• Kammerschleuse Ribe

    12 Juli, Denmark ⋅ ☀️ 20 °C

    Unser erstes Ziel ist heute die Kammerschleuse bei Ribe, ca. fünf Kilometer vom Stadtzentrum entfernt. Hier treffen wir wieder auf den Wasserlauf der Ribe Å, die ins dänische Wattenmeer mündet. 

    Die Schleuse wird automatisch geschlossen, wenn die tägliche Flut kommt, und wenn der Wasserstand wieder fällt, öffnet der Wasserdruck des Flusses die Schleusentore wieder. So wird der Wasserstand in der Kammer im Verhältnis zu den Gezeiten ausgeglichen und Schiffen die Passage durch die Schleuse ermöglicht.

    Wir haben das Glück, einen Schleusenvorgang beobachten zu können. Denn nach und nach treffen einige Ruderboote ein, die sich in der Schleuse sammeln. Minuten später kommt der Schleusenwärter angefahren, die Tore schließen sich, das Wasser sinkt und irgendwann kann weiter gerudert werden.

    Die Geschichte der Kammerschleuse ist ganz interessant, daher hier eine kurze Zusammenfassung: Nach einer  verheerenden Sturmflut im Jahr 1909, als das Wasser in Ribe etwa einen Meter hoch stand, wurde beschlossen, einen 15 Kilometer langen Deich an der Nordseeküste vor Ribe zu bauen. Um weiterhin einen Bootsverkehr über den Ribe Å zu ermöglichen und den Wasserstand in Ribe und Umgebung ausgleichen zu können, installierte man die Kammersluse als kleine Schleuse.

    Kaum hatte man mit dem Bau begonnen, wütete 1911 eine noch schlimmere Sturmflut. Lt. Sturmflutsäule betrug der Wasserstand 1911 4,41 Meter und 1909 4,11 Meter über dem Normalwert. Seit seiner Fertigstellung hat der sieben Meter hohe Deich mehrere Katastrophen in Ribe verhindert. Auch als während des Orkans von 1999 das Wasser nur 30 Zentimeter unterhalb der Deichkrone stand.
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