• Marmorslottet

    July 14, 2024 in Norway ⋅ ☀️ 23 °C

    "Nur noch ein kleiner Spaziergang vom Parkplatz aus."
    Nach dem Erlebnis beim Gletscher stand noch ein weiteres Naturspektakel auf dem Plan. Wir fuhren eine immer schmaler werdende Straße entlang, die schließlich in eine von Schlaglöchern übersäte Schotterpiste mündete. Von hier aus gab es einen rund 1300m langen Weg in den Wald hinein - also "gar nicht so wild".
    Uns empfing dichtes, urwaldähnliches Gewächs und die Luft wurde tropisch. Über schmale Trampelpfade und viele Planken ging es steil bergauf - das hatten wir irgendwie anders geplant... Schließlich fiel der Weg steil ab und wir mussten über größere Felsen hinab zu einem tosenden Gletscherfluss klettern. Für den Anblick hatte sich der Weg jedoch gelohnt, denn vor uns lag Marmorslottet (= das Marmorschloss).

    Über Jahrtausende haben hier Wasser, Sand und Eis Höhlen, Löcher und andere Formationen in den Marmor gegraben und so eine spektakuläre Landschaft geschaffen.
    Marmorslottet wurde durch das herabstürzende Gletscherwasser des Flusses Glomaga geformt. Marmor ist ein weiches und leicht lösliches Gestein, und der natürliche Verschleiß des Gesteins erfolgt daher hier schneller als bei anderen, härteren Gesteinen. Eine der besonderen Formationen am Marmorslottet sind sogenannte "Jakobsmuscheln", die durch turbulentes Wasser entstehen, das über die leicht lösliche Gesteinsoberfläche fließt und so eine rundlich geriffelte Fläche zurück lässt. In den letzten Jahren wurde Marmorslottet von vielen Menschen besucht. Dies hat zu einer erhöhten Abnutzung geführt, weshalb das Betreten nur noch barfuß gestattet ist. Schuhe tragen Sand und Kies von härteren Gesteinen als Marmor mit und wenn es regnet, graben sich diese Partikel ein und verursachen Löcher in den Felsen, und die Jakobsmuschelformationen werden schneller abgenutzt.

    Also zogen auch wir unsere Wanderschuhe aus und genossen das Gefühl des geschliffenen Gesteins unter den Fußsohlen und das kalte Flusswasser. Wir erkundeten die bizarren Formationen und entdeckten immer neue Highlights.
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