Fahrt nach Villahermosa
9 januari 2025, Mexico ⋅ ☁️ 28 °C
Früher wach, meine Sachen sind ja schon gepackt - Katzenwäsche, dann noch das elektronische Zeugs einpacken und ein symbolisches Trinkgeld für die Besitzerin.
Im Busterminal hätte ich gerne einen Kaffee - noch nicht offen. Hier zieht es an allen Ecken - alle Türen auf. Kaufe mir noch einen halben Liter Wasser, grösser ist mir zu sperrig. Dann habe ich gar nichts gehört wegen dem Bus nach Villahermosa, vielleicht war ich beim Wasserkauf - frage und siehe, der steht ja da, ich kann gleich einsteigen. Gebe mein Gepäck hinten hinein, nur die Bauchtasche behalte ich. Dann sehe ich noch etwas von der moderneren Stadt mit Theater, architektonischer Wurf. Wir fahren diverse Umwege wegen der Fahrbahn-Richtungstrennung, bis wir endlich zurück Richtung Tuxtla unterwegs sind. Da steht auch ein brandneues grosse Spital. Dann geht es aus San Cristobal hinaus, bis erst nach Tuxtla auf die Spur nach Villahermosa. Palenque habe ich nun ausgelassen, ich könnte aber noch hin ab Villahermosa. Doch ich sehe dann noch Chichen Itza, das reicht. Habe etwas die Nase voll.
Über und rund um San Cristobal hängen wieder die Regenwolken. Sobald wir aus dem Kessel kommen, ist blauer Himmel.
Dann sehe ich, dass hier die Wolkendecke einfach unterhalb der Strassenhöhe ist! Wir tauchen natürlich langsam in diese Wolken ein - leicht neblig, gute Sicht auf der Strasse, über welche sich ab und zu Brücken spannen. Aufwärts zweispurig mit Pannenstreifen - hinab nur ein mit … Auf der Talseite stehen an Aussichtspunkten immer wieder Restaurants. Teils im Bau - irgendwie immer unfertig. Die Straße ist bald nur noch zweispurig, hinab mit rotem Streifen - dann kommt rechts eine breite und lange Notbremsspur. Der Fahrer überholt danach einen Lastwagen vor einer Kurve, trotz doppelter Mittellinie. Ein Fahrzeug kommt entgegen, weicht auf den Pannenstreifen, macht kein Aufheben deswegen! Dann wird die Strasse wieder breiter. Wenn es nicht so dunstig wäre, hätte man teils einen fantastischen Ausblick ins Tal. Wieder roter Streifen plus Schild Bremsspur - ziemlich eng, die Kurve da hinein.
Da es jetzt Tag ist, sehe ich noch mehr von den kargen Maisfeldern - welche aus dem Busch- und Baumbestand herausstechen. Bergauf stehen einzeln zwei Kleinlaster und ein Truck mit offenen Motorhauben - die Steigung ist nicht ohne - schätze teils sicher 10 % oder mehr kurzfristig.
Dann sind eir schon im Tiefland unten, dichter Busch wechselt mit trockenen Grasstellen. Wir fahren an eine Zahlstelle mit Ambulanz. Nichts geht hinunter, nur bergauf. Ein einsamer Kartoffelverkäufer steht auch da und versucht Ware zu verkaufen. Dann geht es doch wieder weiter. Es folgt ein improvisierter Rasplatz, danach eine Polizeikontrolle - auf Sicht, innen Passagiere und Gepäck. Wir überqueren einen grossen Fluss. Weit hinten sehe ich ein grosses Kraftwerk.
Es folgt sehr aufgelockerte Bebauung, Fabriken, Industriehallen und Wohngebäude, wir erreichen Tuxtla Gutierrez, die Hauptstadt des Staates Chiapas. Auch viele Kleinbusse am Stadtrand und Leute, welche auf Transport warten. viel Verkehr, Stau vor Ampeln. Die meisten Häuser sind nur ein- bis zweistöckig, selten höher. Nur Regierungsgebäude, Spitäler oder Hallen, Einkaufszentren und grossflächige Werbung sind höher. Je mehr Stadtzentrum, desto höher werden aber die Gebäude. Viele Schilder und Malereien an Wänden, welche für Anzeige von Korruption werben - mit Telefonnummer.
Auf einem Bergkamm links steht ein riesiges Betonkreuz.
Wir fahren in den grossen Busbahnhof von Tuxtla. Da b’eiben wir sicher 20 Minuten, dabei füllt sich der Bus ganz. Wir fahren weiter, bei der ersten Steigung ohne Schwung stehen wir fast. Mal sehen, doch einmal in Fahrt, bleibt das so, ist gut. Wir scheinen auf einer Umfahrungsstrasse zu sein Steinbrüche, Zementwerke, viel Industrie, mal Mercedes Freightliner, dann schon wieder Stau, ein grosser militärischer Kontrollposten wieder, nun flott weiter. Das Tal ist locker besiedelt. Ein Abstellplatz voller Trucks, dominierend alte Coca Cola Wagen, dann Highway. Viele Hallen daran entlang, Abstellplätze, manchmal auch Vieh. Viel verrottendes an Maschinen und Fahrzeugen und Strassenbau-Maschinen. Dann tauchen wir wieder in Wolken, den Nebel ein - links und rechts nichts als felsiger Busch, wenig grosse Bäume.
Dann plötzlich eine Verengung, viele Lastwagen am Strassenrand - eine improvisierte Raststätte mit Zelten, Tischen, Stühlen und natürlich Küchen. Dünkt mich ziemlich gefährlich, denn die Strasse ist jetzt nur Zweispurig. Wenn die Trucks rausfahren auf die Strasse dauert es bis die auf Touren sind … Weiter fahrend gibt es wieder Pannenstreifen und es ist recht kurvig. Teils wurde Fels für die Strassenführung beseitigt. Am Rand der Strasse sind gemauerte Häuschen, häufiger aber Blech- und Holzkonstruktionen. Wir fahren im Konvoi von Lastwagen, auf Überholmöglichkeiten wartend. An den Hügeln hängt der Nebel, alles dunkel, trüb, grau und grün. Die Wolken brechen einmal kurz auf. Wir fahren unter den Nebel. Es geht wieder steil hinunter und Notbremsgassen sind angelegt. Strassenschäden, auch Schlaglöcher, Felsbrocken liegen am Rand - einmal wurde eine Mauer dagegen erstellt. Es hat aber auch Erdrutsche! Der
Fernseher läuft - John Wick ist auf Rachetour, ein echtes Stehaufmännchen.
Vor uns fährt nun ein Polizeiwagen mit Blaulicht, dann tauchen plötzlich Seen auf neben der Strasse, hier fährt er von der Strasse. Ich verpasse eine Foto. Es hat auch immer wieder Geschwindigkeits-Reduktions-Markierungen auf der Strasse und Tafeln - das nervt, aber wenn ein Fahrer pennt, ist es sicher hilfreich!Dann eine Brücke, im See gibt es Fischfarmen. Vermutlich ein Stausee wegen der Ufer.
Die Strasse wir teils verbreitert oder Erdrutsche werden weggeschafft. Für das baut man zum Schutz der Arbeiter Sandsackmauern auf. Gute Idee, flexibel.
Immer noch hängen überall Wolken, es regnet aber nie.
Ab und zu einmal wieder ein provisorischer LKW Abstellplatz, immer rege genutzt. Dann wieder ein Kontrollpunkt der Guardia Nacional. Google bringt mir jedoch keine Lokalisation hier im Busch.
Manchmal stehen am Rand Hütten und Autos, mal sieht man Vieh und die typischen Abweidungszeichen mit Weglein an den Hängen. Mal Bananenbäume in Plantagen.
Dann sind wir aus dem Dschungelgebiet hinaus, kein Busch mehr nur Weiden und geössere Bäume, Pflanzungen manchmal - Palmen, noch sehr klein. Wir sind wieder in bewohntem Gebiet - häufig Vieh auf den Weiden und wieder fest gebaute Häuser. Baum- und Buschpflanzungen, kann ich leider nicht identifizieren. Ab und zu auch Eukalyptus. Enten und Gänse bei den Siedlungen und dem Vieh. An einer Ranch ist angeschrieben es sei CH-Vieh. Nun eine kleine Ortschaft. Und wir fahren weiter durch mehr und mehr besiedeltes und bebautes Gebiet. Die Strasse hat seit der Ortschaft keine Pannenstreifen mehr. Daneben sind nun auf den Weiden immer grössere Viehherden zu sehen. Dazu Unterstände und auch Tränken. Auf der Strasse fahren viele Lieferwagen mit Früchten und Gemüse. Die Häuser werden hübscher. Schweine und Vieh werden herumgekarrt, dann fahren auch Busse. Wir sind in Huimanguillo - da gibt es ein Ananas-Denkmal laut Google!Wir fahren auch an einer landwirtschaftlichen Versuchsanstalt der Regierung vorbei.
Die Frau vor mir hat ihr Gepäck unter den Sitz geschoben, nimmt mir meinen Fussraum - ich drücke es zurück nach vorne - sie steigt aber zu meinem Glück aus in Cardenas, wo wir als nächstes halten.
Ach dem halbstündigen Halt fahren wir gleich auf eine Autobahn - keine Stunde mehr nach Villahermosa.
Wir fahren in die Stadt, Teile davon sind wirklich sehr hübsch, Parks und grün entlang der Hauptstrasse. Es scheint auch viel Wasser zu geben.
Dann sind wir rasch beim Terminal. Ich muss mal, hier kostet das Baño wieder. Erleichtert mache ich mich auf den Weg zum Hotel, welches im Zentrum liegt - eine halbe Stunde weg, doch gehen hilft gegen die Sitzsteife 🤪.
Zuerst einmal eine Dusche. Die Wasserhahnen sind mit blauem C und rotem H markiert - ich habe natürlich wieder den falschen aufgedreht! In Spanisch ist das C für Caliente … Richtig heiss wird es nicht - aber draussen sind 32 Grad!
Ich gehe relativ früh Essen, nehme mal Fleisch. Die Kellnerin fragt mich nach dem „Termino“, ich verstehe Bahnhof und hake nach, sie erklärt es mir mit einem Brocken Englisch - medium - und ich kapiere. Sie fragt mich dann woher ich komme. Ich schaue mir dann im Internet an, was hier gebräuchlich ist - nicht gleich wie in Spanien und Argentinien. Das dünne Stück paniertes Fleisch (innen 2 mm) welches ich kriege, ist sowieso ganz und gar durchgebraten! Wäre schwer es „medium“ zu braten. Gerne hätte ich etwas Salz, gibt es aber nicht. Am Gemüse und Reis, Salat wurde wieder gespart. Das verstehe ich echt nicht, sollte doch günstig erhältlich sein. Ich mag noch Dessert, doch sie haben nicht, was die Karte aufzählt! Sie geben mir vom Eis zu probieren - wie ich den Teller leer löffle trifft die Kellnerin fast der Schlag! 😄 Am Schluss esse ich ein Bananen-Cake mit einer Glacekugel drauf, süss-sauer.
Zufrieden gehe ich insZimmer, bin müder als wenn ich den ganzen Tag gegangen bin.Läs mer








