Gottes Wandergemetzel…
June 3, 2025 in France ⋅ ☁️ 21 °C
Es ging harmlos los… - wie in dem bekannten Film und Bühnenstück. Mit einem dieser französischen Frühstücke, die einen mit ein paar Baguettescheibchen und Marmelade nicht wirklich mit den Kalorienreserven für einen Wandertag versorgen – aber wussten wir doch nach der Beschreibung des heutigen Abenteuers, dass uns nur eine kleine Regenerationstour erwartet – lächerliche 9 km. Das würden wir in kurzer Zeit wegatmen und beschlossen, auf Proviant zu verzichten.
Vorher kurz noch einen Abstecher in das beeindruckende, barocke Franziskanerkloster von Saorge, das liebevoll restauriert die authentisch erscheinende Atmosphäre eines solchen Klosters lebendig werden lässt. Und heute als Rückzugsort für Autor:innen dient, die sich der Kunst des Schreibens verschrieben haben (ein Wortspiel war hier nicht beabsichtigt…).
Würde ich schreiben wollen, dann würde ich es hier tun: der liebevoll gestaltete, alte Klostergarten zieht uns beide in den Bann – garniert mit einem fantastischen Ausblick in die Seealpen. Hier könnte man gut kreativ sein…
Wir sind aber eher aktiv und müssen dann lernen, was in der Wegbeschreibung „etwas ausgesetzt und teils mit Seilen gesichert“ bedeutet: heftigste, alpine Kraxelei unter immer höher stehender Sonne. Als kleinen Schmuckrand führen wir mehrfach das Verlaufen ein und kassieren so eine Menge unnötige Höhenmeter, weil Wege nicht eindeutig beschildert sind. Und Höhenmeter heißt hier wirklich: steilste Aufstieg über rutschige Fels- und Kiesuntergründe. Wir metzeln uns in Gottvertrauen ewige und nicht endenwollende Anstiege hoch. Fluchen verboten, Pfarrer vor mir… Gepeitscht von Ginsterbüschen und gegrillt von mediterraner Sonne gehen wir in den Überlebensmodus und halluzinieren Bier und Kuchen. Proviant? - überschätzt.
Ich werde heute Abend den Hersteller unserer Wanderstöcke in das Nachtgebet einschließen. Und den Busfahrer, der mir gestern den A*sch rettete, in dem er noch kurz vor Abfahrt sah, dass ich meine Stöcke neben der Wartebank hatte liegen lassen… (mal abgesehen, dass er uns freundlicherweise umsonst mitnahm). Denn ohne Stöcke wär‘s nicht fein gewesen…
So erschöpft wie an keinem anderen Tag der Wanderung schleppen wir uns in die Mitte des historischen Ortes Breil-sur-Roya – um auch hier festzustellen, dass der Franzose um 16:00 Uhr gern schlicht und einfach alles, was irgendwie Essen oder Getränke verkaufen könnte, schließt. Wir kompensieren das mit jeweils vier Bier (@Heino: KEIN Heineken…). Danach tut dir dann nichts mehr weh. Man muss halt nur aufpassen, dass man vor dem Abendessen nicht einschläft, weil man sonst des nächtens hungrig aufwacht. Haben wir aber geschafft. Bonne Nuit!Read more






















TravelerKlingt stark nach dem krakatschen Spaziergang- im Volksmund auch Todesmarsch genannt🤪
Thomas WimmersIch habe an Euch gedacht…😁
TravelerNa das klingt nach Abenteuer pur! Besonders die vier Bier 🫢🍻! Passt auf euch auf! Und weitere gute Erholung mit noch mehr Abenteuer! 👌🏻
Thomas WimmersGenau, das Bier waren Schwierigkeitsgrad VI… Und Dankedankedanke….🙏🏼👌🏻