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  • Day8

    Fahrt nach Reykjavik

    January 20, 2020 in Iceland ⋅ ⛅ 0 °C

    Frühstück gibt es mal wieder im Stockdunklen, obwohl es schon 9:00Uhr ist. Das ist auf Dauer schon wirklich seltsam.
    Über Nacht ist es wieder etwas kälter geworden und der Niederschlag fiel als Schnee. Aber die Straßen sollen frei sein, nur für die Ringstraße 1 ist wieder wehender Schnee vorhergesagt. Die 35 ist aber leider auch nicht so frei wie erhofft. Da hilft nichts außer langsam fahren.
    Bei Selfoss biegen wir wieder auf die 1, bei Hveragerdi geht es etwas in die Berge und es wird immer rutschiger. So wirklich Traktion hat unser Dacia auf der Vorderachse nicht mehr und der spikelose rechte Vordereifen trägt auch nicht gerade zu einem sicheren Fahrgefühl bei. Der LKW hinter uns könnte auf jeden Fall schneller fahren und denkt sich bestimmt „schon wieder Touris“.
    Auf der Hochebene kommt dann der angesagte Schneefall mit starkem seitlichen Wind. Es zieht etwas kalt rein durch die Türverkleidung auf meiner Fahrerseite. Zum Glück funktioniert die Sitzheizung, wenn auch nicht mit konstanter Temperatur, sondern nur in Intervallen ... Dacia like.
    Das Schneetreiben wird immer dichter, Fahrbahnmarkierungen sieht man schon lange nicht mehr. Aber zum Glück hat die 1 hier eine Mittelleitplanke, an der man sich bei den 10m Sicht orientieren kann. Wir überlegen uns schon, wo wir hier halten können, um das Wetter auszusitzen, da taucht vor uns ein Warnblinker auf. Ich geh erstmal in die Eisen, das Auto rutscht etwas quer, da erkenne ich, dass unserer Vordermann nicht steht sondern langsam fährt. Wir reihen uns hinter ihm ein und so geht es in Kolonne weiter Richtung Reykjavik. Jeder Fahrer sieht ein bißchen was, das muss reichen.
    Nach ein paar Kilometern wird die Sicht etwas besser und wir sehen die uns bekannte Tankstelle, wo wir auf der Hinfahrt ebenfalls im Schneetreiben gewendet haben. Wir stellen fest, dass dies eine Entscheidung genau zum richtigen Zeitpunkt war, denn bis Selfoss kam keine Stelle mehr, wo man hätte Wenden können. Und das wir die 3m breite Lücke in der Leitplanke überhaupt gesehen hatten, erscheint uns jetzt auch eher glücklich.
    In unserem Konvoi zuckeln wir noch etwas vor uns hin. Die Sicht wird irgendwann auch wieder besser, aber schneller geht es trotzdem nicht voran, denn wir sind jetzt auf zwei Schneepflüge aufgefahren. Jetzt ist die Straße wenigstens Schneefrei und wir können auf dem blanken Eis nach Reykjavik fahren.
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