m) und der Sonnenspitze (2639 m). Zur Glungezerhütte ist es dann auch nicht mehr weit.

    Entfernung: 10 km
    bergauf: 1.140 hm
    bergab: 250 hm
    höchster Punkt: 2.639 m
    niedrigster Punkt: 1.730 m
    Weiterlesen

  • Tag 23: Glungezerhütte - Lizumer Hütte

    9. August in Österreich ⋅ ☀️ 19 °C

    ZENTRALALPEN - Gipfelsammeln auf hohem Niveau

    Die Gratwanderung über die "7 tuXer summits" hat das Zeug zur Lieblingsetappe mit sechs Gipfeln über 2600 m in fünf Stunden. Da muss allein für die Gipfelbucheinträge extra Zeit eingeplant werden, abgesehen vom Genießen der umwerfenden Sicht. So viel alpiner Genuss hat seinen Preis: Obwohl einige leicht ausgesetzte Stellen mit Stahlseil versichert sind und eine kleine, versicherte Kletterstelle zu meistern ist, liegt die wahre Herausforderung der langen, sehr anstrengenden Etappe in Trittsicherheit und guter bis sehr guter Kondition. Mehrere Stunden lang geht es über grobes Blockwerk - absolut nichts für alpin Unerfahrene. Zudem muss das Wetter mitspielen. Von der exponierten Gratwanderung ist bei Nässe, Schnee oder schlechter Sicht auf jeden Fall abzuraten. Ich starte früh, denn es wird ein sehr langer Tag bis zur Lizumer Hütte.

    Entfernung: 17 km
    bergauf: 1.020 hm
    bergab: 1.600 hm
    höchster Punkt: 2.796 m
    niedrigster Punkt: 2.020 m
    Weiterlesen

  • Tag 24: Lizumer Hütte - Tuxerjoch-Haus

    10. August in Österreich ⋅ ☁️ 18 °C

    ZENTRALALPEN - Soweit das Auge reicht

    Knackige Anstiege über steile, schottrige und verblockte Pfade zu zwei Jochen verlangt die heutige Etappe als Wegzoll für atemberaubende Aussicht von jedem Punkt des Weges: Die ersten zwei Stunden nehme ich Abschied vom Karwendel. Ab dem Geierjoch beherrschen dann die weißen Riesen der Zillertaler Alpen das Bild. Der Junssee setzt etwa auf halber Strecke einen Farbklecks ins Grün-Grau der Landschaft. Mit jeder Stunde komme ich dem Hintertuxer Gletscher näher und gleichzeitig steigt die Vorfreude auf die Überschreitung des Tuxer Hauptkammes am nächsten Wandertag - und auf die dahinter liegende Abgeschiedenheit. Dieser Ausblick tröstet auch über den faden Aufstieg zum Tuxerjoch Haus und den unschönen Anblick des gründlich verbauten Tuxer Ferners hinweg, der dem Rummel des Skizirkus durch allzu rasches Abschmelzen zu entrinnen scheint.
    Beeindruckend - und nicht minder bedrückend ist der Blick auf das verwaiste Bett des Hintertuxer Gletschers, über dessen Seitenmoräne ich morgen zum Spannagelhaus aufsteigen werde. Selten ist Klimaerwärmung so greifbar wie hier.

    Entfernung: 15 km
    bergauf: 1.170 hm
    bergab: 890 hm
    höchster Punkt: 2.857 m
    niedrigster Punkt: 2.020 m
    Weiterlesen

  • Tag 25: Tuxerjoch-Haus - Olpererhütte

    11. August in Österreich ⋅ ⛅ 18 °C

    ZENTRALALPEN - Abtauchen vor einem Höhepunkt

    Nicht einmal der Fußweg hinüber zum Spannagelhaus ist heute langweilig. Nach der Querung unter der Weißen Wand eröffnet der Aufstieg über die Seitenmoräne des Tuxer Ferners einen beeindruckenden und nicht minder bedrückenden Blick hinüber auf das verwaiste Gletscherbett des Gefrorene-Wand-Kees/Hintertuxer Gletschers. Selten ist man der Klimaerwärmung so nah wie an diesem Ort, wo sich die Eismassen eine gefühlte Ewigkeit ins Tal bewegten bis vor wenigen Jahrzehnten unserer Zeit.
    Unter Olperer und Gefrorene-Wand-Spitzen steige ich zur mannsbreiten Friesenbergscharte hinauf. Der berüchtigte Abstieg auf der Südseite ist mit Stahlseilen und einigen Trittbügeln weitestgehend entschärft worden. Es folgt eine großartige Aussicht auf dem wunderschönen Berliner Höhenweg hinüber zur Olpererhütte. Wenn die Tagesgäste ins Tal zurück gekehrt sind, kann auch ich ein Bild von der bei Instagram viel gezeigten Hängebrücke mit dem Schlegeisspeicher im Hintergrund "schießen".

    Entfernung: 13 km
    bergauf: 940 hm
    bergab: 860 hm
    höchster Punkt: 2.912 m
    niedrigster Punkt: 2.100 m
    Weiterlesen

  • Tag 26: Olpererhütte - Pfitscher-Joch-Haus

    12. August in Italien ⋅ ⛅ 19 °C

    ZENTRALALPEN - Bis an die Grenze wandern

    Der Übergang von der Olpererhütte zum Pfitscher Joch beeindruckt nicht nur durch ein wunderschönes Panorama sondern auch durch die Fähigkeiten moderner Technik: Aus umliegenden Steinen und Platten wurde die wunderschöne, bequem zu begehende Neumarkter Runde arrangiert, die ohne größere An- und Abstiege zum Pfitscher Joch führt. Dort ist es dann endlich so weit: Wir überqueren am Pfitscher-Joch-Haus die Grenze nach Italien!

    Entfernung: 10 km
    bergauf: 410 hm
    bergab: 530 hm
    höchster Punkt: 2.440 m
    niedrigster Punkt: 2.210 m
    Weiterlesen

  • Tag 27: Pfitscher-Joch-Haus - Pfunders

    13. August in Italien ⋅ ☀️ 29 °C

    ZENTRALALPEN - Abschied von den Zentralalpen

    Heute geniesse ich noch einmal die Zentralalpen, denn morgen liegen sie schon hinter mir. Zunächst geht es durch das Unterbergtal entlang des Unterbergbachs. Vom Mahdbichl sehe ich dann den majestätischen Hochfeiler in seiner vollen Pracht. Das ändert sich auch beim steilen Aufstieg zur Gliederscharte nicht. Dann aber bedeutet der Übergang ins Pfunderer Tal den Abschied von den Zentralalpen.

    Entfernung: 21 km
    bergauf: 1.040 hm
    bergab: 2.160 hm
    höchster Punkt: 2.640 m
    niedrigster Punkt: 1.160 m
    Weiterlesen

  • Tag 28: Pfunders - Kreuzwiesen Alm

    14. August in Italien ⋅ ☀️ 26 °C

    ZENTRALALPEN - Waldlauf auf die Alm

    Die ersten Kilometer des Tages bis Niedervintl im Pustertal sind wenig spektakulär. Danach nimmt mich dann der Rodenecker Wald auf und übergibt mich erst nach 1000 Höhenmetern anstrengenden und den Orientierungssinn fordernden Aufstiegs an die Lüsener Alm. Wie die Ruhe vor dem Sturm liegt sie vor den Dolomiten und sorgt zumindest noch morgen für eine Verschnaufpause, bevor es danach mitten ins Herz der "schönsten Berge der Welt" (Reinhold Messner) geht. Die urgemütliche Kreuzwiesen Alm scheint dabei als Ruhepol wie geschaffen.

    Entfernung: 26 km
    bergauf: 1.390 hm
    bergab: 620 hm
    höchster Punkt: 1.930 m
    niedrigster Punkt: 750 m
    Weiterlesen

  • NÖRDLICHE DOLOMITEN

    14. August in Italien ⋅ 🌙 16 °C

    Nach dem Pustertal ändert sich erneut die Landschaft. Der Traumpfad quert Wälder und Almwiesen um Lüsen und strebt mit dem Peitlerkofel dem ersten großen Gipfel zu. Gleichzeitig betrete ich den ladinischen Kulturraum. Das Ladinische, das mit dem Rätoromanischen verwandt ist, hat hier in den abgeschiedenen Tälern überlebt. Der zerklüftete, über 3000 Meter hohe Gebirgsstock der Sella und der eisbedeckte Gipfel der Marmolada sind die Wahrzeichen der nördlichen Dolomiten. In ihrem Schatten liegt der Fedaiasee. Von hier steige ich ab zum Alleghesee, der erneut eine Änderung in Vegetation und Landschaft markiert.Weiterlesen

  • Tag 29: Kreuzwiesen Alm - Schlüterhütte

    15. August in Italien ⋅ ☀️ 22 °C

    NÖRDLICHE DOLOMITEN - Dolomit unter den Sohlen

    Während der gemütliche Weg über die Lüsener Alm auf sanften, von Matten bedeckten Hügeln noch an die hinter mir liegenden Voralpen erinnert, habe ich den Peitlerkofel als verheißungsvollen Boten der hellgrauen Riesen ständig im Blick: Schon beim Aufstieg vom Würzjoch zur Peitlerscharte nehme ich den Dolomit zum ersten Mal unter meine Sohlen. Am Ende des Tages werde ich bei der Schlüterhütte dann das Tor zu den faszinierenden Dolomiten erreichen. Morgen schon wird es sich mit einem grandiosen Auftakt öffnen.

    Entfernung: 23 km
    bergauf: 1.330 hm
    bergab: 940 hm
    höchster Punkt: 2.390 m
    niedrigster Punkt: 1.870 m
    Weiterlesen

  • Tag 30: Schlüterhütte - Puezhütte

    16. August in Italien ⋅ ☁️ 19 °C

    NÖRDLICHE DOLOMITEN - Die Dolomiten lassen bitten

    Unscheinbar ist der Kamm zwischen Sobutsch und Medalges. Doch seine Wiesen sind reich an Edelweiß, ernähren zeitweise Haflinger, bieten Murmeltieren Unterschlupf und mir einen Blick auf die Geisler- und Puez-Gruppe. Zwischen ihnen verheißt das helle Geröllfeld, das sich hinauf zur Roa-Scharte immer weiter verengt, einen schweißtreibenden Aufstieg. Fast schon zu steil wirkt es aus der Ferne, später werde ich erleichtert feststellen, dass der erste Eindruck einmal mehr getäuscht hat. Zum höchsten Punkt der Etappe, der Nives-Scharte, bringt mich ein mit Stahlseil, -stiften und -leitern versicherter Steig. Die Aussicht ist sowohl umwerfend, als auch vielversprechend: Geislerspitzen, Lang- und Plattkofel, Sella-Stock, Pelmo, Seiseralm, Schlern. Sie alle begrüßen uns in ihrem Reich. Vielen werde ich in den nächsten Tagen noch näher kommen. Auf einem aussichtsreichen, entlegenen und balkonartigen Plateau laufe ich unter der Puez-Gruppe zur gleichnamigen Hütte hinüber, und schlafe hoch über dem Langental, an dessen Auslauf der berühmte Skiort Wolkenstein liegt.

    Entfernung: 13 km
    bergauf: 1.030 hm
    bergab: 850 hm
    höchster Punkt: 2.909 m
    niedrigster Punkt: 2.200 m
    Weiterlesen

  • Tag 31: Puezhütte - Piz Boé

    17. August in Italien ⋅ ☁️ 13 °C

    NÖRDLICHE DOLOMITEN - Grandioser Höhepunkt

    Ich starte heute bereits um kurz nach 5 Uhr, weil Regen und Sturm angekündigt sind. Sobald ich meine Stirnlampe wegpacken kann wird der Tag wieder so wunderbar aussichtsreich, wie der gestrige geendet hat. Bis zum Crespeina-Joch sollte ich die Bergruhe noch genießen. Denn das Cir-Joch ist auch bei meist italienischen Halbtages-Wanderern für seinen wunderbaren Ausblick auf Sella und Co. bekannt. Ansteckend fröhlich verständigen sie sich lauthals. Den Höhepunkt in Sachen Touristenrummel erreiche ich dann am Grödner Joch - hupende Autos, heulende Motorräder, Souvenirläden und Wohnburgen - kurz: Aus der Ferne ist der Pass am schönsten. Da ich so früh dran bin, hält sich der Trubel in Grenzen. Ich wende mich dem Sella-Stock zu, in dessen Flanken sich imposante Schluchten eingekerbt haben. Durch das Val Setus steige ich über ein steiles Geröllfeld und einen versicherten Steig zum Rifugio Pisciadú auf.

    Am Höhepunkt meiner Alpenüberquerung, auf 2962 Metern, wird die Mächtigkeit des Sella-Stockes begreifbar: Bei einer Ausdehnung von rund zwölf Quadratkilometern erinnert er in Sachen Kargheit und Beschaffenheit wohl am ehesten an den weit entfernten Mond. Mitten im Nichts der Hochebene liegt das gastliche Rifugio Boé. Ich werde aber noch höher steigen und auf dem Boé-Gipfel auf 3152 m im Rifugio Capanna Piz Fassa übernachten. Und spätestens wenn die vielen Tagesgäste ihren Heimweg zum Pordoi Pass antreten, bin ich wieder allein unter Wanderern in dieser unglaublichen Szenerie. Nirgends sind Sonnenauf- und untergang in den Dolomiten so wunderschön wie dort oben.

    Entfernung: 21 km
    bergauf: 1.620 hm
    bergab: 960 hm
    höchster Punkt: 3.152 m
    niedrigster Punkt: 2.120 m
    Weiterlesen

  • Tag 32: Piz Boè - Rifugio Marmolada

    18. August in Italien ⋅ 🌧 15 °C

    NÖRDLICHE DOLOMITEN - Audienz bei der Königin der Dolomiten

    Bei der heutigen Etappe lohnt sich frühes Aufbrechen. Ab 9 Uhr strömen uns die Tagestouristen vom Pordoi-Joch her entgegen, was an den Engstellen des Weges zu Wartezeiten führt. Am Abstieg vom Pordoi-Joch über steiles Geröll scheiden sich die Geister: Ob er ein zäher Hatscher über Geröll ist oder seine steilen Felswände Wildwest-Stimmung aufkommen lassen.
    Am Pass herrscht wieder Touristenrummel. Aber am sanften Grat des Padonkammes angekommen, lässt mich der großartige Blick auf die Marmolada all das vergessen. Der hier beginnende Bindelweg wird zusehends schmaler. Bald bin ich wie durch einen Zauber fast allein auf dem wunderschönen Panorama-Pfad mit seiner grandiosen Aussicht auf die 3343 m hohe Königin der Dolomiten, die Marmolada.
    Ich wandere weiter zum Lago di Fedaia und übernachte im Rifugio Marmolada.

    Entfernung: 14 km
    bergauf: 420 hm
    bergab: 1.500 hm
    höchster Punkt: 3.152 m
    niedrigster Punkt: 2.080 m
    Weiterlesen

  • SÜDLICHE DOLOMITEN

    19. August in Italien ⋅ ☁️ 12 °C

    Das wärmere Klima und der mediterrane Einfluss werden in der Bergwelt von Civetta und Moiazza spürbar. Einige Teile der südlichen Dolomiten waren während der Eiszeit nicht vergletschert, weswegen sich hier eine besonders artenreiche Vegetation erhalten hat. Anders als auf der Nordseite der Alpen endet das Gebirge hier im Süden abrupt. Mit dem Abstieg von der 2600 Meter hohen Schiara in die Bischofsstadt Belluno verlasse ich die Alpen.Weiterlesen

  • Tag 33: Rifugio Marmolada - Rifugio Coldai

    19. August in Italien ⋅ ☁️ 18 °C

    SÜDLICHE DOLOMITEN - Ein langer Spaziergang

    Der Tag beginnt so gut, wie der gestrige aufgehört hat: mit großartiger Aussicht auf die Marmolada, die Civetta in der Ferne und den Lago di Fedaia. An seinem Ufer lassen sich Asphaltstraßen nicht umgehen und auch der Weg über Skipisten nach Malga Ciapela hält keine Höhepunkte bereit. Ab dort führt mich der Weg durch den neu angelegten Steig durch die Sottoguda-Schlucht. Schöne, traditionelle Bauernhäuser begleiten mich durch Sottoguda und tauchen auch später immer wieder auf, am langen und zähen Weg durch das Pettorina- und Cordevoletal hinunter nach Alleghe.
    Ich entfliehe der Stadt und wandere wieder hinauf in höhere Lagen bis zum Rifugio Coldai.

    Entfernung: 29 km
    bergauf: 1.270 hm
    bergab: 1.180 hm
    höchster Punkt: 2.130 m
    niedrigster Punkt: 980 m
    Weiterlesen

  • Tag 34: Rifugio Coldai - Rifugio Tissi

    20. August in Italien ⋅ ⛅ 19 °C

    SÜDLICHE DOLOMITEN - Unter dem Antlitz der Eule ins Adlernest

    3220 m über dem Meeresspiegel gipfelt die filigran geformte Civetta-Gruppe. Ebenso berühmt wie berüchtigt ist sie für ihr imposantes Antlitz: 1200 m fällt die Westwand bis zu einem balkonartigen Felsband ab. Um der Faszination der Civetta wirklich nahe zu kommen, muss ich dort hin, unter diese unvergleichliche Wand. Unter deren gesamten Breite zieht sich das besagte Band hin, welches selbst noch einmal 1000 m über dem Alleghe-See ver läuft. Die Adlerposition des Etappenziels Rifugio Tissi unterstreicht die Dramatik der Gebirgslandschaft: Während der Blick vom Hüttenbalkon durch die steile Wand zum Civetta-Gipfel klettert, stürzt er vom Cima di Col Rean hinter der Hütte ebenso steil und tief zum Alleghe-See hinunter.

    Entfernung: 6 km
    bergauf: 490 hm
    bergab: 360 hm
    höchster Punkt: 2.280 m
    niedrigster Punkt: 1.990 m
    Weiterlesen

  • Tag 35: Rifugio Tissi - Rifugio San Sebastiano

    21. August in Italien ⋅ 🌧 17 °C

    SÜDLICHE DOLOMITEN - Scharten und hohe Wände

    Wie mächtig die Dolomiten auch hier noch sind, mag manchem auf dieser Etappe klar werden. Auf halber Strecke werde ich das Civetta-Massiv von Süden sehen, es also zu einem Viertel umrundet haben. Trotz seiner Nähe zum belebten Cordevole-Tal strahlt der südliche Teil des Val Civetta friedliche Abgeschiedenheit aus. Ein Stück auf einem geschotterten Fahrweg trübt die grandiose Kulisse von Civetta und Moiazza nur kurz. Dann übernimmt ein abwechslungsreicher Steig, der mich über einen Sattel und drei Scharten auf die Südseite der Moiazza bringt.
    Ich übernachte im Rifugio San Sebastiano am Passo Duran, in dem mein Klettersteigset auf Abholung wartet.

    Entfernung: 19 km
    bergauf: 840 hm
    bergab: 1.510 hm
    höchster Punkt: 2.250 m
    niedrigster Punkt: 1.420 m
    Weiterlesen

  • Tag 36: Rif San Sebastiano - Rif Pian de Fontana

    22. August in Italien ⋅ 🌧 14 °C

    SÜDLICHE DOLOMITEN - Anfang pfui, Ende hui

    Ab dem sehr beschaulichen Passo Duran erwarten mich zwei Kilometer Fußweg auf der engen Passstraße, die nicht schön geredet werden sollen. Sobald ich aber die Straße wieder verlasse und den Nationalpark Belluneser Dolomiten betrete, erwarten mich einmal mehr Einsamkeit und wilde Bergschönheit. Nach einigen Aufs und Abs steige ich zur Pezedei-Hochebene auf. Die letzten Höhenmeter des Tages führen mich hinauf zum weltentrückten Grat der Cime de Zita mit einem der schönsten Rastplätze, mindestens der heutigen Etappe. Der Ausblick ist umwerfend und auf dem Abstieg durch das Van de Zita de Fora sehe ich wieder einmal ein paar einzelne Gämsen. Das letzte Stück hinunter zum entlegenen Rifugio Pian de Fontana über steile Wiesenwege erfordert noch einmal Konzentration.

    Entfernung: 18 km
    bergauf: 1.270 hm
    bergab: 1.230 hm
    höchster Punkt: 2.450 m
    niedrigster Punkt: 1.520 m
    Weiterlesen

  • Tag 37: Rif Pian de Fontana - Rif 7° Alpini

    23. August in Italien ⋅ ⛅ 18 °C

    SÜDLICHE DOLOMITEN - Krönender, alpiner Abschied von der Bergwelt!

    Was der Wilde Kaiser für die Nordalpen ist, das ist die Schiara für die Süd-Dolomiten: An einem ihrer launischen Tage hat Mutter Natur die Schiara-Gruppe aus der venezianischen Ebene gestemmt. Rund 70 km vor der Adriaküste ist die letzte Felsbastion an meinem letzten Bergtag tatsächlich das wildeste Massiv auf der ganzen Alpenüberquerung: Kein einziger einfacher, unversicherter Steig führt auf den Schiara-Gipfel - lediglich einige Klettersteige gewähren Zutritt.

    Die Via Ferrata Marmol ist auf der Schwierigkeits-Skala bei 3C eingestuft als mittelschwerer Klettersteig also. Erst nach zwei Dritteln der Etappe beginnt der Klettersteig an der Forcella Marmol. In insgesamt zweieinhalb Stunden geht es zunächst 100 Höhenmeter hinauf, dann rund 600 Höhenmeter hinab teils über Leitern. Der Steig ist nicht - wie man es aus den heimischen Nordalpen gewohnt ist durchgängig mit Stahlseil versichert. Immer wieder sind auch steile Passagen ungesichert zu meistern.

    Entfernung: 11 km
    bergauf: 1.080 hm
    bergab: 1.190 hm
    höchster Punkt: 2.350 m
    niedrigster Punkt: 1.500 m
    Weiterlesen

  • Tag 38: Rif 7° Alpini - Rif Col Visentin

    24. August in Italien ⋅ ⛅ 17 °C

    SÜDLICHE DOLOMITEN - Die schönste Versuchung und der letzte Berg

    Im Vergleich zur gestrigen Etappe ist der heutige Abstieg nach Belluno der reinste Spaziergang. Der Torrente Ardo ist zentrales Element dieses Wegstücks - mal laufe ich am linken, mal am rechten Ufer, mal einige Hundert Meter darüber - fast immer aber liegt der Fluss im Blickfeld. An einem dieser wunderschön warmen Tage im Val d'Art sind die Gumpen direkt am Weg unwiderstehlich vielleicht die schönste Bade-Versuchung auf dem Weg zur Adria! Aber leider habe ich keine Zeit dafür, denn es liegt noch ein langer Weg vor mir.

    Nach einer Besichtigung der Stadt Belluno wartet der Nevegal auf mich. Der letzte Berg, den es zu überwinden gilt. Tatsächlich ist der Nevegal der Schneeberg der Veneter und als Skigebiet beliebt. Bis weit hinunter - bei Föhn bis in die Lagune von Venedig - werde ich ihn beim Blick zurück Richtung Norden sehen können.

    Überraschend aussichtsreich ist der letzte Teil des Aufstiegs zum Col Visentin, dem höchsten Gipfel des Nevegal. Dort oben steht das Rifugio Col Visentin, mein Tagesziel.

    Wenn die Sonne im Horizont aus südlichen Dolomitengipfeln versinkt und sich der Sternenhimmel im Lichtermeer der venezianischen Ebene zu spiegeln scheint, wird es Zeit, sich endgültig vom Gebirge zu verabschieden. In vier Tagen bin ich in Venedig!

    Entfernung: 32 km
    bergauf: 1.690 hm
    bergab: 1.470 hm
    höchster Punkt: 1.764 m
    niedrigster Punkt: 350 m
    Weiterlesen

  • ITALIENISCHES VORALPENLAND und VENETIEN

    25. August in Italien ⋅ ☁️ 14 °C

    Ein einziger Höhenzug trennt mich in Belluno noch von der Ebene. Bei der Überschreitung des Nevegal habe ich noch einmal einen Aufstieg zu bewältigen, um danach durch die Obstgärten und Weinberge des Hügellands in die Ebene hinauszuwandern. Seit der Antike wird diese dicht besiedelte Kulturlandschaft intensiv bewirtschaftet und vom Menschen geformt. Trotzdem zeigt der Piave, der die Landschaft entlang des Weges bestimmt, noch seinen Charakter als Gebirgsfluss. Erst in der Nähe des Meeres wird er langsam und träge.Weiterlesen

  • Tag 39: Rif Col Visentin - San Pietro di Feletto

    25. August in Italien ⋅ ☀️ 28 °C

    ITALIENISCHES VORALPENLAND - Abstieg auf ein anderes Niveau

    Geografisch gesehen geht es jetzt nur noch bergab - bis das Adriawasser in vier Tagen die Zehen umspielt. Höhepunkte wird es trotzdem weiterhin geben, wenn auch seltene anderer Art. Heutiger Höhepunkt ist der Kammweg ab der Forcella Zoppei bevor ich mich endgültig dem Süden zuwende.
    Eine wunderbar liebliche Gegend ist das nördliche Hinterstübchen des Veneto. Seine sanften Hügel leuchten in saftigem Grün und gewähren mir noch eine letzte Verschnaufpause, bevor es endgültig hinab in die geschäftige venezianische Tiefebene geht.

    Entfernung: 29 km
    bergauf: 290 hm
    bergab: 1.900 hm
    höchster Punkt: 1.764 m
    niedrigster Punkt: 120 m
    Weiterlesen