• Lava-Pool und Geisterstadt

    11. juli 2025, Island ⋅ 🌬 12 °C

    Ich hielt anschließend wieder an der Küste. Hier besuchte ich den Brimketill (Brandungskessel), einen kleinen "Pool" am Meer. An einem sonnigen Tag soll die Felsformation einem Whirlpool ähneln. Nun, ich hatte leider das isländische 5-Minuten-Wetter ("Wenn dir das Wetter nicht gefällt, dann warte einfach 5 Minuten") und es war sehr bewölkt mit Schauern.

    Brimketill und die umliegenden Felsen entstanden durch das ständige Schlagen der Wellen gegen die Lavafelsenküste. Das endlose Tosen der Brandung hat im Laufe der Zeit zahlreiche Tümpel und Senken in der Basaltlava geschaffen. Man kann die enorme Kraft des Nordatlantiks am Werk sehen, wenn man die Wellen beobachtet, die auf die Felsen in der Nähe von Brimketill schlagen. Die Wellen erodieren das Gestein, indem sie den Luftdruck in Spalten und Rissen erhöhen. Beim Zurückweichen nimmt das Meer die Luft mit und erzeugt so Unterdruck. Dieser Prozess erodiert das Gestein mit der Zeit. Darüber hinaus tritt Erosion auf, wenn die Wellen Felsen und Kies an die Küste schlagen, ebenso wie Winterfröste, wenn Wasser in Rissen gefriert und sich ausdehnt.
    Die Lava um Brimketill ist extrem rau, rissig und hat hohe, scharfe Kanten und Oberflächen. Das Feld entstand wahrscheinlich bei den Reykjanes-Bränden in den Jahren 1210-1240.
    Legenden erzählen von dem Nachttroll Oddný, die mit ihrem Mann Hróar und ihrem Sohn Sölvi in Háleyjabunga (einem nahegelegenen kleinen Pikrit-Lavaschild), westlich von Brimketill, lebte. Eines Nachts ging sie zum Ræningjasker (einem nahegelegenen Riff), östlich von Brimketill, um einen Walkadaver zu holen, der an Land gespült worden war. Auf dem Rückweg ruhte sie sich aus und nahm ein Bad in Brimketill. Als sie sich schließlich auf den Rückweg machte, kam sie nicht weit, da die Sonne aufging, bevor sie zu Hause ankam. Infolgedessen wurde sie zu Stein und war lange Zeit als hoher Lavagipfel zu sehen, bis das Meer ihn langsam abtrug. Brimketill wurde daher auch Oddnýjarlaug oder Oddnýs Teich genannt.

    Anschließend fuhr ich durch den Ort Grindavik, der in den letzten Jahren häufig wegen des Vulkans evakuiert werden musste. Auch jetzt gibt es wieder einen Voralarm - eine erneute Evakuierung könnte jederzeit kommen. Ich fühlte mich in diesem Ort vollkommen fehl am Platz. Bis an die errichteten Schutzwälle um den Ort herum reichte ein frisches Lavafeld. Die Häuser waren größtenteils verlassen, keine Menschenseele in Sicht und der Supermarkt war mit Holzbrettern verriegelt. Ich sah abgesackte Parkplätze und im Nichts endende Straßen. Und überall war die nächste Fluchtrichtung ausgeschildert...
    Læs mere