Svartisen
July 14, 2024 in Norway ⋅ ☀️ 18 °C
Was für ein unfassbarer Anblick: solche mächtigen, Jahrtausende alten Eismassen! Unter stahlblauem Himmel schimmert der Gletscher in grau, weiß und blau. An seiner Zungenspitze fließt Gletscherwasser heraus.
Der Svartisen ist der zweitgrößte Gletscher des norwegischen Festlandes. Mehrere eisfreie Berggipfel ragen aus dem Eismassiv heraus - die höchsten Gipfel in der Umgebung sind der Snøtinden (1594m) und der Istinden (1572m).
Interessanterweise ist der warme Golfstrom dafür verantwortlich, dass es am Polarkreis in Nordnorwegen einen großen Gletscher gibt. Die warme Meeresströmung bringt feuchte Luft vom Atlantik, die an den steilen Küstengebirgen in die Höhe gedrückt wird. Während des Anstiegs kühlen diese Luftmassen ab, kondensieren und ergeben große Niederschlagsmengen. Im Winter fällt dieser Niederschlag als Schnee und auf dem Gletscherplateau können sich im Laufe eines Winters große Schneemengen von 10 bis 15 m Dicke ansammeln. Der erste Schnee kommt in der Regel Ende Oktober und bleibt oft bis in den Juni des darauffolgenden Jahres liegen. Mit einem trockenen Klima würde die Gegend um den Polarkreis eher einer Tundra gleichen als einer vergletscherten Hochebene.
Heute ist der Svartisen bis zu 600m dick. Seit dem Höhepunkt der kleinen Eiszeit um 1750 zieht sich der Gletscher jedoch mehr und mehr zurück. Dies führte vor ca. 100 Jahren zur Teilung des Gletschers in den westlichen und östlichen Svartisen.
Ein Foto von 1910 (siehe letztes Bild) zeigt, dass die Vorderkante des Gletschers 50 Meter vom See Svartisvannet entfernt liegt. In den nächsten 50 Jahren zog sich das Eis beträchtlich zurück und war bereits 1945 etwa einen Kilometer vom See entfernt. Heute muss man rund 4 km vom Svartisvannet-See laufen, um die Gletscherzunge zu erreichen.
Wie wunderbar, dass wir dieses besondere Stück Erde sehen durften. Wer weiß, wie lange man noch Gletscher besuchen kann...Read more
















