• Zelia zwingt zwei zurück....

    February 13, 2025 in Australia ⋅ ☁️ 25 °C

    Zelia klingt nett - entspricht aber einem Zyklon, der sich auf die Nordwestküste zubewegt. Und da wir nach der rupfigen Windnacht im Dachzelt gerne über den Norden zum größten Monolithen der Welt wollen (nein, das ist nicht der Uluru...), bewegen Zelia und wir uns aufeinander zu. Was wir dann bemerken, als uns die behördliche App warnt. Und wir vor einer gesperrten Gravelroad stehen, die uns eigentlich zum Mount Augustus bringen sollte. Und jetzt wissen, was da des nächtens bereits am Zelt rupfte... Zelia fordert so also schon ihren Tribut, während sie über der See bereits mit 160 km/h wütet. Wegen ihr ist die Straße schon gesperrt und wir müssen Plan B in Anschlag bringen: Richtung Süden zum Lake Ballard. Das der 1742 km weit weg ist, kann uns nicht mehr schocken.

    Noch flugs einen von diesen leckeren Kaffees in Exmouth vertilgt, unterwegs die Synapsen mit einem Cornetto runtergekühlt und irgendwann am Meer einfach hingestellt, Dachzelt in Erwartung einer weiteren Rupfnacht aufgeklappt und was passiert: Nüschte. Säuselnd lauwarmer Wind, der Vollmond spiegelt sich im ruhigen Meer, alles gut. Wie wunderbar. Luca war wieder die Gastro-Fee und so geht ein klassischer Roadtrip-Tag entspannt zuende.

    Das morgendliche Einklappen des Dachzeltes gleicht einer Choreographie, die ich inzwischen halbwegs beherrsche. Eingeklappt, zugemacht, losgefahren. Der zweite Teil der 1742 Km werden in Angriff genommen. Der "Flat White" am Roadhouse ist obligatorisch. Die Hypnose des Outback-Fahrens nimmt Formen an, die wahrscheinlich therapeutisch sind. Und ich mir immer wieder mal vorstelle, ich müsste hier als Busfahrer oder Kapitän der so genannten "Road Trains" jahrelang durch den Busch fahren. Road Trains meint hier VIER Anhänger (!!!!), die von einem Truck gezogen werden. Unvorstellbar.

    Laut des Campingplatzbetreibers (auf dessen Campingplatz in Sandstone ich dies gerade schreibe), der selber mal so einen fuhr, sind das vollbeladen über 200.000 Kg, die sich da auf einer engen Landstraße auf dich zubewegen. Da fährst Du vorsichtig. Don´t drive tired....

    Am Straßenrand im Nichts unfassbar viele Kreuze. Ich will gar nicht wissen, was da passierte. Gut, dass wir jetzt sicher hier sind. Auf dem Campingplatz, auf dem wir die einzigen Gäste sind, bekomme ich schon wieder ungefragt eine Seniorenermäßigung. Grmpf... Ich bin gespannt auf Morgen, wenn wir zum Lake Ballard fahren und die dortige Kunstinstallation bestaunen: Gute N8!🌝
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