• Holland Track reloaded... 😝

    February 14, 2025 in Australia ⋅ ☀️ 25 °C

    Aufwachen in Sandstone fühlt sich an wie Aufwachen im Traum - ohne zu wissen, ob man da wirklich sein will. Sandstone: 60 Einwohner, Schlangensaison, Road Trains, die hinter dem Campingplatz vorbeibremsen (was richtig Geräusch macht...) und irgendwelche Gestalten, die über den nächtlichen Campingplatz geistern. Middle of Nowhere. Und irgendwie doch ganz nett, als morgens die Sonne ins Zelt scheint und wir uns im alten Post Office einen Kaffee holen. Und ich mir auch hier vorstelle, wie es wäre, hier zu leben. Gänsehaut. Die Leute hier sind nett, nichtsdestotrotz lässt das Ausatmen des Camplingplatzbetreibers relativ viele Alkoholmoleküle vermuten und die Zähne der Kaffeefee sind nicht so, wie sie sein sollten. Falls die Leute hier überhaupt noch alle Zähne haben. Out im Back halt. Das ist definitiv anders hier. Aber der Weg zu nächsten professionellen Zahnreinigung eben auch 600 km weit.

    Heute steht Kultur auf dem Programm: Lake Ballard ist 200 km Gravel-Piste entfernt und grandios. Auf geht´s... Und es lohnt sich: die Installation von 51 Skulpturen auf dem "Salz"see sind beeindruckend - ebenso wie das Gefühl, durch die rutschige Salzsutsche zu gleiten. Die Geschichte hinter der Installation von Antony Gormley ist großartig: er überredete die 51 Einwohner von Menzies (welches das südliche Äquivalent von Sandstone ist), sich digital scannen zu lassen und kreierte hieraus Formen für stählerne Abgüsse der Bewohner, die jetzt in der "Inside Australia" genannten Installation in der gleißenden Sonne auf dem See im Salz ausharren. Man könnte hier bleiben, aber die allgemeine Fliege will das nicht. Wir fahren weiter.

    Kalgoorlie umarmt mich ein zweites Mal - diesmal allerdings bei 20 Grad Celsius weniger. Träumchen! Wir verzichten auf eine Besichtigung der Minenstadt und lassen uns in klimatisierte Hotelbetten fallen: herrlich! KEIN Wind. Beim Joggen in der Stadt genieße ich gekühlten Wasser"dampf", den die Stadt ihren Bewohnern auf dem zentralen Platz einfach so spendiert. Auch das ist Australien. Und das ist Australien, auch wenn hier wieder das Elend der Aborigines sichtbar wird: alkohoisliert, zerlumpt, psychisch krank, sozial abgehängt. Wie so oft in den Städten sichtbar. Gruselig.

    Valentine Day an einem Freitag: diese Stadt erwacht nun abends richtig zum Leben und wir haben tatsächlich Schwierigkeiten, einen Platz in einem Restaurant zu ergattern. Schaffen wir aber, genießen fresh Thai Food und ratzen unglaublich lang. Und werden jetzt mal einkaufen, alle wichtigen Vorräte aufpeppen (Wasser und Diesel...), denn gleich startet der zweite Versuch, den Holland Track zu bezwingen, damit Rose mal richtig artgerecht ausgeführt wird....😛
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