Treppenhelden nach Mangelernährung
June 6, 2025 in France ⋅ ☀️ 21 °C
Wer je versucht hat, sich ein Blick in die Seele Frankreichs zu verschaffen, in dem er dort ein Frühstück bestellt, weiß, dass die Uhren hier anders ticken: Glutenverseuchte Weizenorgie mit Zuckertsunami - so sieht ein französisches Frühstück aus. Wenn man Glück hat, erwischt man ein leckeres, aber lustvoll verfettetes Croissant. Das ist aber eher selten.
Und wer danach 1000 Tiefenmeter auf 600 Höhenmeter folgen lässt und sich dann auch noch verläuft und sich gefühlt vertikal nach unten bewegt (die Designer der Wanderwege hier lieben offensichtlich den freien Fall), der hätte sich schlicht mehr Frühstück gewünscht.
So bewältigen wir im kalorischen Mangel den Sinkflug des auf Geröll rutschenden Wanderers, denn die Organisatoren der Reise versuchen, uns mit ihrer Tour im Rekordtempo auf Meeresniveau zu bringen.
Nicht ohne vorher noch sowohl abends als auch morgens den vorletzten Ort unserer Übernachtungen zu erkunden: St Agnès – hoch über der Côte d‘Azur – ein altes Bergdorf, dass eher unfreiwillig wahrscheinlich Teil der Maginotlinie geworden ist: einer Bunkeranlage, die unter anderem gegen die bösen Deutschen errichtet wurde und großkalibrige Geschütze auf alles richten konnte, was der Grande Nation gefährlich wurde.
Diese viele Jahrzehnte alten, riesigen Bunker–Monster und Forts stehen völlig dystop in der wunderschönen Bergwelt der Seealpen, die nun langsam und immer noch schroff in das Meer abfällt. Wir fallen wegen der Steilheit der Wege gefühlt mit und sind froh, als wir endlich das Schloss der Grimaldis erreicht haben. Nuss– und Joghurteis sind eine adäquate Belohnung – zumal sie handgemacht besonders gut schmeckt.
Zwischendurch fragen wir uns, was die Schönen und Reichen und ganz schön Reichen zu sich nehmen, die auf den dutzendweise vor Monaco liegenden Riesenyachten ihr Luxusleben fristen müssen. Denn wir lassen Monaco rechts liegen, haben es aber im Visier.
Das Mittelmeer glitzert verführerisch türkis und wir vergessen langsam, wie viele Treppen wir bis dorthin gelaufen sind. Und staunen immer wieder über die Villen im Zuckerbäckerstil, die sich über unseren Häuptern erheben, als wir dann zum Endspurt den Uferweg um das Cap Martin antreten.
Kulturschock ist das einzige Wort, was mir einfällt, als wir in den touristischen Supermix aus Cafés, Restaurants, Ferienwohnungen, Strandinsassen und Autos und immer wieder Autos eintauchen; entlang einer Unzahl von Hotels an der Promenade von Menton.
Meine multiplen Teilpersönlichkeiten sehnen sich sofort zurück zu den einsamen und vollkommen stillen Wegen auf den uralten, von Generationen von Bauern angelegten Terrassen in den Hängen der Seealpen, über die wir noch vor 4 Stunden gegangen sind – staunend über die unglaublich vielfältige Flora, die sich in ihrem bunten Frühlingsgewand vollkommen einmalig präsentiert.
Aber der Weg ans Meer ist final erwandert und wir belohnen uns noch mit einem marokkanischen Menü, um die heutigen 19 km gebührend zu feiern. Morgen um acht kommt das Taxi, dass uns in unser Ausgangs – Bergdorf zurückbringen wird. Schade, dass zumindest dieser Teil des Urlaubs vorbei ist – aber es geht ja weiter…😍🥳Read more






















TravelerJetzt mal ehrlich, Jungs: Hat Luis Trenker jemals Stöcke gehabt? Ja, aber nur im Hochgebirge. Bisschen mehr Traditionsbewusstsein und Ehrgeiz hätte ich mir schon von Flachlandtirolern gewünscht. So, hab nen Termin am Büdchen ...
Thomas WimmersStrunzkopp! Natürlich hat Luis Trenker Stöcke gehabt, die hat er aber keinem gezeigt… und wer als höchste Erhebung das Gipfelkreuz im Trockenraum unter dem Dach hat, der muss mal gar nicht meckern…
TravelerDer Luis würde sich jetzt sehr ärgern ... dann aber großväterlich abwinken ob der eifrigen Stadtbubn ... gell, Luis? Gehens ein paar Meter und schon stöhnens, ja, pfürti, des Gebirge is halt net für jedermann gdacht. Is scho recht, Luis, sie habens versucht ...🧙♂️